Matsuyama entdecken: Burgberg und Dōgo Onsen
Reiseführer · redaktionellSchon Natsume Sōseki schickte seinen Romanhelden Botchan hier ins Thermalbad, und bis heute ist Matsuyama vor allem eine Stadt zum Baden, Bummeln und Burgbesteigen. Eine Matsuyama Reise führt in die größte Stadt Shikokus, wo Straßenbahnen gemächlich zwischen Burgberg und Dōgo Onsen pendeln.
Die Burg Matsuyama
Mitten in der Stadt erhebt sich der Katsuyama-Hügel mit der Burg Matsuyama, einer der zwölf Burgen Japans, deren Hauptturm noch aus der Zeit vor 1868 stammt. Ein Sessellift oder eine Seilbahn bringt Besucher hinauf, wer mag, nimmt einen der Fußwege durch den Wald. Innen führen steile Holztreppen durch die Stockwerke, oben reicht der Blick über die Dächer bis zur Inlandsee. Im Frühjahr blühen rund um die Burg Hunderte Kirschbäume, und die Wiesen werden zum Picknickplatz.
Dōgo Onsen
Dōgo Onsen gilt als eine der ältesten heißen Quellen Japans. Das hölzerne Badehaus Dōgo Onsen Honkan von 1894 mit seinem Trommelturm wurde über mehrere Jahre bei laufendem Betrieb restauriert und ist seit Ende 2024 wieder vollständig zugänglich. Daneben gibt es das Badehaus Asuka-no-yu im Stil der frühen Kaiserzeit und das schlichtere Tsubaki-no-yu der Einheimischen. In der Arkade vor dem Bad verkaufen Läden Handtücher, Mikan-Saft und Botchan Dango, dreifarbige Reisklößchen; die Spieluhr am Bahnhof Dōgo lässt zu jeder vollen Stunde Figuren aus Sōsekis Roman tanzen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten in Matsuyama
Matsuyama ist die Heimat des Haiku-Dichters Masaoka Shiki, dem ein eigenes Museum gewidmet ist; in der Stadt stehen Briefkästen, in die man selbst verfasste Haiku einwerfen kann. Das Museum Saka no Ue no Kumo, ein Bau von Tadao Andō, erzählt von Shiki und den Brüdern Akiyama, Helden eines bekannten Romans von Ryōtarō Shiba. Der Tempel Ishite-ji, Station 51 des Shikoku-Pilgerwegs, ist mit seinem Höhlengang und der dreistöckigen Pagode einer der stimmungsvollsten der Insel.
Ausflüge in die Umgebung
Rund eine Stunde südwestlich liegt Uchiko, ein Städtchen, das im 19. Jahrhundert mit Wachs reich wurde; Kaufmannshäuser mit weißen Putzwänden säumen die Straße Yōkaichi, und das Theater Uchiko-za von 1916 wird bis heute bespielt. Weiter südlich thront die in Holzbauweise rekonstruierte Burg Ōzu über dem Fluss Hijikawa. Näher an der Stadt locken die Inseln vor der Küste, etwa Gogoshima, die per kurzer Fähre zu erreichen ist und sich gut mit dem Rad erkunden lässt.
Essen, Unterwegs und beste Reisezeit
Die Präfektur Ehime ist berühmt für Zitrusfrüchte, und Mikan begegnen einem als Saft, Eis und Gelee. Zu einem Abend in den Restaurants in Matsuyama gehört Tai-meshi, Reis mit Seebrasse, sowie Jakoten, frittierte Fischküchlein aus dem Süden der Präfektur. Ausgegangen wird in den Arkaden Ōkaidō und Gintengai und den Kneipengassen dahinter. Der Flughafen Matsuyama (MYJ) liegt nur rund 20 Busminuten vom Zentrum, die Iyotetsu-Straßenbahn und der nachgebaute Dampfzug Botchan Ressha verbinden Bahnhof, Burg und Dōgo. Die beste Reisezeit sind Frühling und Herbst. Ein Ausflug führt nach Imabari, Startpunkt des Radwegs Shimanami Kaidō, der über Brücken und Inseln bis nach Honshū reicht.


