Stadt · Ebene 3

Toyama · 富山市

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Region
Präfektur Toyama, Japan
Einwohner
413.028
Zentrum
36.6958° N · 137.2136° E
Stadtteile
–
Toyama – Stadtansicht
Toyama · © Tommaco U · CC BY-SA 3.0
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Karte von Toyama

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§ 3

Toyama entdecken: Glaskunst, Bucht und Alpenblick

Reiseführer · redaktionell

Zwischen der tiefen Toyama-Bucht und den fast 3.000 Meter hohen Gipfeln der Tateyama-Kette liegt eine Stadt, die viele Japanreisende nur als Umsteigepunkt kennen. Dabei lohnt sich Toyama für eine Städtereise in eigener Sache: wegen ihrer Glaskunst, ihrer Fischmärkte und der Straßenbahn, die hier zum Vorbild für ganz Japan wurde.

Medizinhändler und Wiederaufbau

Seit der Edo-Zeit ist Toyama mit Arzneien verbunden. Die sogenannten Kusuri-uri zogen mit Holzkisten voller Kräuterpräparate durchs Land und ließen bei ihren Kunden einen Vorrat da, abgerechnet wurde erst beim nächsten Besuch. Das Prinzip hat bis heute Spuren hinterlassen, die Pharmaindustrie ist ein wichtiger Arbeitgeber. 1945 wurde die Innenstadt durch Luftangriffe fast vollständig zerstört. Die Burg Toyama im Stadtzentrum ist daher ein Nachbau von 1954, beherbergt aber ein Heimatmuseum und steht in einem hübschen Park mit Burggraben.

Sehenswürdigkeiten in Toyama

Das moderne Gesicht der Stadt zeigt sich im TOYAMA Kirari, einem von Kengo Kuma entworfenen Bau mit Holzlamellen, in dem Stadtbibliothek und das Toyama Glass Art Museum untergebracht sind. Glas hat hier Tradition – aus den Fläschchen der Medizinhändler entwickelte sich eine lebendige Studioglasszene, die man auch im Glass Studio im Süden der Stadt erleben kann. Im Fugan-Kanal-Kansui-Park spiegeln sich Brücken und ein Aussichtsturm im Wasser, und die Starbucks-Filiale am Kanal gilt als eine der schönstgelegenen Japans. Auf der Iwase-Halbinsel im Norden haben sich alte Handelshäuser der Kitamaebune-Schifffahrt erhalten, von denen einige als Sake-Brauerei oder Museum dienen.

Essen und Trinken in Toyama

Die Toyama-Bucht wird wegen ihres Artenreichtums gern als natürliches Aquarium bezeichnet. Im Frühjahr leuchten die Glühwürmchenkalmare (hotaru-ika), die man gekocht mit Senf-Miso isst. Shiro-ebi, winzige weiße Garnelen, gelten als Spezialität der Bucht und kommen roh oder als Tempura auf den Tisch. Ein beliebtes Mitbringsel ist Masu-zushi, gepresster Forellensushi in Bambusblättern. Wer es deftiger mag, probiert Toyama Black, eine fast schwarze, sehr salzige Sojaramen, die ursprünglich für hart arbeitende Männer erfunden wurde. Dazu passen lokale Sake, gebraut mit dem weichen Schmelzwasser der Berge.

Ausgehen und Stadtleben

Abends konzentriert sich das Leben im Viertel Sakurakichō nahe dem Bahnhof und entlang der überdachten Einkaufsstraße Sōgawa im Zentrum. Hier mischen sich kleine Izakaya, in denen der Tagesfang aus der Bucht auf Kreidetafeln steht, mit Bars, in denen lokaler Sake und Whisky ausgeschenkt werden. In der Gegend um den Grand Plaza, einen überdachten Platz mit Glasdach, finden an Wochenenden Märkte und Konzerte statt. Wer Kunsthandwerk sucht, wird in Takaoka fündig, der Nachbarstadt mit Gießereitradition und einem großen Bronzebuddha. Als Erinnerung an die Medizinhändler kann man im Ikeda-ya Yasubei Shōten noch traditionelle Arzneien kaufen und zusehen, wie Pillen von Hand gerollt werden.

Unterwegs in Toyama und Ausflüge

Seit 2015 bringt der Hokuriku-Shinkansen Reisende in gut zwei Stunden von Tokio nach Toyama, Kanazawa ist nur rund 20 Minuten entfernt. Vor Ort ist die Straßenbahn das ideale Verkehrsmittel: Ringlinie und Stadtbahn wurden 2020 unter dem Bahnhof hindurch verbunden, sodass man ohne Umsteigen bis zur Hafengegend Iwase fährt. Der kleine Flughafen Toyama (TOY) liegt südlich der Stadt. Die beste Reisezeit hängt vom Ziel ab: Von etwa Mitte April bis November ist die Tateyama-Kurobe-Alpenroute geöffnet, im Frühjahr mit meterhohen Schneewänden. Mit dem Bus erreicht man die UNESCO-Welterbedörfer von Gokayama mit ihren steilen Strohdachhäusern, und die Unazuki-Schlucht lockt im Oktober mit Herbstfarben.

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