Bergamo entdecken: Città Alta und venezianische Mauern
Reiseführer · redaktionellViele Reisende kennen Bergamo nur vom Flughafen – dabei liegt wenige Kilometer entfernt eine der schönsten Altstädte Norditaliens. Die Città Alta, die Oberstadt hinter mächtigen venezianischen Mauern, ist ein Labyrinth aus Plätzen, Kirchen und Palästen. Eine Städtereise nach Bergamo lohnt sich nicht nur als Zwischenstopp, sondern auch für einen langen Wochenend-Urlaub.
Zwei Städte in einer
Bergamo besteht aus zwei Teilen: der mittelalterlichen Città Alta auf dem Hügel und der Città Bassa, der Unterstadt aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Fast vier Jahrhunderte gehörte Bergamo zur Republik Venedig, die im 16. Jahrhundert die rund sechs Kilometer langen Mauern errichtete. Seit 2017 sind sie zusammen mit anderen venezianischen Festungen als UNESCO-Welterbe geschützt. Im Frühjahr 2020 wurde Bergamo weltweit bekannt, als die Pandemie die Region schwer traf; heute erinnert ein Gedenkwald an die Opfer.
Sehenswürdigkeiten in Bergamo
Die Piazza Vecchia, von Le Corbusier angeblich als schönster Platz Europas gerühmt, ist das Herz der Oberstadt. Hier stehen der Palazzo della Ragione, der Campanone, dessen Glocke jeden Abend um 22 Uhr hundertmal schlägt, und ein Brunnen, den Venedig der Stadt schenkte. Dahinter folgen die Basilika Santa Maria Maggiore mit prachtvollen Intarsien und dem Grab des hier geborenen Komponisten Gaetano Donizetti, sowie die Cappella Colleoni mit ihrer farbigen Marmorfassade. Von der Rocca und vom Hügel San Vigilio, den eine zweite Standseilbahn erschließt, überblickt man die Poebene bis zu den Alpen.
Museen und Unterstadt
Die Accademia Carrara ist eine der bedeutendsten Gemäldesammlungen Italiens, mit Werken von Raffael, Botticelli, Bellini und Tizian. Die GAMeC gegenüber zeigt moderne Kunst. In der Città Bassa verläuft der Sentierone, die Flaniermeile mit Cafés und dem Teatro Donizetti. Viertel wie die Malpensata südlich des Bahnhofs zeigen das alltägliche, multikulturelle Bergamo.
Essen in Bergamo
Die Bergamasker Küche ist deftig: Casoncelli, gefüllte Teigtaschen mit Butter, Salbei und Speck, Polenta mit Käse oder Wild, und Käse aus den Bergamasker Alpen wie Taleggio, Branzi oder Strachitunt. Als Nachtisch gibt es Polenta e osei, ein gelbes Marzipan-Biskuit in Form einer Polentakuppel mit Schokoladenvögeln. Auf die Stracciatella-Eiscreme ist man besonders stolz – sie wurde 1961 in einem Café in der Oberstadt erfunden.
Unterwegs und beste Reisezeit
Der Flughafen Orio al Serio ist nur wenige Kilometer entfernt; Busse fahren zum Bahnhof und weiter in die Oberstadt, eine Bahnverbindung ist im Bau. Zwischen Unter- und Oberstadt pendelt seit 1887 eine Standseilbahn. Mailand ist mit dem Zug in rund einer Stunde erreichbar. Beste Reisezeit sind Frühling und Herbst, wenn sich ein Spaziergang auf den begrünten Mauern rund um die Oberstadt besonders lohnt; im Sommer finden auf der Piazza Vecchia Konzerte statt, und im November ehrt das Donizetti-Opernfestival den berühmtesten Sohn der Stadt. Wer nur einen Zwischenstopp hat, kann vom Flughafen aus in einem halben Tag die Città Alta besuchen. Ausflüge führen an den Iseosee, in die Täler Val Seriana und Val Brembana und zum Comer See.












