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Venedig · Venezia

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Region
Venetien, Italien
Einwohner
250.369
Zentrum
45.4372° N · 12.3346° E
Stadtteile
13
Venedig – Stadtansicht
Venedig · © Pierbou · CC BY 3.0
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Karte von Venedig

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Venedig entdecken: Kanäle, Campi und Lagune

Reiseführer · redaktionell

Keine Autos, dafür Boote, Brücken und das Plätschern der Kanäle: Venedig ist auf über hundert Inseln in eine Lagune gebaut und bis heute ohne Vergleich. Ein Venedig-Urlaub lohnt sich besonders abseits der großen Ströme, in stillen Campi und auf den Inseln – eine Städtereise, die nachhaltig im Gedächtnis bleibt.

Die Serenissima

Auf der Flucht vor Langobarden und Hunnen siedelten sich Festlandbewohner ab dem 5. Jahrhundert auf den Laguneninseln an. Daraus entstand die Republik Venedig, die „Serenissima“, die über tausend Jahre bestand und zur Seemacht zwischen Orient und Abendland aufstieg. Die Dogen regierten von ihrem Palast am Markusplatz, Kaufleute wie Marco Polo reisten bis China. 1797 beendete Napoleon die Unabhängigkeit. Heute gehört Venedig mit seiner Lagune zum UNESCO-Welterbe; das Hochwasser „Acqua alta“ wird seit einigen Jahren durch das Sperrsystem MOSE an den Laguneneinfahrten gebändigt.

Sehenswürdigkeiten in Venedig

Am Markusplatz stehen der Markusdom mit seinen goldenen Mosaiken, der Campanile und der Dogenpalast, von dem die Seufzerbrücke ins Gefängnis führt. Der Canal Grande, gesäumt von Palästen, zieht sich in einer S-Kurve durch die Stadt; eine Fahrt mit der Vaporetto-Linie 1 ist die günstigste Stadtrundfahrt. Die Rialtobrücke war jahrhundertelang der einzige feste Übergang. Lohnend sind die Frari-Kirche mit Tizians „Assunta“, die Scuola Grande di San Rocco mit Tintorettos Bildzyklus und die Kuppelkirche Santa Maria della Salute. An bestimmten Tagen im Frühjahr und Sommer erhebt die Stadt von Tagesbesuchern eine Eintrittsgebühr; Übernachtungsgäste sind davon befreit.

Sestieri und Inseln

Die Altstadt ist in sechs Sestieri gegliedert. San Marco ist das Zentrum, Cannaregio mit dem ehemaligen Ghetto – das Wort stammt von hier – wirkt ruhiger und alltäglicher. In Castello liegen das Arsenal und die Gärten der Biennale, in Dorsoduro die Kunstmuseen und die Uferpromenade Zattere. San Polo und Santa Croce umfassen den Rialtomarkt und verwinkelte Gassen. Auf dem Lido gibt es Badestrände und jedes Jahr im Spätsommer das Filmfestival. Murano ist für Glas bekannt, Burano für bunte Häuser und Spitze, Torcello für seine byzantinische Kathedrale. Auf dem Festland liegt Mestre, wo viele Einwohner leben und Hotels günstiger sind.

Museen und Kultur

Die Gallerie dell'Accademia zeigt venezianische Malerei von Bellini bis Tiepolo, die Peggy Guggenheim Collection moderne Kunst in einem Palazzo am Canal Grande. Die Fondation Pinault bespielt den Palazzo Grassi und die Punta della Dogana. Alle zwei Jahre verwandelt die Biennale – abwechselnd Kunst und Architektur – Arsenal und Giardini in eine Weltausstellung. Die Oper La Fenice ist nach zwei Bränden prachtvoll wiederaufgebaut. Im Februar feiert die Stadt Karneval mit Masken und Kostümen.

Essen in Venedig

Venezianer gehen zum „Bacaro“: In kleinen Weinbars gibt es Cicchetti, Häppchen wie Baccalà mantecato auf Polenta, Sarde in saor und Polpette, dazu ein „Ombra“, ein kleines Glas Wein, oder einen Spritz. Typische Gerichte sind Risi e bisi, Bigoli in salsa und Fegato alla veneziana. Am Fischmarkt bei Rialto sieht man, was aus der Lagune kommt. Wer die Hauptgassen meidet, findet in Cannaregio und Castello deutlich ehrlichere Preise.

Anreise und beste Reisezeit

Vom Flughafen Marco Polo fahren Busse zur Piazzale Roma und Boote des Alilaguna direkt in die Stadt. Der Bahnhof Santa Lucia liegt am Canal Grande. Gondeln sind ein teures Vergnügen; die Traghetti, Gondelfähren über den Canal Grande, kosten nur wenige Euro. Die beste Reisezeit sind Frühling und Herbst, im November ist die Stadt stimmungsvoll, aber Hochwasser möglich. Im Sommer drängen sich die Besucher, und wer kann, plant die frühen Morgenstunden und den Abend für die großen Sehenswürdigkeiten ein, wenn die Tagesausflügler und Kreuzfahrtgäste fort sind. Ein Zeitticket für die Vaporetti lohnt sich schon ab zwei Fahrten am Tag. Für Ausflüge aufs Festland bieten sich Padua, Treviso und die Palladio-Villen an der Brenta an, die man auf einer Bootsfahrt auf dem alten Burchiello-Weg erreicht.