Venetien: Lagune, Palladio und Dolomiten
Reiseführer · redaktionellVenetien reicht von den Kanälen Venedigs bis zu den Felstürmen der Dolomiten und vom Ostufer des Gardasees bis an die Adriastrände von Jesolo. Wer Urlaub in Venetien macht, kann Opern in der Arena von Verona, Palladio-Villen, Proseccohügel und Badeferien an einem Ort verbinden.
Landschaft zwischen Lagune und Gebirge
Die Region erstreckt sich vom Po-Delta im Süden bis zur österreichischen Grenze. Die Küste besteht aus Lagunen, Nehrungen und flachen Sandstränden. Dahinter liegt eine dicht besiedelte, fruchtbare Ebene, aus der die Euganeischen und die Berischen Hügel aufsteigen. Im Norden folgen die Voralpen mit dem Monte Grappa und dem Hochplateau von Asiago, schließlich die Dolomiten um Cortina d'Ampezzo mit den Drei Zinnen und der Marmolata, dem höchsten Berg der Dolomiten. Im Westen bildet das Ostufer des Gardasees mit Orten wie Bardolino, Garda und Malcesine die Grenze zur Lombardei.
Venedig und die Lagune
Venedig steht auf über hundert Inseln, verbunden durch rund 400 Brücken. Markusplatz, Basilika und Dogenpalast bilden das Zentrum der einstigen Seerepublik, der Canal Grande ist ihre Prachtstraße. Wer ein ruhigeres Venedig sucht, geht ins Cannaregio mit dem alten Ghetto oder nach Castello, wo die Biennale stattfindet. Auf Murano wird Glas geblasen, auf Burano leuchten bunte Fischerhäuser, auf Torcello steht eine Kathedrale mit byzantinischen Mosaiken. An manchen Tagen erheben die Behörden eine Eintrittsgebühr für Tagesbesucher. Am Südende der Lagune liegt Chioggia, eine Fischerstadt mit Kanälen und einem lebhaften Fischmarkt, oft als kleines Venedig bezeichnet.
Verona, Padua, Vicenza und Treviso
Verona ist mit der römischen Arena, in der jeden Sommer Opernfestspiele stattfinden, der Piazza delle Erbe und dem angeblichen Balkon der Julia ein Magnet. Padua besitzt eine der ältesten Universitäten Europas, den ältesten botanischen Garten der Welt und Giottos Fresken in der Scrovegni-Kapelle. Vicenza ist die Stadt Andrea Palladios: Das Teatro Olimpico und die Villa La Rotonda wurden Vorbilder für die klassizistische Architektur bis nach Amerika. Weitere Palladio-Villen säumen den Brenta-Kanal zwischen Padua und Venedig. Treviso, durchzogen von Wasserläufen, gilt als Heimat des Tiramisù und ist dank seines Flughafens oft das erste Ziel von Venedigreisenden.
Sehenswürdigkeiten in Venetien: Strände und Berge
An der Adria liegen einige der größten Badeorte Italiens. Jesolo zieht mit einem breiten, kilometerlangen Sandstrand, Hotels und Nachtleben vor allem Familien und junge Leute an. Caorle ist mit seiner bunten Altstadt, dem runden Glockenturm und dem Fischerhafen ruhiger. Bibione und Sottomarina vervollständigen die Küste. In den Bergen ist Cortina d'Ampezzo, Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2026 gemeinsam mit Mailand, das berühmteste Ziel; im Sommer locken Klettersteige, Hütten und Wanderungen um die Cinque Torri. Die Euganeischen Hügel bieten Thermalorte wie Abano Terme und das Dichterdorf Arquà Petrarca.
Essen und Trinken
In Venedig gehört der Bacaro-Besuch dazu: In kleinen Weinbars bestellt man Cicchetti, Häppchen wie Baccalà mantecato, Sarde in saor und ein Glas Wein, das Ombra heißt. Risi e bisi, Bigoli in salsa und Polenta sind venezianische Grundnahrungsmittel. Der Radicchio aus Treviso, der weiße Spargel aus Bassano und der Asiago-Käse sind regionale Spezialitäten. Weinliebhaber finden Amarone und Valpolicella nördlich von Verona, Soave im Osten und in den Hügeln von Conegliano und Valdobbiadene den Prosecco, dessen Landschaft Welterbe ist. Der Spritz soll hier, in Venetien, erfunden worden sein.
Anreise und beste Reisezeit
Venedig Marco Polo, Treviso und Verona sind gut angeflogen, die Brennerautobahn und Züge aus München erreichen Verona direkt. Innerhalb der Region sind die Städte per Bahn schnell verbunden, Vaporetti bedienen die Lagune. Die beste Reisezeit für Städte sind Frühling und Herbst; im Sommer sind Venedig und die Strände sehr voll, während die Dolomiten zum Wandern ideal sind. Der Karneval im Februar und die Regata Storica im September sind Höhepunkte in Venedig, im Winter kann Hochwasser, Acqua alta, auftreten. Seit 2020 schützen die beweglichen Flutbarrieren des MOSE-Systems die Lagune bei hohen Pegeln, ganz trockene Füße garantieren sie aber nicht.
















