Ōita entdecken: Affenberg, Toriten und heiße Quellen
Reiseführer · redaktionellAn der Beppu-Bucht im Nordosten Kyūshūs liegt die Präfekturhauptstadt, die meist im Schatten des benachbarten Kurorts Beppu steht. Wer seinen Ōita Urlaub bewusst hier beginnt, entdeckt eine Stadt mit überraschend kosmopolitischer Vergangenheit, wilden Affen am Stadtrand und einer Küche, die ganz Japan kennt.
Ōtomo Sōrin und die frühen Europäer
Im 16. Jahrhundert hieß die Stadt Funai und war Sitz des mächtigen Fürsten Ōtomo Sōrin. 1551 empfing er Franz Xaver, später ließ er sich selbst taufen. Portugiesische Händler und Missionare brachten Musik, Medizin und westliche Waren; der Kaufmann und Arzt Luís de Almeida gründete hier um 1557 das erste Krankenhaus nach europäischem Vorbild in Japan. Denkmäler in der Innenstadt erinnern an diese Epoche. Von der Burg Funai blieben Mauern, Gräben und einige rekonstruierte Türme in einem Park im Zentrum.
Sehenswürdigkeiten in Ōita
Am Berg Takasaki-yama an der Küstenstraße nach Beppu leben rund tausend wilde Japanmakaken in mehreren Gruppen. Im Naturzoo kommen sie zur Fütterungszeit aus dem Wald herab, und man kann ihr Sozialleben aus nächster Nähe beobachten. Gegenüber liegt das Aquarium Umitamago mit Walrossen und Becken, die die Fischvielfalt der Bucht zeigen. In der Innenstadt hat Shigeru Ban das Präfekturkunstmuseum OPAM entworfen, einen gläsernen Kasten, dessen Fassade sich zum Boulevard hin öffnen lässt. Sportfans kennen die große Kuppelarena der Stadt, in der während der Rugby-WM 2019 Viertelfinals ausgetragen wurden.
Essen in Ōita
Wer Hühnchen mag, ist hier richtig: Toriten, in Tempurateig ausgebackene Stücke mit Essig-Sojasauce und Senf, stammt von hier, ebenso Karaage-Varianten aus dem nahen Nakatsu. Aus dem Hafen Saganoseki kommen Seki-aji und Seki-saba, Stöcker und Makrelen aus der starken Strömung der Hōyo-Meerenge, die als Sashimi Spitzenpreise erzielen. Dazu wird Kabosu gereicht, eine grüne Zitrusfrucht, die Ōita für fast alles verwendet, vom Fisch bis zum Highball. Wärmend ist Dango-jiru, eine Miso-Suppe mit breiten, handgezogenen Teigbändern. Die Kneipen rund um die Fußgängerzonen Funai-machi und Chūō-machi sind abends gut besucht.
Onsen, Kunst und Feste
Die Präfektur Ōita hat mehr heiße Quellen als jede andere in Japan, und auch innerhalb der Stadtgrenzen sprudeln einige. Öffentliche Bäder und Hotels mit eigenen Onsen findet man nicht nur in Beppu, sondern auch in Ōita selbst, oft zu niedrigen Preisen und ohne Touristenandrang. Kulturell bietet die Stadt neben dem OPAM die Iichiko Culture Center Hall, wo Konzerte und Theater gastieren. Im Sommer findet ein großes Feuerwerk über der Bucht statt, im Herbst lockt eine Lichterinstallation entlang der Hauptstraße. Zu den Besonderheiten gehört der Zoo am Takasaki-yama: Hier wurde früh erforscht, wie Affengruppen Rangordnungen bilden, und die Wärter kennen viele Tiere beim Namen.
Anreise, beste Reisezeit und Ausflüge
Der Flughafen Ōita (OIT) liegt auf der Kunisaki-Halbinsel, Busse brauchen rund eine Stunde ins Zentrum. Mit der Bahn ist Ōita von Fukuoka per Limited Express Sonic in etwa zwei Stunden erreichbar. Die beste Reisezeit sind Frühling und Herbst; im Winter locken die heißen Quellen besonders. Beppu mit seinen dampfenden Höllen ist nur 15 Bahnminuten entfernt, Yufuin mit Blick auf den Berg Yufu eine knappe Stunde. Im Süden lohnen die Steinbuddhas von Usuki, aus dem Fels gehauene Figuren, die als Nationalschatz gelten.
