Funabashi entdecken: Bucht, Pferderennen und Tempel
Reiseführer · redaktionellFür viele Tokioter ist Funabashi nur ein Pendlerbahnhof auf dem Weg nach Chiba. Wer bei einer Reise in die Hauptstadtregion aber einmal aussteigt, findet einen großen Nichiren-Tempel, eine der berühmtesten Pferderennbahnen Japans und Wattflächen an der Tokio-Bucht, an denen Familien nach Muscheln graben.
Vom Fischerdorf zur Pendlerstadt
Der Name Funabashi bedeutet Schiffsbrücke und soll auf eine Brücke aus aneinandergebundenen Booten zurückgehen, die einst den Fluss Ebi überspannte. In der Edo-Zeit war die Stadt Poststation an den Straßen nach Narita und Chiba sowie ein Fischerort, dessen Fänge auf den Märkten von Edo landeten. Der Funabashi-Daijingū-Schrein, dessen Leuchtturm aus der Meiji-Zeit an die Seefahrt erinnert, ist bis heute ein wichtiger lokaler Schrein. Mit dem Ausbau der Bahnlinien wuchs Funabashi nach dem Krieg zu einer der bevölkerungsreichsten Städte Chibas.
Sehenswürdigkeiten in Funabashi
Im Stadtteil Nakayama liegt der Hokekyō-ji, einer der Haupttempel der Nichiren-Schule, gegründet im 13. Jahrhundert. Eine fünfstöckige Pagode und die mächtige Haupthalle stehen in einem ruhigen Tempelbezirk mit kleinen Läden am Zugangsweg. Wenige Minuten entfernt befindet sich die Rennbahn Nakayama, wo im Dezember das Arima Kinen ausgetragen wird, eines der meistbeachteten Galopprennen Japans. Familien zieht der Andersen-Park an, ein weitläufiger Park mit dänisch inspirierter Windmühle, Blumenfeldern und Spielbereichen. An der Bucht bietet der Strandpark Sanbanze im Frühjahr und Frühsommer Muschelgraben bei Ebbe und weite Blicke über das Wasser.
Essen und Einkaufen
Funabashi ist bekannt für seine Birnen, die im Spätsommer an Ständen entlang der Straßen verkauft werden. Die inoffizielle Birnenfigur Funassyi, ein hyperaktives gelbes Maskottchen, machte die Stadt landesweit bekannt. Aus der Bucht kommen Muscheln und Kohada, ein kleiner Fisch für Sushi. Rund um die Bahnhöfe Funabashi und Nishi-Funabashi gibt es Izakaya, Ramenläden und Kneipenviertel, die abends belebt sind. Die LaLaport Tokyo-Bay gehört zu den größten Einkaufszentren der Region und ist an Wochenenden ein Ausflugsziel für sich.
Stadtviertel und Alltag
Der Bahnhof Funabashi ist mit seinen Kaufhäusern, Arkaden und Seitenstraßen das Herz der Stadt. Nördlich davon wird es ruhiger: In Wohnvierteln wie Narashinodai oder Takanedai prägen Einfamilienhäuser, Gemüsefelder und kleine Schreine das Bild. Nishi-Funabashi ist ein wichtiger Umsteigeknoten mit eigenen Einkaufsstraßen und Kneipengassen. Südlich der Bahnlinie reicht die Stadt bis an das aufgeschüttete Hafengelände, wo Lagerhäuser, Sportanlagen und das IKEA-Möbelhaus stehen. Am Funabashi-Daijingū findet im Oktober ein großes Herbstfest statt, an dem tragbare Schreine durch die Straßen getragen werden. Im Sommer lohnt zudem ein Spaziergang durch die Obstgärten und Felder im Norden der Stadt, wo Bauern Birnen und Gemüse direkt am Hof verkaufen.
Unterwegs und beste Reisezeit
Funabashi ist bestens angebunden: Die JR-Sōbu-Linie erreicht Tokio in rund 25 Minuten, dazu kommen die Keisei-Linie Richtung Narita, die Tōbu-Urban-Park-Linie und die U-Bahn-Linie Tōzai bis Nishi-Funabashi. Beide Tokioter Flughäfen liegen in etwa einer Stunde Entfernung. Die beste Reisezeit ist das Frühjahr, wenn im Andersen-Park die Blumen blühen und die Muschelsaison beginnt, sowie der Herbst. Wer die Rennbahn erleben will, plant einen Renntag ein.

