Region · Ebene 2

Präfektur Hiroshima

11.720 Orte in Präfektur Hiroshima, verteilt auf 16 Städte mit eigener Seite.

Land
Japan
Städte
16
Zuordnung
über Koordinaten
§ 3

Präfektur Hiroshima: Gedenken, Inseln und Miyajima

Reiseführer · redaktionell

Wer einen Urlaub in der Präfektur Hiroshima plant, denkt zuerst an den 6. August 1945 – und erlebt dann eine Stadt, die sich bewusst dem Frieden und dem Leben verschrieben hat. Rund um Hiroshima liegen zudem der schwimmende Torbogen von Miyajima, die Inselwelt der Seto-Inlandsee und Hafenstädte mit Tempeln am Hang. Damit gehört die Präfektur zu den wichtigsten Stationen jeder Japanreise.

Landschaft und Lage

Die Präfektur liegt im Westen von Honshū zwischen der Seto-Inlandsee im Süden und dem Chūgoku-Gebirge im Norden. Die Küste ist zerklüftet und von zahlreichen Inseln umgeben, darunter Etajima, Ōmishima und Ikuchijima, die teils über Brücken erreichbar sind. Im Norden rund um Miyoshi und Shōbara herrschen Hügel, Wälder und Schnee im Winter; die Sandankyō-Schlucht bietet dort Wanderwege an Wasserfällen. Das Klima am Meer ist mild und eher trocken. Fukuyama, die zweitgrößte Stadt der Präfektur, hat eine wiederaufgebaute Burg direkt am Bahnhof und ist für ihre Rosen bekannt, die im Mai beim Rosenfest blühen. Miyoshi im Norden ist berühmt für die Kormoranfischerei im Sommer und das Nebelmeer, das sich im Herbst morgens über das Becken legt.

Sehenswürdigkeiten in der Präfektur Hiroshima

Im Friedenspark im Zentrum Hiroshimas steht der Atombombendom, die Ruine der ehemaligen Industrieausstellungshalle, die seit 1996 Welterbe ist. Das Friedensmuseum dokumentiert die Zerstörung und das Leid der Überlebenden mit persönlichen Gegenständen; das Kinderdenkmal mit Tausenden bunten Papierkranichen erinnert an Sadako Sasaki. Nur 30 Minuten entfernt liegt die Insel Miyajima mit dem Itsukushima-Schrein, dessen rotes Torii bei Flut im Meer zu schwimmen scheint. Auf der Insel laufen zahme Hirsche durch die Gassen, eine Seilbahn führt auf den Berg Misen. In Hiroshima selbst lohnen der Shukkei-en-Garten und die rekonstruierte Burg, deren Original der Bombe zum Opfer fiel.

Hiroshima Reiseziele an der Küste

Onomichi ist eine Hafenstadt an steilen Hängen, durch die sich ein Tempelweg mit 25 Heiligtümern windet; Katzen bevölkern die Treppen, und Filmemacher wie Yasujirō Ozu drehten hier. Von Onomichi beginnt der Shimanami Kaidō, eine rund 70 Kilometer lange Radroute über sechs Inseln nach Imabari auf Shikoku, eine der schönsten Fahrradstrecken der Welt. Tomonoura bei Fukuyama ist ein alter Hafen mit Holzhäusern und Gezeitenwarte, der als Inspiration für Ghiblis „Ponyo“ gilt. Kure war Japans größter Marinehafen; das Yamato-Museum zeigt ein großes Modell des gleichnamigen Schlachtschiffs. Auf Ōkunoshima leben Hunderte Wildkaninchen, Takehara bewahrt eine Altstadt aus Sake- und Salzhändlerhäusern.

Essen und Trinken

Hiroshima-Okonomiyaki wird anders als in Osaka geschichtet: dünner Teig, Kohl, Sojasprossen, Schweinebauch, Nudeln und Ei, darüber eine süßliche Sauce. Im Okonomimura, einem Gebäude mit mehreren Stockwerken voller Imbissstände, kann man die Varianten vergleichen. Austern aus der Hiroshima-Bucht stellen den größten Teil der japanischen Produktion; im Winter isst man sie gegrillt auf Miyajima. Momiji Manjū, Küchlein in Ahornblattform, sind das typische Mitbringsel. Saijō in Higashihiroshima ist eine Sake-Stadt mit roten Ziegelschornsteinen, deren Brauereien sich im Oktober beim Sake-Festival öffnen. Zitronen von den Inseln verfeinern Limonade, Kuchen und Sake-Cocktails.

Kultur und Geschichte

Die Burgstadt Hiroshima wurde Ende des 16. Jahrhunderts im Delta des Ōta-Flusses gegründet und wuchs zur Garnisonsstadt. Nach dem Atombombenabwurf wurde sie neu aufgebaut und versteht sich heute als Friedensstadt, die jedes Jahr am 6. August eine Gedenkzeremonie und das Laternenfloß-Ritual abhält. Kagura, ein dynamisches Tanztheater mit Masken und Kostümen, wird in den Bergdörfern im Norden gepflegt. Das Kunstmuseum Hiroshima zeigt französische Impressionisten.

Anreise und beste Reisezeit

Hiroshima ist Halt des Sanyō-Shinkansen, von Osaka dauert die Fahrt etwa 90 Minuten, von Tokio rund vier Stunden. Der Flughafen liegt östlich der Stadt und ist per Bus angebunden. Nach Miyajima fahren Fähren ab Miyajimaguchi und vom Friedenspark; für die Insel wird eine kleine Besuchersteuer erhoben. Als beste Reisezeit gelten der Frühling und der Herbst, wenn sich die Ahornbäume im Momijidani-Park auf Miyajima rot färben. Radfahrer schätzen auf dem Shimanami Kaidō besonders April, Mai und Oktober.