Stadt · Ebene 3

Kumamoto · 熊本市

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Region
Präfektur Kumamoto, Japan
Einwohner
738.385
Zentrum
32.8034° N · 130.7083° E
Stadtteile
10
Kumamoto – Stadtansicht
Kumamoto · © Hisagi · CC BY-SA 3.0
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Karte von Kumamoto

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Kumamoto entdecken: Burg, Quellwasser und Kumamon

Reiseführer · redaktionell

Schwarze Mauern, geschwungene Steinwälle und ein Bär mit roten Wangen – Kumamoto hat zwei Wahrzeichen, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Die Stadt im Herzen Kyūshūs ist Ausgangspunkt für Reisen zum Vulkan Aso und lohnt selbst einen Kumamoto Urlaub von zwei, drei Tagen. Dazu kommt das vielleicht beste Leitungswasser Japans, denn die Stadt lebt vollständig von Grundwasser.

Burg Kumamoto: Zerstörung und Wiederaufbau

Das Herz der Stadt ist die Burg Kumamoto, die der Feldherr Katō Kiyomasa Anfang des 17. Jahrhunderts errichten ließ. Ihre nach oben hin fast senkrecht ansteigenden Mauern, „Musha-gaeshi“ genannt, sollten Angreifer abwehren – und taten das 1877 im Satsuma-Aufstand tatsächlich, als die Truppen Saigō Takamoris die Burg nicht einnehmen konnten. Die Haupttürme brannten damals ab und wurden 1960 rekonstruiert. Die schweren Erdbeben vom April 2016 rissen Mauern ein und beschädigten zahlreiche Bauten. Der Hauptturm ist seit 2021 wieder zugänglich und zeigt innen ein Museum, der vollständige Wiederaufbau aller Mauern wird jedoch noch Jahrzehnte dauern. Ein erhöhter Besucherweg führt über die Baustelle und macht den Wiederaufbau selbst zu einer Sehenswürdigkeit.

Sehenswürdigkeiten in Kumamoto

Zu Füßen der Burg liegt Sakuranobaba Jōsaien, ein Ensemble aus Restaurants, Souvenirläden und einem Museum zur Burggeschichte im Stil einer Burgstadt. Etwas östlich, mit der Straßenbahn gut erreichbar, breitet sich der Suizenji Jōjuen aus, ein im 17. Jahrhundert von der Fürstenfamilie Hosokawa angelegter Wandelgarten. Ein Hügel darin erinnert an den Fuji, der Teich wird von klarem Quellwasser gespeist. Literarisch Interessierte besuchen die einstigen Wohnhäuser von Natsume Sōseki und Lafcadio Hearn, die beide als Lehrer in Kumamoto arbeiteten. Das Präfektur-Kunstmuseum im Burgpark und das Contemporary Art Museum Kumamoto in der Innenstadt runden das Kulturprogramm ab.

Kumamon und das Leben in der Innenstadt

Der schwarze Bär Kumamon ist das wohl erfolgreichste Maskottchen Japans: Ursprünglich für eine Werbekampagne zum Shinkansen-Anschluss erfunden, prangt er heute auf Keksen, Zügen und Kanaldeckeln. Im Kumamon Square im Bezirk Chūō tritt er regelmäßig auf. Gleich um die Ecke beginnen die überdachten Einkaufsstraßen Kamitōri und Shimotōri, wo sich Kaufhäuser, Cafés und Läden aneinanderreihen. Mit dem Komplex Sakuramachi Kumamoto entstand 2019 ein neues Einkaufszentrum mit Busterminal und Dachgarten.

Essen in Kumamoto

Kumamotos Küche ist kräftig. Basashi, roh servierte Pferdefleischscheiben mit süßer Sojasoße, Ingwer und Knoblauch, gilt als Spezialität und wird in vielen Izakaya angeboten. Karashi Renkon, frittierte Lotuswurzel, deren Röhren mit scharfer Senf-Miso-Paste gefüllt sind, soll einst einem kränklichen Fürsten Kraft verliehen haben. Die Kumamoto-Ramen kommen mit milchiger Schweineknochenbrühe und geröstetem Knoblauchöl, und Taipien, eine Nudelsuppe chinesischen Ursprungs mit Glasnudeln, ist ein beliebtes Mittagessen. Zum Abend gehört ein Glas Shōchū aus dem Kuma-Tal im Süden der Präfektur.

Ausgehen in Kumamoto

Das Ausgehviertel liegt rund um Shimotōri und die Gassen von Ginza-dōri und Shinshigai. Hier finden sich zahlreiche kleine Bars, Izakaya und Lokale, in denen man Basashi und Shōchū bis spät in die Nacht bekommt. Das Viertel ist kompakt, und viele Lokale sind nur wenige Gehminuten von den Hotels entfernt. Am Wochenende sind die Arkaden bis spät belebt, Straßenmusiker spielen vor den Kaufhäusern, und in den Ramenläden bilden sich nach Mitternacht kleine Schlangen. Wer es ruhiger mag, spaziert abends zur beleuchteten Burg oder am Ufer des Shirakawa-Flusses entlang, der die Innenstadt durchquert.

Unterwegs in Kumamoto und Ausflüge

Der Kyūshū-Shinkansen verbindet Kumamoto mit Hakata in Fukuoka in rund 35 Minuten und mit Kagoshima in etwa einer Dreiviertelstunde. Vom Flughafen Aso Kumamoto fahren Busse in knapp einer Stunde ins Zentrum. In der Stadt sind die zwei Straßenbahnlinien das praktischste Verkehrsmittel. Der bekannteste Ausflug führt zur Aso-Caldera, einem der größten Vulkankrater der Welt mit Weiden, Dörfern und dem noch aktiven Nakadake; der Zugang zum Kraterrand hängt von der Vulkanaktivität ab. Die beste Reisezeit sind Frühling, wenn rund um die Burg die Kirschen blühen, und Herbst. Der Sommer ist heiß und feucht, im Juni regnet es viel.