Cagliari entdecken: Castello, Poetto und Flamingos
Reiseführer · redaktionellAuf einem Kalksteinhügel thront das alte Castello-Viertel, unten glitzert der Golf der Engel, und in den Lagunen am Stadtrand stehen rosa Flamingos: Cagliari, die Hauptstadt Sardiniens, verbindet Stadt und Natur wie kaum ein anderer Ort. Ein Urlaub in Cagliari lässt sich mühelos zwischen Museen, Märkten und einem acht Kilometer langen Sandstrand aufteilen.
Phönizier, Pisaner, Piemontesen
Phönizier und Karthager gründeten den Hafen Karalis, später kamen Römer, deren Amphitheater am Hang noch zu sehen ist. Im 13. Jahrhundert befestigten die Pisaner das Castello mit mächtigen Türmen, danach herrschten über Jahrhunderte die Aragonesen und Spanier. Ab 1720 gehörte Sardinien zum Haus Savoyen. Die verschiedenen Epochen haben vier historische Viertel geprägt: Castello, Marina, Stampace und Villanova.
Sehenswürdigkeiten in Cagliari
Von der Bastione di Saint Remy, einer monumentalen Terrasse aus dem frühen 20. Jahrhundert, blickt man über Dächer, Hafen und Lagunen. Im Castello stehen die Kathedrale Santa Maria mit barocker Ausstattung und die pisanischen Türme Torre dell'Elefante und Torre di San Pancrazio. Die Cittadella dei Musei vereint mehrere Sammlungen, darunter das Archäologische Nationalmuseum mit den Bronzefiguren der Nuraghenkultur und einigen der rätselhaften Riesen von Mont'e Prama. Unten in der Marina, dem einstigen Händler- und Fischerviertel, reihen sich Trattorien aneinander, an der Via Roma laden Arkadencafés mit Blick auf den Hafen ein.
Poetto und Molentargius
Der Stadtstrand Poetto erstreckt sich vom Felsvorsprung Sella del Diavolo, dem „Teufelssattel“, nach Osten. Feiner Sand, flaches Wasser und Strandbars machen ihn im Sommer zum Treffpunkt der Stadt, Busse fahren regelmäßig aus dem Zentrum hin. Gleich dahinter liegt das Naturschutzgebiet Molentargius-Saline, wo ganzjährig Flamingos leben und brüten; auf Wegen und mit dem Fahrrad lässt sich das Gebiet gut erkunden. Ein schöner Sonnenuntergangsort ist der Hügel von Calamosca mit Blick auf den Golf.
Essen und Ausgehen
Cagliaris Küche ist vom Meer geprägt: Fregola mit Venusmuscheln, Spaghetti mit Bottarga, dem getrockneten Meeräschenrogen, und frischer Fisch vom Grill. Dazu kommen sardische Klassiker wie Culurgiones, gefüllte Teigtaschen, und Pane carasau. Der Mercato di San Benedetto zählt zu den größten Markthallen Italiens, mit einem ganzen Stockwerk voller Fisch. Abends trifft man sich in der Marina und in Stampace oder auf den Treppen der Bastione. Zum Essen passen ein Vermentino oder ein Cannonau.
Unterwegs und beste Reisezeit
Der Flughafen Elmas liegt nur wenige Kilometer nordwestlich und ist per Zug mit dem Zentrum verbunden, Fähren verbinden den Hafen mit dem Festland. Die beste Reisezeit sind Mai, Juni, September und Oktober. Anfang Mai zieht beim Fest des Sant'Efisio eine große Prozession in Trachten durch die Stadt. Ausflüge führen an die Strände von Villasimius und Chia mit türkisfarbenem Wasser und Dünen, zur phönizisch-römischen Ruinenstadt Nora bei Pula oder zur Nuraghe Su Nuraxi bei Barumini, einer bronzezeitlichen Turmburg, die als UNESCO-Welterbe geschützt ist. Im Hochsommer wird es heiß, doch der Wind vom Meer macht die Temperaturen erträglich.











