Beppu entdecken: Höllen, Sandbäder und Dampfküche
Reiseführer · redaktionellIn Beppu dampft die Stadt: Aus Gullys, Dächern und Hängen steigen weiße Schwaden, und an jeder Ecke gibt es ein öffentliches Bad. Ein Urlaub in Beppu ist der Inbegriff einer japanischen Onsen-Reise – mit kochenden Teichen, Sandbädern am Meer und Gerichten, die im Dampf der Erde gegart werden.
Die Onsen-Hauptstadt
Beppu sprudelt aus Tausenden Quellen, nirgends in Japan fließt mehr heißes Wasser aus der Erde. Die Stadt gliedert sich in acht Onsengebiete, die Beppu Hattō, jedes mit eigener Wasserart: von klaren, salzigen Quellen bis zu schlammigen, schwefelhaltigen Bädern in den Bergen. Gäste sammeln Stempel in einem Heft, um möglichst viele davon zu besuchen. In der Altstadt nahe dem Bahnhof steht das Takegawara Onsen, ein hölzerner Bau von 1938, in dem man sich im Sandbad von Bademeistern mit warmem schwarzem Sand bedecken lässt. Am Strand von Shōningahama gibt es ein Sandbad mit Meerblick.
Sehenswürdigkeiten in Beppu: die Höllen
Die Jigoku, die Höllen, sind kochende Quellen, die zu heiß zum Baden sind und als Naturschauspiel besichtigt werden. Im Stadtteil Kannawa liegen die meisten: Die Umi Jigoku leuchtet kobaltblau wie das Meer, die Chinoike Jigoku blutrot durch eisenhaltigen Ton, und in der Oniishibōzu Jigoku blubbern graue Schlammblasen wie kahle Mönchsköpfe. Etwas abseits schießt die Tatsumaki Jigoku in regelmäßigen Abständen als Geysir in die Höhe. Mit einem Kombiticket lassen sich mehrere Höllen an einem Tag besuchen, ein Bus verbindet sie. Von Kannawa aus sieht man über die Dächer die Dampfsäulen aufsteigen, ein Bild, das zum Wahrzeichen der Stadt geworden ist.
Essen in Beppu
In Kannawa wird mit Erdwärme gekocht: Beim Jigoku-Mushi legt man Gemüse, Eier, Meeresfrüchte und Fleisch in Körbe und lässt sie im heißen Dampf der Quellen garen, in einigen Lokalen auch selbst. Typisch für die Präfektur sind Toriten, frittiertes Hühnchen im Tempurateig, und Dango-Jiru, eine Suppe mit flachen Nudeln. Beppu-Reimen, kalte Nudeln in klarer Brühe, kamen nach dem Krieg mit Rückkehrern aus der Mandschurei in die Stadt. Abends öffnen im Viertel um den Bahnhof Izakaya und kleine Bars, in denen auch die vielen internationalen Studenten der Ritsumeikan-Asien-Pazifik-Universität verkehren.
Bäder für jeden Geschmack
Neben den großen Hotelbädern gibt es in Beppu Hunderte kleine Gemeinschaftsbäder, in denen Anwohner für wenig Geld täglich baden; Besucher sind in vielen willkommen, sollten aber die Etikette beachten und sich vor dem Baden gründlich waschen. In Myōban in den Bergen wird in Strohhütten Badesalz aus Mineralien gewonnen, und man badet in milchig-blauem Wasser mit Blick auf die Bucht. Im Hyōtan Onsen kann man zwischen Wasserfallbad, Dampfbad und Sandbad wählen, und in Hotta gibt es Dampfbäder, die schon in der Edo-Zeit beliebt waren.
Anreise, Ausflüge und beste Reisezeit
Vom Flughafen Ōita fahren Busse in etwa 45 Minuten nach Beppu, mit dem Limited Express Sonic ist man von Hakata in rund zwei Stunden hier. Fähren verbinden über Nacht mit Osaka und Kōbe. Die Seilbahn auf den Tsurumi-dake bietet Blick über die Bucht. Lohnend sind Ausflüge in das Onsenstädtchen Yufuin oder auf die Kunisaki-Halbinsel. Die beste Reisezeit ist von Herbst bis Frühling, wenn heiße Bäder besonders wohltun.

