Stadt · Ebene 3

Nara · 奈良市

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Region
Präfektur Nara, Japan
Einwohner
352.377
Zentrum
34.6845° N · 135.8048° E
Stadtteile
–
Nara – Stadtansicht
Nara · © Saigen Jiro · CC0
§ 2

Karte von Nara

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§ 3

Nara entdecken: Großer Buddha, Hirsche und Tempel

Reiseführer · redaktionell

Lange bevor Kyōto Kaiserstadt wurde, regierten Japans Herrscher von Nara aus. Eine Reise nach Nara führt zu den ältesten Holzbauten des Landes, zu einem Buddha von gewaltigen Ausmaßen und in einen Park, in dem sich Hirsche vor Besuchern verbeugen – sofern sie Kekse erwarten.

Japans erste dauerhafte Hauptstadt

710 wurde nach chinesischem Vorbild die Hauptstadt Heijō-kyō angelegt, mit schachbrettartigen Straßen und einem Palastbezirk im Norden. In den folgenden Jahrzehnten blühten Buddhismus, Kunst und Schrift, ehe der Hof 784 weiterzog. Die Tempel blieben. Auf dem weitläufigen Gelände des einstigen Heijō-Palasts stehen heute die rekonstruierte Haupthalle Daigokuden und das rote Suzaku-Tor, umgeben von Wiesen, auf denen man die Dimensionen der alten Stadt erahnen kann. Seit 1998 sind acht Stätten als Welterbe geschützt.

Sehenswürdigkeiten in Nara

Der Tōdai-ji ist das Ziel der meisten Besucher. Seine Große Buddhahalle zählt zu den größten Holzbauten der Welt, darin thront der etwa 15 Meter hohe bronzene Daibutsu. Wer durch das Loch in einem Stützpfeiler kriecht, dem soll Erleuchtung zuteilwerden. Im Kasuga-Taisha-Schrein hängen Hunderte Bronzelaternen, gesäumt von Steinlaternen im Wald, die im Februar und August beim Laternenfest entzündet werden. Der Kōfuku-ji mit seiner fünfstöckigen Pagode liegt gleich am Park, die Pagode wird derzeit aufwendig restauriert. Im Nationalmuseum Nara werden buddhistische Skulpturen gezeigt, im Herbst auch Schätze aus dem kaiserlichen Speicherhaus Shōsō-in. Etwas außerhalb lohnen Yakushi-ji und Tōshōdai-ji mit ihrer klaren Architektur.

Naramachi und der Nara-Park

Im Nara-Park leben rund 1.300 Sikahirsche, die als Boten der Götter gelten und frei umherlaufen. Sie verbeugen sich für Hirschcracker, können aber auch zudringlich werden. Südlich davon erstreckt sich Naramachi, das alte Kaufmannsviertel mit schmalen Holzhäusern, Cafés, Sake-Brauereien und kleinen Museen. Der Isuien-Garten nahe dem Tōdai-ji nutzt die Dächer des Tempels als geliehene Landschaft. Ende Januar wird beim Wakakusa Yamayaki der Grashang des gleichnamigen Hügels in Brand gesetzt, begleitet von Feuerwerk.

Essen in Nara

Kakinoha-zushi, in Kakiblätter gewickelter Makrelen- oder Lachssushi, ist die typische Reiseproviant-Spezialität. Narazuke, in Sake-Trester eingelegtes Gemüse, schmeckt kräftig und leicht süß. Aus dem nahen Miwa stammen hauchdünne Sōmen-Nudeln, im Sommer kalt serviert. In Nara gilt der Shōryaku-ji als eine Wiege des klaren Sake, und kleine Brauereien bieten Verkostungen an. Restaurants in Nara konzentrieren sich rund um die Bahnhöfe und in Naramachi. Die überdachten Einkaufsstraßen Higashimuki und Sanjō-dōri zwischen Kintetsu-Bahnhof und Park bieten Imbisse, Teehäuser und Läden für Kakigōri, geschabtes Eis mit Sirup, das in Nara eine eigene Fangemeinde hat. Am Nachmittag lohnt eine Teepause in einem der alten Holzhäuser von Naramachi, wo Matcha mit Wagashi, kleinen Süßigkeiten, serviert wird. Bekannt ist auch ein Mochi-Laden an der Sanjō-dōri, in dem die Reiskuchen unter lauten Rufen in rasantem Tempo gestampft werden – ein Schauspiel, das täglich Zuschauer anzieht.

Unterwegs und beste Reisezeit

Von Kyōto fährt die Kintetsu-Bahn in etwa 35 bis 45 Minuten nach Nara, von Osaka-Namba ebenso schnell; JR verbindet mit Osaka und Kyōto. Die Hauptsehenswürdigkeiten liegen zu Fuß erreichbar, Busse fahren zu den Tempeln im Westen. Die beste Reisezeit sind Frühling mit Kirschblüte und der November mit Herbstlaub. Morgens früh hat man Tōdai-ji und Park noch fast für sich.

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