Region · Ebene 2

Präfektur Fukushima

7.751 Orte in Präfektur Fukushima, verteilt auf 21 Städte mit eigener Seite.

Land
Japan
Städte
21
Zuordnung
über Koordinaten
§ 3

Präfektur Fukushima: Samurai-Erbe und Bergseen

Reiseführer · redaktionell

Viele verbinden den Namen Fukushima vor allem mit dem Reaktorunglück von 2011 – doch ein Urlaub in der Präfektur Fukushima zeigt ein ganz anderes Bild. Die drittgrößte Präfektur Japans besitzt Burgen und Samurai-Städte, Seen in allen Farben, eine erhaltene Poststation mit Strohdächern und einige der am höchsten prämierten Sake-Brauereien des Landes. Die gesperrten Zonen umfassen nur noch einen kleinen Teil an der Küste.

Drei Landschaften

Fukushima gliedert sich von Ost nach West in drei Regionen. Hamadōri an der Pazifikküste umfasst Städte wie Iwaki und Minamisōma. Nakadōri im Zentrum ist ein langes Becken mit Fukushima, Kōriyama, Sukagawa und Shirakawa, gesäumt von Obstplantagen. Aizu im Westen ist Bergland mit Vulkanen wie dem Bandai, Seen, tiefen Schneewintern und der historischen Stadt Aizuwakamatsu. Der Inawashiro-See am Fuß des Bandai ist der viertgrößte See Japans.

Sehenswürdigkeiten in der Präfektur Fukushima

Die Burg Tsuruga in Aizuwakamatsu, mit roten Dachziegeln rekonstruiert, war 1868 Schauplatz einer der letzten Schlachten der Samurai gegen die neue Meiji-Regierung. Auf dem Iimoriyama begingen damals junge Krieger der Byakkotai rituellen Selbstmord, im Glauben, die Burg sei gefallen; daneben steht die Sazaedō, eine hölzerne Pagode mit doppelter Wendelrampe. Ōuchi-juku ist eine Poststation der Edo-Zeit mit reetgedeckten Häusern entlang einer breiten Straße. Bei Kitashiobara liegen die Goshiki-numa, die „Fünffarbenseen“, die durch Vulkanmineralien in Blau-, Grün- und Türkistönen schimmern. Der Tsurugajō-Park und der Miharu-Takizakura, ein über tausend Jahre alter Hängekirschbaum, sind Höhepunkte der Kirschblüte.

Städte und Orte

Kōriyama ist Verkehrsknoten und Wirtschaftszentrum, nahe liegt der Inawashiro-See mit dem Geburtshaus des Bakteriologen Hideyo Noguchi. Fukushima-Stadt ist umgeben von Obstgärten und den heißen Quellen von Iizaka und Tsuchiyu; vom Hanamiyama-Park überblickt man im April ein Blütenmeer. Iwaki besitzt Strände, das Aquarium Aquamarine Fukushima und das Spa Resort Hawaiians, das nach der Schließung der Kohlegruben entstand und im Film „Hula Girls“ verewigt wurde. Kitakata ist eine Stadt der Lagerhäuser und der Ramen, Shirakawa war im Altertum eine Grenzbarriere zum Norden und besitzt einen alten Landschaftsgarten. Minamisōma an der Küste richtet im Juli das Sōma Nomaoi aus, ein über tausend Jahre altes Pferdefest, bei dem Reiter in Samurairüstung um heilige Fahnen kämpfen. Sukagawa ist Geburtsort von Eiji Tsuburaya, dem Schöpfer von Ultraman, dessen Figuren in den Straßen stehen; im November werden hier beim Taimatsu Akashi riesige Fackeln auf einem Hügel entzündet. Kōriyama versteht sich als Musikstadt mit landesweit erfolgreichen Chören.

Essen und Trinken

Kitakata-Ramen mit klarer Sojabrühe und dicken, gewellten Nudeln gilt als eine der drei großen Ramen-Sorten Japans, und in Kitakata isst man sie traditionell schon zum Frühstück. Aizu ist für Wappa-Meshi, in Holzschalen gedämpften Reis, und Sōsu-Katsudon bekannt. Fukushima ist einer der größten Pfirsichproduzenten Japans, dazu kommen Äpfel, Birnen und Kirschen. Die Präfektur gewann viele Jahre in Folge die meisten Goldmedaillen beim nationalen Sake-Wettbewerb; Brauereien in Aizu und Kitakata bieten Verkostungen. Kozuyu, eine klare Suppe mit getrockneten Meeresfrüchten, wird zu Festen serviert.

Nach 2011

Das Erdbeben, der Tsunami und die Katastrophe im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi trafen vor allem die Küste. Die meisten Evakuierungszonen wurden inzwischen aufgehoben, Strahlenwerte in den bewohnten Gebieten und in Lebensmitteln werden streng kontrolliert. In Futaba informiert das Archivmuseum zur Großen Ostjapanischen Erdbebenkatastrophe über die Ereignisse und den Wiederaufbau. Bei Reisen in die Küstenregion empfiehlt es sich, aktuelle Hinweise der Behörden zu beachten.

Anreise und beste Reisezeit

Der Tōhoku-Shinkansen hält in Shin-Shirakawa, Kōriyama und Fukushima; von Tokio dauert die Fahrt nach Kōriyama etwa 80 Minuten. Nach Aizuwakamatsu fährt die Ban'etsu-West-Linie, zum Ōuchi-juku die Aizu-Bahn mit anschließendem Bus. Der Flughafen Fukushima bei Sukagawa hat Inlandsverbindungen. Als beste Reisezeit gelten April für die Kirschblüte, die in Fukushima etwas später einsetzt als in Tokio, sowie Oktober und November für die Laubfärbung am Bandai-Azuma-Skyline. Im Winter sind die Onsen und Skigebiete rund um den Bandai beliebt.