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Italien

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Italien entdecken: Von den Alpen bis Sizilien

Reiseführer · redaktionell

Ein Urlaub in Italien beginnt für viele Deutsche schon hinter dem Brenner, wenn die Dörfer Südtirols in Weinberge und Zypressen übergehen. Auf rund 1.200 Kilometern von Nord nach Süd liegen Gletscher, Seen, Renaissancestädte, Vulkane und Inseln, und jede Region hat ihre eigene Küche. Kein anderes Land der Welt zählt mehr Welterbestätten.

Regionen zwischen Alpen und Mittelmeer

Der Norden wird von den Alpen und den Dolomiten geprägt, deren bleiche Felstürme rund um die Drei Zinnen und die Seiser Alm Wanderer und Kletterer anziehen. Am Alpenrand liegen der Gardasee, der Comer See und der Lago Maggiore mit Palmen, Zitronengärten und Villen. Südlich davon breitet sich die flache Poebene aus, Italiens Kornkammer und Heimat von Parmesan und Parmaschinken.

Die Toskana mit ihren Hügeln, Zypressenalleen und Weingütern im Chianti zählt zu den klassischen Italien-Reisezielen, doch auch Umbrien und die Marken bieten diese Landschaft, oft ruhiger. An der Küste folgen die bunten Dörfer der Cinque Terre in Ligurien, die Steilküste von Amalfi südlich von Neapel und die Trulli-Landschaft Apuliens am Absatz des Stiefels. Sizilien hat mit dem Ätna den aktivsten Vulkan Europas, Sardinien Buchten mit Wasser in karibischen Farben. Dazwischen liegen kleinere Inseln wie Capri, Ischia, Elba und die Liparischen Inseln mit dem ständig grollenden Stromboli.

Rom, Florenz, Venedig und die großen Städte

Wer die großen Sehenswürdigkeiten in Italien sehen will, beginnt meist in Rom, einer Stadt, in der sich Epochen stapeln. Das Kolosseum, das Forum Romanum und das Pantheon stehen mitten im Verkehr, nur wenige Schritte von barocken Plätzen wie der Piazza Navona. Im Vatikan warten der Petersdom und die Sixtinische Kapelle, und abends wird in Trastevere gegessen. Florenz bündelt die Renaissance auf engem Raum, von Brunelleschis Domkuppel über die Uffizien bis zum David in der Galleria dell'Accademia. Venedig bleibt einzigartig, ohne Autos, mit Kanälen und Vaporetti, an Spitzentagen wird inzwischen eine Eintrittsgebühr für Tagesbesucher erhoben.

Mailand ist die Stadt der Mode und des Designs, mit dem gotischen Dom, Leonardos Abendmahl und dem Aperitivo in den Navigli. Turin, einst Residenz der Savoyer, hat elegante Arkaden, das Ägyptische Museum und eine Kaffeehauskultur. Bologna ist die Stadt der Türme, Arkaden und der ältesten Universität Europas, Genua besitzt eine der größten mittelalterlichen Altstädte des Kontinents. Neapel ist laut, chaotisch und herzlich, mit Pompeji und Herculaneum vor der Tür. Auf Sizilien stehen Palermo mit seinen arabisch-normannischen Kirchen und Märkten wie dem Ballarò sowie Catania am Fuß des Ätna auf dem Programm.

Kultur und Geschichte

Etruskische Gräber, römische Straßen, byzantinische Mosaike in Ravenna, griechische Tempel in Agrigent und Paestum: Die Geschichte Italiens ist überall sichtbar. Erst 1861 wurde das Land geeint, vorher war es ein Flickenteppich aus Stadtrepubliken, Herzogtümern, dem Kirchenstaat und Königreichen. Dieser lange Partikularismus erklärt, warum Florentiner, Neapolitaner und Venezianer bis heute stolz auf ihre Eigenheiten sind. Mit rund 60 Welterbestätten führt Italien die UNESCO-Liste an.

Im Alltag lebt die Kultur in der Passeggiata, dem abendlichen Spaziergang über den Corso, in den Patronatsfesten mit Prozessionen und Feuerwerk und in Ereignissen wie dem Palio von Siena, bei dem Reiter der Stadtviertel ohne Sattel um die Piazza del Campo jagen. Die Oper hat in der Arena von Verona und der Mailänder Scala ihre berühmtesten Bühnen.

Essen und Trinken in Italien

Die italienische Küche ist eigentlich eine Sammlung regionaler Küchen. Rom ist bekannt für Carbonara und Cacio e pepe, Bologna für Tagliatelle al ragù und Mortadella, Neapel für die Pizza mit weichem, luftigem Rand. In Mailand gehört Risotto alla milanese mit Safran auf den Tisch, in Ligurien Pasta mit Pesto Genovese, in Sizilien Arancini, Caponata und Cannoli. Die Toskana serviert Bistecca alla fiorentina und Ribollita, einen Brotsuppen-Eintopf.

Beim Wein reicht die Auswahl vom Barolo im Piemont über den Chianti und Brunello in der Toskana bis zum Primitivo in Apulien und dem Nero d'Avola auf Sizilien. Der Espresso wird an der Bar im Stehen getrunken, Cappuccino gilt nach dem Mittag als Stilbruch, und vor dem Abendessen ist der Aperitivo mit Spritz oder Negroni fast Pflicht.

Unterwegs in Italien

Aus Süddeutschland erreicht man Norditalien bequem mit dem Auto über den Brenner oder durch die Schweiz, Autobahnen sind mautpflichtig. Wichtige Flughäfen sind Rom-Fiumicino, Mailand-Malpensa und Linate, Venedig, Neapel, Bologna, Catania und Palermo. Die Bahn ist für Städtereisen das beste Verkehrsmittel: Hochgeschwindigkeitszüge von Trenitalia und Italo verbinden Mailand und Rom in rund drei Stunden, Florenz und Bologna liegen auf der Strecke. In den Altstädten gelten oft Zufahrtsbeschränkungen für Autos, die sogenannten ZTL-Zonen, deren Kameras teure Bußgelder nach sich ziehen können. Für die Toskana, Apulien oder Sizilien lohnt dennoch ein Mietwagen.

Beste Reisezeit für Italien

Die beste Reisezeit für Italien sind Frühjahr und Herbst. Im April, Mai und Juni sowie im September und Oktober liegen die Temperaturen in Rom und Florenz bei 20 bis 28 Grad, die Zahl der Besucher ist geringer als im Hochsommer. Im Juli und August klettern die Werte im Süden und in den Städten oft über 35 Grad, dann zieht es viele an die Strände oder in die Berge. Badeurlaub am Meer ist von Juni bis September ideal, in Sizilien bis in den Oktober hinein. Die Dolomiten sind für Wanderungen von Juni bis Oktober zugänglich und im Winter eines der beliebtesten Skigebiete Europas.