Emilia-Romagna: Feinkost, Kunststädte und Riviera
Reiseführer · redaktionellParmaschinken, Balsamico und Tortellini, dazu byzantinische Mosaiken, Ferrari und die längste Strandpromenade Italiens: Die Emilia-Romagna ist eine Region für Genießer. Ein Urlaub in der Emilia-Romagna verbindet Städtereisen entlang der alten Via Emilia mit Badeferien an der Adria.
Zwei Landesteile, eine Region
Der Doppelname erzählt die Geschichte. Die Emilia im Westen mit Parma, Reggio, Modena und Bologna war über Jahrhunderte von Herzogtümern und dem Kirchenstaat geprägt, die Romagna im Osten mit Ravenna, Forlì und Rimini gehörte meist zum Kirchenstaat und hat eigene Dialekte und Gewohnheiten. Verbunden werden die Städte durch die römische Via Emilia, die schnurgerade von Piacenza nach Rimini führt. Nördlich davon erstreckt sich die flache Poebene, die im Osten in das Po-Delta mit seinen Lagunen und Vogelgebieten übergeht. Im Süden steigt der Apennin bis auf über 2.000 Meter an, mit Kastanienwäldern, Burgen und dem Nationalpark Foreste Casentinesi an der Grenze zur Toskana.
Bologna, Parma und Modena
Bologna trägt drei Beinamen: la dotta, die Gelehrte, wegen der ältesten Universität Europas von 1088, la rossa, die Rote, wegen der Ziegeldächer und der politischen Tradition, und la grassa, die Fette, wegen ihrer Küche. Fast 40 Kilometer Arkaden, die UNESCO-Welterbe sind, schützen die Fußgänger vor Regen und Sonne. Die beiden schiefen Türme Asinelli und Garisenda, die Piazza Maggiore und das Marktviertel Quadrilatero gehören zu jedem Besuch. Parma ist elegant und musikalisch, Heimat Verdis und Toscaninis, mit dem achteckigen Baptisterium und Correggios Kuppelfresken im Dom. Modena besitzt einen romanischen Dom von Weltrang und liegt mitten im Motor Valley; in der Umgebung zeigen Museen in Maranello und Modena die Geschichte von Ferrari, nicht weit entfernt sitzen Lamborghini und Ducati.
Sehenswürdigkeiten in der Emilia-Romagna
Ravenna war im 5. und 6. Jahrhundert Hauptstadt des Weströmischen Reiches und danach Sitz des byzantinischen Statthalters. Die frühchristlichen Mosaiken in San Vitale, im Mausoleum der Galla Placidia und in Sant'Apollinare Nuovo leuchten wie am ersten Tag und sind Welterbe. Dante liegt hier begraben. Ferrara wurde unter den Este als erste moderne Planstadt Europas angelegt, ihre Stadtmauer lässt sich mit dem Rad umrunden, und das wasserumgebene Castello Estense dominiert das Zentrum. Kleinere Orte wie Brisighella mit seinem Uhrturm, Dozza mit Wandmalereien oder Castell'Arquato bei Piacenza lohnen Abstecher. Faenza hat der Fayence ihren Namen gegeben und besitzt ein großes Keramikmuseum.
Die Riviera Romagnola
Zwischen Comacchio und Cattolica reihen sich Badeorte mit breiten Sandstränden und dicht gestellten Liegestühlen. Rimini ist der bekannteste, zugleich eine Stadt mit Augustusbogen, Tiberiusbrücke und dem Tempio Malatestiano; Federico Fellini wurde hier geboren. Riccione gilt als schicker und ist für Nachtleben und Einkaufsstraßen bekannt. Cervia mit dem Ortsteil Milano Marittima hat Pinienwälder und historische Salinen, aus denen ein besonders mildes Salz stammt. Cesenatico besitzt einen von Leonardo da Vinci entworfenen Kanalhafen mit historischen Segelbooten. Für Familien gibt es Freizeitparks wie Mirabilandia und Italia in Miniatura. Nur wenige Kilometer landeinwärts thront der Kleinstaat San Marino auf seinem Felsen.
Essen und Trinken
Viele Produkte, die weltweit als italienisch gelten, stammen von hier: Parmigiano Reggiano, Prosciutto di Parma, Culatello di Zibello, Mortadella aus Bologna und der traditionelle Aceto Balsamico aus Modena und Reggio, der mindestens zwölf Jahre reift. Frische Eiernudeln werden von Hand ausgerollt, als Tagliatelle mit Ragù, als Tortellini in Brühe oder als Lasagne. In der Romagna isst man die Piadina, ein dünnes Fladenbrot mit Squacquerone-Käse und Rucola. Dazu passen ein spritziger Lambrusco in der Emilia und ein Sangiovese di Romagna im Osten.
Anreise und beste Reisezeit
Der Flughafen Bologna wird aus vielen europäischen Städten angeflogen, Rimini vor allem saisonal. Bologna ist ein zentraler Bahnknoten: Hochgeschwindigkeitszüge erreichen Florenz in gut einer halben Stunde und Mailand in rund einer Stunde, Regionalzüge fahren die Via Emilia entlang bis Rimini. Für die Städte sind Frühling und Herbst ideal, der Herbst ist zudem Zeit für Trüffel, Pilze und Feste. Die Strände füllen sich von Juni bis August; im Mai und September ist es dort deutlich ruhiger. Im Winter liegen über der Ebene oft Nebel.
















