Region · Ebene 2

Piemont

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Land
Italien
Städte
94
Zuordnung
über Koordinaten
§ 3

Piemont: Turin, Langhe und Alpenpanorama

Reiseführer · redaktionell

Am Fuß der Alpen, die es auf drei Seiten umschließen, liegt das Piemont, wörtlich das Land am Fuß der Berge. Wer Urlaub im Piemont macht, entdeckt die barocke Königsstadt Turin, die Weinhügel von Langhe und Roero, weiße Trüffel und das Westufer des Lago Maggiore.

Landschaft am Fuß der Berge

Ein Bogen aus Gipfeln umgibt die Region im Westen und Norden, vom Monte Rosa an der Schweizer Grenze bis zu den Seealpen an der Grenze zu Frankreich und Ligurien. Der Monviso, an dessen Hang der Po entspringt, ist der markanteste Berg. Im Osten öffnet sich das Land zur Reisebene um Vercelli und Novara, wo im Frühjahr die gefluteten Felder wie Spiegel liegen. Südlich des Po wellen sich die Hügel des Monferrato, der Langhe und des Roero, deren Weinberglandschaften seit 2014 UNESCO-Welterbe sind. Im Nordosten grenzt das Piemont an den Lago Maggiore und den kleinen Ortasee.

Turin und Umgebung

Turin war erste Hauptstadt des geeinten Italien und Residenz der Savoyer. Schachbrettartige Straßen, kilometerlange Arkaden und weite Plätze wie die Piazza San Carlo geben der Stadt eine fast französische Eleganz. Das Ägyptische Museum ist nach Kairo das bedeutendste seiner Art, die Mole Antonelliana beherbergt ein Filmmuseum, und im Dom wird das Grabtuch aufbewahrt, das nur selten gezeigt wird. Die Savoyer-Residenzen rund um die Stadt, darunter die riesige Reggia di Venaria, sind Welterbe. Im südlichen Nachbarort Moncalieri steht ebenfalls ein Savoyer-Schloss über dem Po. Hoch über dem Susatal thront die Sacra di San Michele, eine Abtei auf einem Felsgipfel.

Sehenswürdigkeiten im Piemont

Die Langhe sind das bekannteste der Piemont Reiseziele. Alba ist ihr Hauptort, bekannt für die Internationale Messe des Weißen Trüffels im Herbst und als Sitz eines großen Süßwarenherstellers. Von hier führen Straßen durch Weinberge zu Barolo, La Morra, Barbaresco und Grinzane Cavour, wo Burgen über den Reben stehen. Asti ist für seinen Schaumwein und den Palio im September bekannt, ein Pferderennen, das älter ist als das von Siena. Cuneo mit seinen Laubengängen ist Tor zu den Seealpen und Bergtälern wie dem Valle Maira. Am Lago Maggiore liegen Stresa und die Borromäischen Inseln mit dem barocken Garten der Isola Bella. Die Sacri Monti von Varallo und Orta ziehen Pilger und Kunstfreunde an.

Städte und Kultur

Novara ist eine ruhige Provinzhauptstadt mit der hohen Kuppel von San Gaudenzio. Alessandria wurde im 12. Jahrhundert als Bollwerk gegen Barbarossa gegründet und ist Heimat der Borsalino-Hüte, ihre sternförmige Zitadelle ist eine der größten Europas. Biella lebt seit Jahrhunderten von der Wollverarbeitung, große Textilmarken haben hier ihren Ursprung, und Outlets locken Einkäufer. Die Industriegeschichte ist auch in Turin präsent: Fiat, heute Teil von Stellantis, baute hier den Lingotto mit einer Teststrecke auf dem Dach, die heute ein begrünter Pfad ist. In Ivrea erinnert eine Industriestadt an den Schreibmaschinenhersteller Olivetti.

Essen und Trinken

Die piemontesische Küche gilt als eine der feinsten Italiens. Vitello tonnato, Carne cruda all'albese und Bagna cauda, ein warmer Dip aus Knoblauch, Sardellen und Olivenöl, sind Klassiker. Tajarin, sehr dünne Eiernudeln, und Agnolotti del plin werden oft mit weißem Trüffel serviert. Im Winter kommt Bollito misto auf den Tisch. Turin hat die Gianduja-Schokolade, den Bicerin aus Kaffee, Schokolade und Sahne sowie den Wermut hervorgebracht. Zu den großen Weinen gehören Barolo und Barbaresco aus Nebbiolo, daneben Barbera, Dolcetto und der süße Moscato d'Asti. Die Slow-Food-Bewegung wurde in Bra gegründet.

Anreise und beste Reisezeit

Turin ist über den Flughafen Caselle sowie über Hochgeschwindigkeitszüge aus Mailand gut erreichbar, aus Frankreich führen Bahn und Autobahn durch das Susatal. Die Langhe erkundet man am besten mit dem Auto oder dem E-Bike. Die beste Reisezeit liegt im Herbst, wenn von September bis November Weinlese und Trüffelsaison laufen und die Hügel sich färben. Frühling und Frühsommer eignen sich für Seen und Städte, der Sommer für Wanderungen in den Alpentälern. Im Winter laden Skigebiete wie Sestriere und die Via Lattea ein, wo 2006 olympische Wettbewerbe stattfanden.