Palermo entdecken: Märkte, Mosaiken und Streetfood
Reiseführer · redaktionellGoldene Mosaiken, Kuppeln im arabischen Stil und Märkte, auf denen die Händler ihre Ware im Singsang anpreisen: Palermo ist das quirlige Herz Siziliens. Wer eine Reise nach Palermo plant, erlebt eine Stadt, in der Phönizier, Araber, Normannen und Spanier ihre Spuren hinterlassen haben – und in der man auf der Straße hervorragend isst.
Eine Stadt vieler Herrscher
Die Phönizier gründeten Ziz im 8. Jahrhundert v. Chr. an einem geschützten Naturhafen. Unter arabischer Herrschaft ab dem 9. Jahrhundert wurde Balarm zu einer der größten Städte des Mittelmeerraums. Die Normannen übernahmen im 11. Jahrhundert und verbanden byzantinische, islamische und lateinische Kunst zu einem einzigartigen Stil; unter dem Staufer Friedrich II. war Palermo ein Zentrum der Gelehrsamkeit. Seit 2015 gehören neun arabisch-normannische Bauwerke in Palermo, Cefalù und Monreale zum UNESCO-Welterbe.
Sehenswürdigkeiten in Palermo
Im Normannenpalast, Sitz des sizilianischen Regionalparlaments, liegt die Cappella Palatina, deren Goldmosaiken und arabische Holzdecke zu den großen Kunstwerken Europas gehören. Die Kathedrale vereint Stile aus acht Jahrhunderten und birgt die Gräber Friedrichs II. und seiner Vorfahren. An der Kreuzung Quattro Canti treffen sich die beiden Hauptachsen der Altstadt, nebenan sorgt der Brunnen auf der Piazza Pretoria mit seinen nackten Figuren seit jeher für Gesprächsstoff. Rote Kuppeln krönen San Giovanni degli Eremiti und San Cataldo, die Martorana zeigt byzantinische Mosaiken. Das Teatro Massimo ist eines der größten Opernhäuser Europas, bekannt aus dem Finale von „Der Pate III“. Makaber, aber eindrucksvoll sind die Kapuzinergruft mit ihren mumifizierten Toten.
Märkte und Essen in Palermo
Palermos Märkte sind Schauplätze des Alltags. Auf dem Ballarò im Viertel Albergheria, dem Capo und der Vucciria türmen sich Schwertfisch, Auberginen, Zitronen und Kapern. Palermo gilt als eine der Streetfood-Hauptstädte Europas: Arancine (in Palermo weiblich), Panelle aus Kichererbsenmehl, Crocchè, Sfincione und für Mutige das Pani ca' meusa, ein Brötchen mit Milz. Pasta con le sarde verbindet Sardinen, wilden Fenchel und Rosinen, Caponata das Süß-Saure der arabischen Küche. Zum Abschluss gibt es Cannoli, Cassata oder im Sommer Granita mit Brioche.
Viertel und Ausgehen
Der erste Stadtbezirk umfasst die vier historischen Mandamenti der Altstadt: Kalsa, Albergheria, Seralcadio und La Loggia. Die Kalsa am Meer, einst arabisches Machtzentrum, hat sich mit Galerien und Bars gewandelt, die Uferpromenade Foro Italico lädt zum Abendspaziergang. Rund um die Via Maqueda, eine Fußgängerzone, und die Piazza Olivella trifft man sich abends. Im Sommer zieht die Stadt an den Strand von Mondello mit seinen Jugendstilvillen am Fuß des Monte Pellegrino. Höhepunkt des Festkalenders ist im Juli das Fest der Stadtheiligen Santa Rosalia mit Prozession und Feuerwerk.
Unterwegs in Palermo
Der Flughafen liegt rund 35 Kilometer westlich bei Punta Raisi; Züge und Busse fahren ins Zentrum. Die Altstadt ist zu Fuß gut zu erkunden, für weitere Strecken gibt es Busse, Straßenbahnlinien in die Außenbezirke und eine S-Bahn. Mit dem Auto in die Altstadt zu fahren, ist wegen enger Gassen und Verkehrsbeschränkungen keine gute Idee. Vom Hafen gehen Fähren nach Neapel, Genua und auf die Liparischen Inseln sowie nach Ustica.
Beste Reisezeit und Ausflüge
Ideal sind Frühling und Herbst, wenn es warm, aber nicht heiß ist; im Juli und August steigen die Temperaturen oft über 35 Grad. Der Winter ist mild und eignet sich für Kulturreisen, denn dann sind Kapellen und Paläste angenehm leer und die Märkte voller Zitrusfrüchte und Artischocken. Pflichtausflug ist der Dom von Monreale mit seinen riesigen Goldmosaiken. Lohnend sind außerdem Cefalù, das Naturreservat Zingaro und der Tempel von Segesta. Cefalù erreicht man mit dem Regionalzug in rund einer Stunde; die Altstadt am Fuß eines Felsens besitzt einen normannischen Dom mit einem riesigen Christus-Pantokrator-Mosaik und einen langen Sandstrand. Weiter westlich liegen die Salinen von Trapani, das Bergstädtchen Erice und die Ägadischen Inseln. Für einen Palermo-Urlaub mit Strand, Kunst und Natur genügt so eine einzige Unterkunft in der Altstadt.














