Stadt · Ebene 3

Shizuoka · 静岡市

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Region
Präfektur Shizuoka, Japan
Einwohner
685.589
Zentrum
34.9752° N · 138.3832° E
Stadtteile
3
Shizuoka – Stadtansicht
Shizuoka · © Alpsdake · CC BY-SA 4.0
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Karte von Shizuoka

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§ 3

Shizuoka entdecken: Tee, Tokugawa und Fuji-Blick

Reiseführer · redaktionell

Zwischen dem Fuji im Norden und der Suruga-Bucht im Süden liegt die Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur, und wer mit dem Shinkansen nur vorbeirauscht, verpasst einiges. Ein Shizuoka Urlaub verbindet Teefelder, Tokugawa-Geschichte und frischen Fisch aus dem Hafen von Shimizu – ideal für eine entspannte Städtereise abseits der großen Metropolen.

Ieyasus Ruhesitz: ein Blick in die Geschichte

Shizuoka hieß jahrhundertelang Sunpu, und ihr berühmtester Bewohner war Tokugawa Ieyasu. Der Begründer des Shogunats verbrachte hier Kindheitsjahre als Geisel des Imagawa-Klans und kehrte nach seiner Abdankung 1605 zurück, um von der Burg Sunpu aus weiter die Fäden zu ziehen. Er starb 1616 in der Stadt. Von der Burg sind Wassergräben, Steinmauern und rekonstruierte Bauten wie das Tor Higashi-Gomon erhalten; im Sunpu-Park lassen sich bei Ausgrabungen die Fundamente früherer Burgtürme besichtigen. Im April erinnert das Shizuoka-Fest mit einem Umzug in historischen Gewändern an Ieyasu, während die Kirschbäume rund um die Gräben blühen. Den heutigen Namen trägt die Stadt erst seit der Meiji-Zeit; 2003 kam die Hafenstadt Shimizu hinzu, seit 2005 gliedert sich Shizuoka in die drei Bezirke Aoi, Suruga und Shimizu.

Sehenswürdigkeiten in Shizuoka

Den eindrucksvollsten Ort hat Ieyasu selbst ausgewählt: Kunōzan Tōshōgū, seine erste Grabstätte, thront über der Küste. Wer zu Fuß kommt, steigt mehr als tausend Stufen von der Küstenstraße hinauf, bequemer ist die Seilbahn vom Plateau Nihondaira. Der in Lackrot und Gold gefasste Schrein ist Nationalschatz und älter als der berühmtere Tōshōgū in Nikkō. Auf Nihondaira selbst bietet die von Kengo Kuma entworfene Aussichtsterrasse Yume Terrace bei klarem Wetter einen Rundblick auf Fuji, Bucht und Hafen. Zum Fuji-Welterbe gehört der Kiefernstrand Miho no Matsubara auf einer Landzunge in Shimizu, Schauplatz der Legende von der himmlischen Federrobe Hagoromo. In der Innenstadt lohnen der Schrein Shizuoka Sengen mit seinen farbig bemalten Hallen und die Ausgrabungsstätte Toro, wo rekonstruierte Speicher und Grubenhäuser zeigen, wie hier vor rund 2.000 Jahren Reis angebaut wurde.

Tee, Oden und Sakura-Garnelen: Essen in Shizuoka

Die Hänge rund um die Stadt sind mit Teesträuchern überzogen, und grüner Tee begegnet einem überall: in Teehäusern im Aoi-Bezirk, als Eis, in Süßigkeiten und im Bahnhof als Mitbringsel. Die Präfektur zählt zu den wichtigsten Teeanbaugebieten Japans, die traditionsreichen Lagen Honyama liegen direkt auf Stadtgebiet. Typisch für die Restaurants in Shizuoka ist Shizuoka-Oden: Fischküchlein, Eier und Rindersehnen köcheln in einer dunklen Brühe, werden auf Spießen serviert und mit Fischpulver und grünem Nori bestreut. Besonders in der Gasse Aoba Oden-gai sitzt man dafür eng an kleinen Tresen. In Shimizu dreht sich alles um Thunfisch – der Hafen ist einer der wichtigsten Umschlagplätze für Tiefkühl-Thunfisch in Japan, und im Markt Kashi no Ichi gibt es Sushi und Reisschalen schon zum Frühstück. Aus der Suruga-Bucht kommen außerdem winzige Sakura-Garnelen, die im Frühjahr und Herbst gefangen und als Tempura oder auf Reis gegessen werden. In der alten Poststation Mariko an der Tōkaidō-Route serviert man seit Jahrhunderten Tororo-Jiru, eine Suppe aus geriebener Yamswurzel – Hiroshige hat das Lokal in seiner berühmten Holzschnittserie verewigt.

Modellbau, Fußball und Straßenkunst

Shizuoka gilt als Hauptstadt des japanischen Plastikmodellbaus: Tamiya hat hier seinen Sitz, Bandai fertigt in der Stadt seine Gundam-Bausätze, und im Mai trifft sich die Szene zur Shizuoka Hobby Show. Fußball hat in Shimizu Tradition, der Klub Shimizu S-Pulse spielt im Stadion Nihondaira. Wer im November kommt, erlebt beim Daidōgei World Cup Jongleure, Akrobaten und Clowns aus aller Welt in Parks und Straßen der Innenstadt. Abends verteilt sich das Leben auf die Izakaya rund um die Einkaufsstraßen Gofukuchō und das Kneipenviertel Ryōgaechō, wo man lokalen Sake oder Shizuoka-wari bestellt, Shōchū mit grünem Tee.

Unterwegs in Shizuoka

Der Tōkaidō-Shinkansen verbindet Shizuoka mit Tokio in rund einer Stunde und mit Nagoya in knapp einer Stunde; die schnellsten Nozomi-Züge halten allerdings nicht, man nimmt Hikari oder Kodama. Der Flughafen Mt. Fuji Shizuoka (FSZ) liegt rund 40 Kilometer südwestlich und ist per Bus angebunden, die meisten Fernreisenden kommen aber über Tokio oder Nagoya. In der Stadt fahren die Shizutetsu-Bahn zwischen Shin-Shizuoka und Shimizu sowie zahlreiche Buslinien, auch nach Kunōzan, Nihondaira und Miho. Für die Teedörfer und die Täler im Norden ist ein Mietwagen praktisch.

Beste Reisezeit und Ausflüge

Die beste Reisezeit sind Spätherbst und Winter, wenn die Luft klar ist und der Fuji am häufigsten frei steht, sowie Ende März und April zur Kirschblüte. Ab Ende April beginnt die erste Teeernte, dann duftet es in den Hügeln nach frischem Shincha. Der Sommer ist heiß und schwül, im Juni regnet es viel. Für Ausflüge bieten sich die Thermalquellen von Umegashima im oberen Abe-Tal an, die Dampfloks der Ōigawa-Bahn weiter westlich oder ein Abstecher auf die Izu-Halbinsel, die per Fähre von Shimizu nach Toi quer über die Bucht erreichbar ist.