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Tokio

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Land
Japan
Städte
25
Zuordnung
über Koordinaten
§ 3

Tokio: Weltstadt zwischen Schrein und Hochhaus

Reiseführer · redaktionell

Ein Urlaub in Tokio beginnt meist mit Staunen über die schiere Größe – und endet mit der Erkenntnis, dass diese Metropole aus Dutzenden überschaubarer Viertel besteht, jedes mit eigenem Charakter. Die Präfektur Tokio reicht von den 23 Stadtbezirken an der Bucht über die bewaldeten Hügel von Okutama bis zu Inseln mitten im Pazifik. Wer genau hinschaut, findet hinter Neonfassaden stille Gassen, Holzhäuser und kleine Schreine.

Eine Präfektur, viele Gesichter

Verwaltungsrechtlich ist Tokio eine Präfektur und keine gewöhnliche Stadt. Zu ihr gehören die 23 Sonderbezirke, die das eigentliche Zentrum bilden, die westlich anschließende Tama-Region mit Städten wie Hachiōji, Machida, Tachikawa, Fuchū, Kokubunji, Tama und Higashimurayama sowie die Izu- und Ogasawara-Inseln. Letztere liegen rund 1.000 Kilometer südlich, sind nur per Schiff in etwa 24 Stunden erreichbar und gehören zum UNESCO-Welterbe. Im äußersten Westen steigt das Land zu Bergen auf, die über 2.000 Meter hoch sind; dort entspringt der Tama-Fluss, an dessen Ufern sich Wanderwege und Badestellen finden.

Sehenswürdigkeiten in Tokio

Der älteste Tempel der Stadt, der Sensō-ji in Asakusa, empfängt Besucher durch das rote Kaminarimon-Tor mit seiner riesigen Papierlaterne; die Ladenstraße Nakamise verkauft davor Reiscracker und Fächer. Nur wenige Stationen entfernt erhebt sich der Tokyo Skytree, mit 634 Metern der höchste Fernsehturm der Welt. Im Westen liegt der Meiji-Schrein in einem künstlich angelegten Wald, gleich daneben die Modestraßen von Harajuku und die berühmte Kreuzung von Shibuya, über die zu Stoßzeiten Tausende gleichzeitig laufen. Den Kaiserpalast umgeben Wassergräben und mächtige Steinmauern der einstigen Burg Edo; die Ostgärten sind öffentlich zugänglich. Kunstinteressierte finden im Ueno-Park gleich mehrere große Museen, darunter das Nationalmuseum mit der bedeutendsten Sammlung japanischer Kunst.

Viertel zum Entdecken

Zu den lohnendsten Tokio Reisezielen gehören die Gegenden, in denen das alte Edo noch spürbar ist. Yanaka mit seinen Friedhöfen, Tempeln und Katzen hat den Krieg weitgehend unbeschadet überstanden. Shimokitazawa lebt von Secondhand-Läden und kleinen Theatern, Kagurazaka von Kopfsteinpflaster und französischen Bistros, die Tür an Tür mit traditionellen Teehäusern liegen. Abends zieht es viele nach Shinjuku: In der Golden Gai drängen sich rund 200 winzige Bars auf engstem Raum, und vom Rathaus aus blickt man kostenlos über das Lichtermeer – bei klarer Sicht bis zum Fuji.

Grünes Tokio im Westen

Wer die Präfektur nur mit Hochhäusern verbindet, unterschätzt sie. Von Hachiōji aus erreicht man in wenigen Minuten den Mount Takao, einen der meistbestiegenen Berge der Welt, mit dem Tempel Yakuō-in und Blick über die Kantō-Ebene. Im Showa-Kinen-Park in Tachikawa blühen im Frühjahr Kirschbäume, im Herbst leuchten Ginkgo-Alleen. Noch weiter draußen, in Okutama, wandert man durch Zedernwälder zu Wasserfällen und Tropfsteinhöhlen. Fuchū ist für seinen alten Ōkunitama-Schrein und die Pferderennbahn bekannt, Tama für die Sanrio-Puroland-Welt.

Essen und Trinken

Keine Stadt der Welt hat mehr Restaurants mit Michelin-Sternen, doch man isst in Tokio auch für wenig Geld hervorragend. Sushi im Edomae-Stil stammt von hier, ebenso Monjayaki, eine flüssige Variante des Pfannkuchens, die man in Tsukishima direkt auf der heißen Platte zubereitet. Rund um den alten Fischmarkt in Tsukiji gibt es frühmorgens Thunfisch, Tamagoyaki und Austern; der Großmarkt selbst ist nach Toyosu umgezogen. Ramen-Küchen in Ikebukuro, Tempura-Läden in Asakusa und die Food-Hallen in den Kaufhäusern, die Depachika, zeigen die Bandbreite. Dazu trinkt man Sake, Highball oder grünen Tee.

Anreise, Unterwegs und beste Reisezeit

Internationale Flüge landen in Haneda, das nah am Zentrum liegt, oder in Narita im benachbarten Chiba. In der Stadt sind U-Bahn und JR-Ringlinie Yamanote unschlagbar; eine aufladbare IC-Karte wie Suica oder Pasmo erleichtert das Fahren. Shinkansen-Züge starten am Bahnhof Tokio und in Shinagawa nach Kyōto, Osaka oder Sendai. Als beste Reisezeit gelten Ende März bis Anfang April zur Kirschblüte, wenn im Ueno-Park und am Meguro-Fluss gefeiert wird, sowie der Herbst mit klarer Luft und bunten Blättern. Der Sommer ist heiß und schwül, bringt aber Feuerwerke am Sumida-Fluss und Tempelfeste; der Winter ist trocken, sonnig und ideal für Fuji-Blicke.