Rimini entdecken: Strand, Römer und Fellini
Reiseführer · redaktionellKilometerlange Sandstrände, bunte Sonnenschirmreihen und eine Altstadt mit zweitausend Jahre alten Römerbauten: Rimini ist mehr als der Inbegriff des italienischen Badeurlaubs. Wer einen Urlaub in Rimini plant, kann morgens am Meer liegen, nachmittags über die Tiberiusbrücke spazieren und abends in einer der Strandbars den Sonnenuntergang erleben.
Römisches Erbe und Renaissance
Die Römer gründeten Ariminum 268 v. Chr. als Knotenpunkt am Ende der Via Flaminia und am Beginn der Via Aemilia. Davon zeugen der Augustusbogen, das älteste erhaltene römische Stadttor Norditaliens, und die Tiberiusbrücke, über die nach fast zwei Jahrtausenden noch immer Menschen gehen. Im 15. Jahrhundert herrschte die Familie Malatesta; Sigismondo Pandolfo Malatesta ließ von Leon Battista Alberti den Tempio Malatestiano errichten, ein Schlüsselwerk der Frührenaissance, das heute als Kathedrale dient. Im Museo della Città und in der Domus del Chirurgo, dem Haus eines römischen Arztes mit über hundert chirurgischen Instrumenten, wird diese Geschichte greifbar.
Sehenswürdigkeiten in Rimini
Das Zentrum rund um die Piazza Cavour mit dem Fischbrunnen und dem Teatro Galli, das nach Jahrzehnten als Kriegsruine 2018 wiedereröffnet wurde, ist überschaubar und gut zu Fuß zu entdecken. Jenseits der Tiberiusbrücke liegt der Borgo San Giuliano, ein ehemaliges Fischerviertel mit bunten Häusern und Wandbildern, die an Federico Fellini erinnern. Der Regisseur wurde 1920 in Rimini geboren, seine Kindheitserinnerungen verarbeitete er im Film „Amarcord“. Das Fellini-Museum verteilt sich auf das Castel Sismondo, den Palazzo del Fulgor und die Piazza Malatesta. Am Meer markiert das Grand Hotel aus dem Jahr 1908 den eleganten Anfang der Strandpromenade.
Strand und Nachtleben
Der Sandstrand zieht sich rund 15 Kilometer an der Adria entlang, von Torre Pedrera im Norden bis Miramare im Süden. Die Strandbäder, „Bagni“, sind durchnummeriert und vermieten Liegen und Schirme, dazwischen gibt es freie Abschnitte. Das Wasser ist flach und kinderfreundlich, viele Bagni haben Spielplätze, Beachvolleyballfelder und Restaurants. Rimini und die benachbarte Riviera Romagnola sind zudem für ihr Nachtleben bekannt: Strandbars, Diskotheken in den Hügeln und im Sommer Konzerte und Partys bis zum Morgen. Anfang Juli feiert die ganze Küste die „Notte Rosa“ mit Musik und Feuerwerk.
Essen in Rimini
Typisch ist die Piadina, ein dünnes Fladenbrot, das an Kiosken frisch gebacken und mit Rohschinken, Squacquerone-Käse und Rucola gefüllt wird. Aus der Adria kommen Sardinen, Muscheln und frittierte Meeresfrüchte, aus dem Hinterland Passatelli in Brühe, Strozzapreti und ein kräftiger Sangiovese. Für Frisches lohnt der Mercato Coperto neben dem Castel Sismondo.
Unterwegs und Ausflüge
Der kleine Flughafen Federico Fellini wird vor allem saisonal angeflogen, Bologna ist mit dem Zug in etwa einer Stunde erreichbar. Der Schnellbus Metromare verbindet Rimini mit Riccione auf eigener Trasse. Die beste Reisezeit für den Badeurlaub ist Juni bis September, die Altstadt lohnt auch im Frühling und Herbst. Ausflüge führen in den Zwergstaat San Marino, auf die Burg von San Leo und in das mittelalterliche Santarcangelo di Romagna.











