Parma entdecken: Schinken, Käse und Verdi
Reiseführer · redaktionellParma ist für Feinschmecker ein Pilgerort: Hier entstehen Prosciutto di Parma und Parmigiano Reggiano, die weltweit als Synonyme für italienische Qualität gelten. Doch eine Städtereise nach Parma bietet auch Kunst, Musik und eine elegante, entspannte Altstadt, in der man am liebsten mit dem Fahrrad unterwegs ist.
Herzogtum der Farnese und Bourbonen
Die Römer gründeten Parma an der Via Aemilia. Im 16. Jahrhundert wurde die Stadt Hauptstadt des Herzogtums der Farnese, später der Bourbonen. Nach dem Wiener Kongress regierte hier Marie-Louise, die Witwe Napoleons, die bis heute beliebt ist und der Stadt Brücken, Theater und das Veilchenparfum hinterließ. Der Fluss Parma teilt die Stadt in die Altstadt, Parma Centro, und das Oltretorrente am westlichen Ufer, einst Viertel der Arbeiter und Handwerker.
Sehenswürdigkeiten in Parma
Der romanische Dom beeindruckt mit Correggios Kuppelfresko der Himmelfahrt Mariens, einem Meisterwerk der Untersicht. Daneben steht das achteckige Baptisterium aus rosa Veroneser Marmor mit Skulpturen von Benedetto Antelami. In der Kirche San Giovanni Evangelista malte Correggio eine weitere Kuppel, die Camera di San Paolo zeigt sein frühes Meisterwerk. Der riesige Palazzo della Pilotta beherbergt die Galleria Nazionale, die Biblioteca Palatina und das hölzerne Teatro Farnese aus dem 17. Jahrhundert. Jenseits des Flusses liegt der Parco Ducale, der Park der Herzöge.
Verdi und die Oper
Giuseppe Verdi wurde im nahen Roncole geboren, und Parma pflegt sein Erbe mit großer Leidenschaft. Das Teatro Regio gilt als eines der anspruchsvollsten Opernhäuser Italiens, das Publikum ist für seine strenge Kritik bekannt. Jeden Oktober findet das Festival Verdi statt. Auch Dirigent Arturo Toscanini wurde in Parma geboren; sein Geburtshaus im Oltretorrente ist ein Museum.
Essen in Parma
Parma wurde 2015 von der UNESCO als Kreative Stadt der Gastronomie ausgezeichnet. Prosciutto di Parma reift im Hügelland bei Langhirano, Parmigiano Reggiano in Käsereien der Umgebung, die man auf Führungen besuchen kann. Dazu kommen Culatello di Zibello, ein besonders edler Schinken, Anolini in Brühe, Tortelli d'erbetta mit Ricotta und Kräutern sowie der spritzige Lambrusco. Die Restaurants in Parma reichen von einfachen Trattorien bis zu Sternelokalen, und Feinkostläden rund um die Piazza Garibaldi bieten Kostproben an.
Unterwegs und Ausflüge
Parma hat einen kleinen Flughafen, die meisten Reisenden kommen über Bologna oder Mailand, beide mit dem Zug in rund einer Stunde erreichbar. In der flachen Stadt fahren viele Einwohner Rad, Busse und Trolleybusse ergänzen das Angebot. Ausflüge führen zu den Burgen des Herzogtums wie Torrechiara und Fontanellato, zur Reggia di Colorno und nach Busseto, der Verdi-Stadt. Die beste Reisezeit sind Frühling und Herbst, wenn auch die Feste rund um Schinken und Käse stattfinden, etwa das Schinkenfest in Langhirano im September. Abends trifft man sich zum Aperitivo an der Piazza Garibaldi oder im Oltretorrente, wo kleine Weinbars und Osterie die Gassen füllen. Im Winter liegt oft Nebel über der Poebene, dann sind Museen und Theater die beste Wahl.











