Saitama entdecken: Bonsai, Bahnmuseum und Hikawa-Schrein
Reiseführer · redaktionellEin dreihundert Jahre alter Wacholder in einer flachen Schale, daneben eine dampfende Lokomotive aus der Meiji-Zeit: Saitama überrascht mit Schätzen, die man in einer Pendlerstadt vor den Toren Tokios nicht erwartet. Für eine Reise nach Saitama genügt oft ein Tagesausflug, doch wer bleibt, entdeckt Bonsaigärten, Puppenmacher und einen der ältesten Schreine der Region. Ein Saitama Urlaub ist zudem ein guter Ausgangspunkt für Kawagoe und Chichibu.
Eine junge Stadt mit alten Wurzeln
Die Stadt Saitama gibt es erst seit 2001, als sich Urawa, Ōmiya und Yono zusammenschlossen; 2005 kam Iwatsuki hinzu. Jeder Teil brachte seine Identität mit: Urawa war Verwaltungssitz und Poststation an der Nakasendō-Straße, Ōmiya wuchs als Schreinstadt und später als Eisenbahnknoten, Iwatsuki als Burgstadt und Zentrum der Puppenherstellung. Heute ist Saitama Präfekturhauptstadt, und mit dem Bezirk Chūō rund um den Bahnhof Saitama-Shintoshin entstand ein modernes Verwaltungs- und Veranstaltungsviertel mit der Saitama Super Arena.
Sehenswürdigkeiten in Saitama
Der Hikawa-Schrein in Ōmiya gilt als einer der ältesten der Kantō-Region und war Hauptschrein der alten Provinz Musashi. Ein rund zwei Kilometer langer, von Zelkoven gesäumter Zugangsweg führt zu ihm – einer der längsten Schreinwege Japans. Gleich dahinter liegt der Ōmiya-Park, im Frühjahr ein beliebter Ort zur Kirschblüte. Im Norden, im Bezirk Kita, haben sich in den 1920er-Jahren Bonsaigärtner aus Tokio angesiedelt; im Ōmiya-Bonsaidorf kann man einige Gärten besichtigen, und das städtische Bonsai-Kunstmuseum zeigt Meisterwerke, darunter jahrhundertealte Bäume. Saitama war 2017 Gastgeber der Bonsai-Weltkonvention.
Museen: Eisenbahn und Puppen
Das Eisenbahnmuseum der JR East in Ōmiya gehört zu den größten seiner Art in Japan. In einer riesigen Halle stehen Dampflokomotiven, frühe Shinkansen-Züge und kaiserliche Waggons, dazu kommen Fahrsimulatoren und eine Drehscheibe, die regelmäßig vorgeführt wird. Familien verbringen hier leicht einen halben Tag. Im Bezirk Iwatsuki widmet sich das städtische Puppenmuseum den Hina-Puppen, die zum Mädchenfest im März aufgestellt werden – Iwatsuki ist eines der bekanntesten Zentren dieses Handwerks, und in den Werkstätten entlang der Hauptstraße sieht man die prächtigen Figuren in Seidengewändern.
Essen in Saitama und Fußballkultur
Urawa ist stolz auf seine Aal-Tradition: Früher wurden Aale aus den Sümpfen der Umgebung gefangen, und noch heute gibt es eine Reihe alteingesessener Unagi-Restaurants, die gegrillten Aal mit süßer Soße auf Reis servieren. Daneben ist die Region für Udon und Fleischnudeln bekannt. Urawa ist außerdem eine Fußballstadt: Die Urawa Red Diamonds haben eine der leidenschaftlichsten Fangemeinden Asiens, ihre Heimspiele im Saitama Stadium 2002 – Austragungsort der WM 2002 – sind ein Erlebnis. Ausgehen kann man am besten rund um den Bahnhof Ōmiya mit seinen Izakaya-Gassen, wo Angestellte nach Feierabend an kleinen Tresen Yakitori und Bier bestellen. Urawa ist ruhiger, bietet aber rund um den Bahnhof eine Reihe von Cafés und Bistros, und an Spieltagen verwandeln sich die Kneipen in rote Fanzonen. Die Restaurants in Saitama sind insgesamt bodenständig und günstiger als in Tokio – ein Grund, warum manche Reisende hier übernachten und in die Hauptstadt pendeln.
Natur in der Stadt: Minuma
Zwischen den Bezirken liegt mit den Minuma-Feldern eine erstaunlich große Grünzone aus Reisfeldern, Obstgärten und Kanälen. Hier verläuft der Minuma-Tsūsen-bori, ein Kanal aus dem 18. Jahrhundert mit einer frühen Schleusenanlage. Ein Radweg mit Kirschbäumen, oft als einer der längsten Kirschbaumalleen Japans bezeichnet, säumt die Wasserläufe. Im Bezirk Sakura blühen im April an der Tajimagahara die wilden Primeln, ein geschütztes Naturdenkmal.
Unterwegs in Saitama und Ausflüge
Ōmiya ist einer der wichtigsten Bahnhöfe Ostjapans: Hier halten alle Shinkansen nach Tōhoku, Niigata und Kanazawa. Nach Tokio sind es mit JR-Linien etwa 25 bis 35 Minuten. Die Flughäfen Haneda und Narita erreicht man in rund einer bis eineinhalb Stunden, es gibt direkte Limousinenbusse. Zum Bonsaidorf und Eisenbahnmuseum fährt die automatische New-Shuttle-Bahn. Beste Reisezeit sind Frühling und Herbst. Die Altstadt von Kawagoe, „Klein-Edo“ genannt, liegt nur eine halbe Stunde entfernt, die Berge von Chichibu rund eineinhalb Stunden.

