Aostatal: Italiens höchste Berge
Reiseführer · redaktionellDie kleinste Region Italiens wird von den höchsten Gipfeln der Alpen umrahmt: Mont Blanc, Matterhorn, Monte Rosa und Gran Paradiso. Ein Urlaub im Aostatal bedeutet Skifahren und Bergsteigen, römische Ruinen in Aosta, Burgen am Talgrund und eine Küche, die nach Fontina schmeckt.
Ein Tal zwischen Viertausendern
Das Aostatal, französisch Vallée d'Aoste, folgt dem Fluss Dora Baltea von der Grenze zu Frankreich und der Schweiz bis zur Ebene des Piemont. Zahlreiche Seitentäler zweigen nach Norden und Süden ab. Die Region ist autonom und offiziell zweisprachig, neben Italienisch ist Französisch Amtssprache, viele Einheimische sprechen zudem Frankoprovenzalisch, und im Lystal leben deutschsprachige Walser. Im Süden liegt der Nationalpark Gran Paradiso, der älteste Italiens, gegründet aus einem königlichen Jagdrevier; hier leben Steinböcke, die einst fast ausgerottet waren. Durch die Tunnel am Mont Blanc und am Großen Sankt Bernhard ist das Tal eine wichtige Transitroute.
Aosta und die Burgen
Aosta wurde 25 vor Christus als Augusta Praetoria gegründet und wird manchmal das Rom der Alpen genannt. Der Augustusbogen, das Prätorianertor, die hohe Fassade des römischen Theaters und das Forum mit seinem unterirdischen Kryptoportikus sind erhalten. Die Stiftskirche Sant'Orso besitzt einen romanischen Kreuzgang mit fein gearbeiteten Kapitellen. Entlang des Haupttals stehen über hundert Burgen und Wehrtürme. Fénis mit seinen Zinnen und Fresken, die wuchtige Festung Bard, heute Museum der Alpen, Issogne und Verrès gehören zu den eindrucksvollsten. In Gressan gleich gegenüber von Aosta beginnt die Seilbahn ins Skigebiet Pila.
Sehenswürdigkeiten im Aostatal: Berge und Täler
Courmayeur liegt am Fuß des Mont Blanc. Von hier fährt die Skyway Monte Bianco mit einer drehenden Kabine auf über 3.400 Meter, mit Blick auf Gletscher und Gipfel. Die Seitentäler Val Ferret und Val Veny sind im Sommer Wanderparadies. La Thuile ist mit dem französischen La Rosière zu einem grenzüberschreitenden Skigebiet verbunden. In Valtournenche liegt Breuil-Cervinia unter der Südseite des Matterhorns, das hier Cervino heißt; die Pisten sind mit Zermatt verbunden. Das Ayastal mit Ayas und Champoluc gehört zum Skigebiet Monterosa Ski. Cogne ist das Tor zum Gran Paradiso, mit Wiesen, Wasserfällen und Wegen zu Steinbock-Beobachtungsplätzen.
Kultur und Alltag
Die Region lebt vom Tourismus, aber auch von Wasserkraft und Viehwirtschaft. Im Herbst ziehen Kühe beim Désarpa von den Almen ins Tal, im Frühjahr kämpfen Kühe in den Batailles de Reines um die Rangordnung, ein unblutiger und sehr beliebter Brauch. Ende Januar findet in Aosta die Fiera di Sant'Orso statt, ein Markt für Holzhandwerk mit über tausendjähriger Tradition. Saint-Vincent ist bekannt für sein Casino, eines der größten Europas, und seine Thermen.
Essen, Anreise und beste Reisezeit
Fontina, ein halbfester Kuhmilchkäse, ist Grundlage der Fonduta. Dazu kommen Lardo aus Arnad, Jambon de Bosses, Polenta concia und die Zuppa alla valpellinentze mit Brot, Kohl und Käse. Nach dem Essen wird die Grolla gereicht, ein Holzgefäß mit mehreren Mundstücken für gewürzten Kaffee mit Grappa. Die Weinberge zählen zu den höchsten Europas. Anreise erfolgt über Turin, Mailand oder Genf, die Autobahn führt durchs Tal, und Züge verkehren bis Aosta. Die beste Reisezeit ist der Sommer für Wanderungen und der Winter von Dezember bis April für Skifahren.








