Region · Ebene 2

Präfektur Mie

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Land
Japan
Städte
19
Zuordnung
über Koordinaten
§ 3

Präfektur Mie: Ise-Schrein, Perlen und Ninja

Reiseführer · redaktionell

Ein Urlaub in der Präfektur Mie führt zum heiligsten Ort des Shintō: dem Ise-Schrein, der der Sonnengöttin Amaterasu geweiht ist. Ringsum liegen die zerklüftete Küste von Shima mit Perlenfarmen und Taucherinnen, das Ninja-Städtchen Iga und Teile des Kumano-Pilgerweges. Die Präfektur ist von Nagoya und Osaka gut erreichbar, wird aber von internationalen Reisenden oft übersehen.

Lage und Landschaft

Mie liegt im Osten der Kii-Halbinsel und erstreckt sich über rund 170 Kilometer von Norden nach Süden. Der Norden an der Ise-Bucht mit Kuwana, Yokkaichi, Suzuka, Tsu und Matsusaka ist flach und industriell geprägt. Im Westen trennt das Suzuka-Gebirge Mie von Shiga, im Iga-Becken liegt das alte Ninja-Land. Der Süden wird zunehmend wild: Die Shima-Halbinsel mit ihren Riasküsten und Inseln gehört zum Ise-Shima-Nationalpark, und die Küste von Kumano im äußersten Süden ist von Steilklippen und Zedernwäldern geprägt.

Sehenswürdigkeiten in der Präfektur Mie

Der Ise Jingū besteht aus dem Äußeren Schrein Gekū und dem Inneren Schrein Naikū, die von über hundert kleineren Heiligtümern umgeben sind. Die schlichten Holzbauten werden seit fast 1.300 Jahren alle 20 Jahre identisch neu errichtet; die nächste Erneuerung ist für 2033 geplant, die Vorbereitungen laufen bereits. Vor dem Naikū liegt die Gasse Oharai-machi mit Holzhäusern, Läden und Garküchen. Bei Futami stehen die Meoto Iwa, zwei mit einem Strohseil verbundene „Hochzeitsfelsen“ im Meer. In Toba erinnert die Mikimoto-Perleninsel daran, dass hier 1893 erstmals Zuchtperlen gezüchtet wurden; Taucherinnen in weißen Anzügen zeigen ihre Arbeit. Das Toba-Aquarium gehört zu den größten Japans.

Iga, Kumano und das Hinterland

In Iga, der Heimat der gleichnamigen Ninja-Schule, zeigt ein Museum Geheimtüren und Wurfsterne; dort wurde auch der Haiku-Dichter Bashō geboren. Die Burg Iga Ueno besitzt eine der höchsten Steinmauern Japans. Seki-juku am alten Tōkaidō bewahrt eine Poststation mit Hunderten historischen Häusern. Im Süden führen Abschnitte des Kumano Kodō, die Iseji-Route, über steinerne Pfade durch Zedernwälder; der Magose-Pass ist besonders eindrucksvoll. An der Küste bei Kumano liegt der Shishi-iwa, ein Felsen in Löwengestalt, und der Strand Shichirimihama. In Suzuka findet seit 1987 regelmäßig der Formel-1-Grand-Prix von Japan statt. In Iga wird außerdem Iga-yaki hergestellt, eine Keramik, deren hitzebeständige Tontöpfe für Eintöpfe im ganzen Land geschätzt werden.

Essen und Trinken

Matsusaka-Rind zählt neben Kōbe zu den edelsten Wagyu-Sorten; die Rinder werden mitunter mit Bier gefüttert und massiert, wobei Legende und Realität sich mischen. Ise-Ebi, Langusten aus der Shima-Bucht, sind die Spezialität der Region, ebenso Awabi, Abalone, die die Ama-Taucherinnen ernten und in Hütten am Strand grillen. Ise-Udon wird mit dicken, weichen Nudeln und dunkler Sauce serviert. Akafuku, Reiskuchen unter süßer Bohnenpaste, ist das klassische Pilgermitbringsel aus Ise. Yokkaichi besitzt Tonteppanyaki, dicke Schweinesteaks mit Knoblauchsauce, Kuwana war für seine Venusmuscheln berühmt.

Kultur und Geschichte

Seit dem Mittelalter pilgerten Millionen Japaner nach Ise; zur Edo-Zeit wurde die „Ise-Mairi“ zu einer Massenbewegung, für die manche ganze Dörfer sparten. Die Ama-Taucherinnen von Toba und Shima tauchen seit Jahrtausenden ohne Atemgerät nach Meeresfrüchten; diese Tradition ist heute bedroht, da die Zahl der aktiven Frauen sinkt. 2016 fand in Shima der G7-Gipfel statt. Matsusaka war Heimat einflussreicher Kaufmannsfamilien wie der Mitsui, und das Haus des Gelehrten Motoori Norinaga ist erhalten. Kuwana besitzt den Rokkaen-Garten mit einer Villa des britischen Architekten Josiah Conder, und im nahen Nagashima liegt einer der größten Vergnügungsparks Japans mit Achterbahnen und winterlicher Lichtershow.

Anreise und beste Reisezeit

Ise und Toba erreicht man mit der Kintetsu-Bahn von Nagoya in rund 90 Minuten, von Osaka und Kyōto in etwa zwei Stunden; die Panoramazüge Shimakaze fahren bis Kashikojima. Die JR-Linien verbinden Nagoya mit Tsu und dem Süden. Vom Flughafen Centrair gibt es zudem eine Schnellfähre nach Tsu. Als beste Reisezeit gelten Frühling und Herbst. Für den Kumano Kodō sind Oktober bis Mai angenehm, im Sommer kann es auf den Waldpfaden schwül werden. Zum Jahreswechsel ist der Ise-Schrein extrem voll.