Pescara entdecken: Strand, Trabocchi und Arrosticini
Reiseführer · redaktionellPescara ist die jüngste und modernste Stadt der Abruzzen: ein langer Sandstrand, eine Uferpromenade mit Bars und eine Innenstadt mit Fußgängerzonen, in denen man bis spät unterwegs ist. Ein Urlaub in Pescara verbindet Badeleben an der Adria mit Ausflügen zu den Bergen des Gran Sasso und den hölzernen Fischerplattformen der Costa dei Trabocchi.
Eine junge Stadt
Das heutige Pescara entstand 1927 durch den Zusammenschluss von Castellammare Adriatico und dem alten Pescara am Fluss. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt stark bombardiert und danach modern wiederaufgebaut. Berühmtester Sohn ist der Dichter Gabriele D'Annunzio, dessen Geburtshaus in der Altstadt am Corso Manthonè heute ein Museum ist. Auch der Flaiano-Preis für Literatur und Film erinnert an einen hier geborenen Schriftsteller, Ennio Flaiano, Drehbuchautor Fellinis.
Sehenswürdigkeiten in Pescara
Das Wahrzeichen der modernen Stadt ist der Ponte del Mare, eine weiße Fußgänger- und Radbrücke über die Flussmündung, die die Strandpromenaden der Nord- und Südseite verbindet. Die Altstadt, Pescara Vecchia, rund um den Corso Manthonè ist klein, aber lebhaft, mit Restaurants in alten Gewölben. Das Museo delle Genti d'Abruzzo erzählt vom Alltag der Hirten, Bauern und Fischer der Region. Die Kathedrale San Cetteo wurde in den 1930er-Jahren auf Initiative D'Annunzios gebaut. Der Stadtstrand zieht sich über viele Kilometer, gesäumt von Strandbädern; am Südende liegt der Pinienwald Pineta Dannunziana.
Essen in Pescara
Das Lieblingsgericht der Abruzzen sind Arrosticini, kleine Lammspieße vom Holzkohlegrill, die man dutzendweise bestellt. Dazu gehören Brot mit Olivenöl und ein Montepulciano d'Abruzzo. Aus dem Meer kommen Brodetto alla pescarese, ein scharfer Fischeintopf mit Paprika, und frittierte Meeresfrüchte. Pasta alla chitarra wird auf einem Holzrahmen mit Saiten geschnitten und mit Ragù serviert. Süß ist der Parrozzo, ein Mandelkuchen mit Schokoladenüberzug, dem D'Annunzio ein Gedicht widmete.
Ausgehen und Feste
Pescara hat für eine Stadt dieser Größe ein lebhaftes Nachtleben. In der Altstadt reiht sich am Wochenende eine Bar an die nächste, im Sommer verlagern sich Aperitivo und Partys an die Strandbäder. Im Juli bringt das Festival Pescara Jazz seit den 1960er-Jahren internationale Musiker in die Stadt.
Unterwegs und Ausflüge
Der Abruzzo Airport liegt nur wenige Kilometer vom Zentrum entfernt und wird vor allem von Billigfliegern angesteuert. Busse und ein Filobus verbinden die Stadtteile, Rom ist mit dem Bus in rund zweieinhalb Stunden erreichbar. Südlich beginnt die Costa dei Trabocchi, wo Fischer früher auf hölzernen Pfahlplattformen ihre Netze auswarfen; einige Trabocchi sind heute Restaurants. Im Hinterland locken der Gran Sasso, das mittelalterliche Städtchen Chieti und die Majella. Die beste Reisezeit für einen Badeurlaub ist Juni bis September; im Frühjahr und Herbst eignet sich Pescara gut als Ausgangspunkt für Wanderungen, denn in weniger als einer Stunde ist man in den Bergen. Kaum eine andere Region Italiens erlaubt es, am selben Tag im Meer zu baden und im Schnee zu stehen – im späten Frühjahr ist das mit etwas Glück möglich. Eine Radroute, die Via Verde, verläuft auf einer ehemaligen Bahntrasse entlang der Trabocchi-Küste.




