Stadt · Ebene 3

Naha · 那覇市

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Region
Präfektur Okinawa, Japan
Einwohner
316.048
Zentrum
26.2122° N · 127.6791° E
Stadtteile
–
Naha – Stadtansicht
Naha · © 663highland · CC BY 2.5
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Karte von Naha

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Naha entdecken: Ryūkyū-Erbe, Märkte und Meer

Reiseführer · redaktionell

Hier riecht die Luft nach Meer und Hibiskus, und statt Tempeldächern prägen steinerne Löwenfiguren auf den Häusern das Stadtbild: Naha ist das Tor zu Okinawa und zur Inselwelt der Ryūkyū. Eine Naha Reise verbindet das Erbe eines eigenständigen Königreichs mit subtropischer Küche, lebhaften Märkten und kurzen Fährwegen zu türkisblauen Buchten.

Das Erbe des Ryūkyū-Königreichs

Rund 450 Jahre lang war Shuri, heute ein Stadtteil von Naha, Sitz der Könige von Ryūkyū, die mit China, Japan und Südostasien Handel trieben. 1879 annektierte Japan das Königreich, 1945 wurde die Stadt in der Schlacht um Okinawa fast vollständig zerstört, danach stand die Insel bis 1972 unter amerikanischer Verwaltung. Diese Schichten sind bis heute spürbar – in der Sprache, in der Musik mit der dreisaitigen Sanshin und in einer Küche, die Schweinefleisch und amerikanische Einflüsse selbstverständlich verbindet. Die Burg Shuri gehört mit weiteren Gusuku-Stätten seit 2000 zum UNESCO-Welterbe. Ein Brand zerstörte 2019 die rekonstruierte Haupthalle Seiden; der Wiederaufbau ist für 2026 angesetzt, und während der Arbeiten konnten Besucher den Handwerkern über die Schulter schauen. Das Tor Shureimon, das Königsmausoleum Tamaudun und der alte Steinpfad von Kinjō-chō liegen gleich in der Nähe.

Sehenswürdigkeiten in Naha

Die Kokusai-dōri, rund 1,6 Kilometer lang, ist die Hauptachse der Stadt: Souvenirläden, Awamori-Geschäfte mit Probierausschank und Livebühnen reihen sich aneinander. Von ihr zweigen überdachte Arkaden wie die Heiwa-dōri ab, die zum Makishi-Markt führen. Etwas südlich liegt Tsuboya, das Töpferviertel, in dem seit dem 17. Jahrhundert Yachimun-Keramik gebrannt wird; ein alter Kletterofen und das Tsuboya-Keramikmuseum erzählen davon. Den chinesisch geprägten Teil der Geschichte zeigt der Garten Fukushūen im Viertel Kume, das auf Einwanderer aus Fujian zurückgeht. Der königliche Landsitz Shikinaen mit Teich und Steinbrücken gehört ebenfalls zum Welterbe. Und der Schrein Naminoue sitzt auf einer Klippe direkt über dem einzigen Stadtstrand.

Museen, Kultur und Feste

Im neuen Stadtzentrum Omoromachi, auf dem Gelände einer früheren US-Militärsiedlung, zeigen das Präfekturmuseum und das Kunstmuseum von Okinawa Naturgeschichte, Königszeit und zeitgenössische Kunst unter einem Dach. Zur Kultur gehören auch die Feste: Beim Naha-Tauziehen im Oktober ziehen Tausende an einem riesigen Seil aus Reisstroh, Anfang Mai rudern Teams beim Hārī-Drachenbootrennen im Hafen um die Wette. Im Sommer ziehen Eisā-Tänzer mit großen Trommeln über die Kokusai-dōri.

Essen in Naha: Markt, Soba und Awamori

Im Makishi-Markt, der 2023 in einen Neubau zog, kauft man im Erdgeschoss papageienbunte Fische, Langusten oder Meerestrauben und lässt sie sich im Obergeschoss zubereiten. Die Okinawa-Küche ist bodenständig: Okinawa-Soba mit Weizennudeln und geschmortem Schweinebauch, Gōyā Champurū mit Bittermelone, Tofu und Ei, Rafutē, in Awamori und braunem Zucker geschmortes Schweinefleisch, dazu Jīmāmi-Tofu aus Erdnüssen. Die Restaurants in Naha schenken Orion-Bier und Awamori aus, den lokalen Reisbrand, der als Kūsu oft jahrelang reift. Zum Nachtisch gibt es Blue-Seal-Eis oder Sātā Andagī, frittierte Teigbällchen.

Ausgehen

Abends verlagert sich das Leben in die Seitenstraßen der Kokusai-dōri und nach Sakaemachi, einem verwinkelten Marktviertel nahe der Station Asato, wo winzige Bars und Izakaya zwischen den Ständen öffnen. In Minyō-Lokalen spielen Musiker Okinawa-Lieder auf der Sanshin, und spätestens beim Kachāshī, dem Tanz mit erhobenen Händen, macht das ganze Publikum mit. Ruhiger geht es in den kleinen Cafés und Jazzbars rund um den Sakurazaka-Hügel zu, nur wenige Schritte von der Hauptstraße entfernt. Viele Bars schenken Awamori aus Brennereien der ganzen Präfektur aus, auch Sorten von den entlegenen Yaeyama-Inseln, und erklären gern den Unterschied zwischen jungem Brand und lange gereiftem Kūsu.

Unterwegs in Naha und beste Reisezeit

Der Flughafen Naha (OKA) liegt nur wenige Kilometer vom Zentrum; die Einschienenbahn Yui Rail fährt in gut zehn Minuten zur Kokusai-dōri und weiter über Shuri bis Tedako-Uranishi. Vom Hafen Tomari legen Fähren zu den Kerama-Inseln ab, deren Strände per Schnellboot in weniger als einer Stunde erreichbar sind. Für das Aquarium Churaumi im Norden braucht man Mietwagen oder Bus. Die beste Reisezeit liegt im Frühling und von Oktober bis Dezember; im Mai und Juni ist Regenzeit, von Juli bis September drohen Taifune, und selbst im Winter fällt das Thermometer selten unter 15 Grad.

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