Machida entdecken: Hügelland am Rand von Tokio
Reiseführer · redaktionellAuf der Landkarte ragt Machida wie eine Halbinsel aus Tokio in die Präfektur Kanagawa hinein – Einheimische witzeln deshalb gern, ihre Stadt gehöre eigentlich zu Kanagawa. Für eine Reise nach Machida sprechen eine quirlige Einkaufszone rund um den Bahnhof, grüne Hügel und einige überraschende Museen, alles nur eine gute halbe Stunde von Shinjuku entfernt.
Handelsplatz der Seidenstraße
Schon in der Edo-Zeit war Machida ein Marktort, an dem Händler Rohseide aus den Bergen Westjapans umschlugen, bevor sie über den Hafen Yokohama in die Welt ging. Der Weg wird heute als „japanische Seidenstraße“ bezeichnet. Mit der Odakyū-Linie und der Yokohama-Linie wurde Machida im 20. Jahrhundert zum Knotenpunkt und zur Wohnstadt für Tokio-Pendler. Das Zentrum heißt Haramachida; hier konzentrieren sich Kaufhäuser, Elektronikmärkte, Spielhallen und die schmalen Gassen der Nakamise-Einkaufsstraße.
Sehenswürdigkeiten in Machida
Im Serigaya-Park liegt das Museum für Druckgrafik, eines der wenigen Museen Japans, das sich ganz dem Holzschnitt, der Radierung und dem Siebdruck widmet, von Ukiyo-e bis zur Gegenwart. Der Park selbst lädt mit Bächen und Kinderspielplätzen zum Verweilen ein. Im Norden liegt der Yakushi-ike-Park um einen alten Bewässerungsteich, berühmt für Lotusblüten im Sommer, Kirschblüte im Frühling und ein historisches Bauernhaus. Gleich daneben lebt im Machida Risu-en eine große Schar Eichhörnchen frei in einem Wäldchen. Ein Ort für Kulturinteressierte ist Buaisō im Stadtteil Tsurukawa, das strohgedeckte Landhaus des Diplomaten Shirasu Jirō und der Essayistin Shirasu Masako, die hier während und nach dem Krieg lebten.
Essen und Ausgehen in Machida
Rund um den Bahnhof drängen sich Ramen-Läden, Izakaya, Yakiniku-Grills und Cafés. Die kleinen Lokale in den Gassen von Haramachida sind beliebt bei Studenten der zahlreichen Hochschulen der Gegend, entsprechend lebhaft ist das Nachtleben mit Karaoke-Bars und Kneipen. Auf dem Land rund um die Stadt wird Gemüse angebaut, das in Hofläden und auf Märkten verkauft wird.
Grünes Hinterland
Wer Machida nur als Pendlerstadt kennt, unterschätzt ihr Umland. Im Norden gehen die Wohnsiedlungen in die bewaldeten Tama-Hügel über, die als Satoyama-Landschaft mit Reisterrassen, Bambushainen und Bauernhäusern erhalten sind. Im Gebiet um Oyamada und Tsurukawa führen Wanderwege durch Eichenwälder, in denen im Frühsommer Glühwürmchen leuchten. Der Sakai-Fluss, der die Grenze zu Kanagawa markiert, wird von einem Radweg begleitet. So lässt sich ein Tag in Machida leicht teilen: vormittags Museum oder Park, nachmittags durch die Hügel, abends in die Gassen von Haramachida.
Fußball, Anreise und beste Reisezeit
Mit dem FC Machida Zelvia hat die Stadt seit 2024 einen Klub in der ersten Liga, dessen Stadion im Nozuta-Park auf einem Hügel liegt. Die Odakyū-Linie verbindet Machida mit Shinjuku sowie mit Enoshima und Hakone, die JR Yokohama-Linie mit Shin-Yokohama und dem Shinkansen. Zum Flughafen Haneda fahren Direktbusse. Am schönsten ist Machida im Frühling und im Herbst; im Juli und August blüht der Lotus im Yakushi-ike-Park. Im November leuchten die Ahornbäume im Serigaya-Park besonders schön.
