Region · Ebene 2

Trentino-Südtirol

14.660 Orte in Trentino-Südtirol, verteilt auf 103 Städte mit eigener Seite.

Land
Italien
Städte
103
Zuordnung
über Koordinaten
§ 3

Trentino-Südtirol: Dolomiten, Äpfel und Bergseen

Reiseführer · redaktionell

Zwei autonome Provinzen, drei Sprachen und die Felswände der Dolomiten: Trentino-Südtirol ist Italiens Bergregion schlechthin. Ein Urlaub in Trentino-Südtirol bedeutet Wanderungen von Hütte zu Hütte, Skifahren auf der Sellaronda, Weinberge an der Etsch und Baden am Nordufer des Gardasees.

Zwei Provinzen, eine Region

Die Region besteht aus der Autonomen Provinz Bozen–Südtirol im Norden und der Autonomen Provinz Trient im Süden. Fast alle Zuständigkeiten liegen bei den Provinzen, die Region selbst ist eher ein Dach. Südtirol gehörte bis 1919 zu Österreich-Ungarn; rund zwei Drittel der Bevölkerung sprechen Deutsch, daneben Italienisch und in einigen Tälern Ladinisch. Das Trentino ist überwiegend italienischsprachig. Das Rückgrat bildet das Tal der Etsch, die vom Reschenpass über Meran, Bozen und Trient nach Süden fließt. Seitentäler wie das Vinschgau, das Pustertal, das Grödnertal, das Fassatal und das Val di Sole führen in die Berge.

Bozen, Trient und Meran

Bozen ist die Hauptstadt Südtirols, mit Lauben, Obstmarkt und Waltherplatz. Im Südtiroler Archäologiemuseum liegt Ötzi, der rund 5.300 Jahre alte Mann aus dem Eis. Drei Seilbahnen führen auf die umliegenden Hochflächen Ritten, Kohlern und Jenesien. Trient ist eine Renaissancestadt mit bemalten Fassaden an der Piazza Duomo und dem Castello del Buonconsiglio; hier tagte im 16. Jahrhundert das Konzil von Trient. Das Wissenschaftsmuseum MUSE von Renzo Piano ist bei Familien beliebt. Meran ist seit dem 19. Jahrhundert Kurstadt, mit Palmen an der Passerpromenade, der Therme und den Gärten von Schloss Trauttmansdorff, wo Kaiserin Sisi kurte.

Sehenswürdigkeiten in Trentino-Südtirol: die Dolomiten

Die Dolomiten sind seit 2009 UNESCO-Welterbe und das wichtigste der Trentino-Südtirol Reiseziele. Die Seiser Alm, die größte Hochalm Europas, liegt oberhalb von Kastelruth, bekannt auch durch seine Spatzen. Im Grödnertal ist Wolkenstein, ladinisch Sëlva, Ausgangspunkt für die Sellaronda, eine Skirunde um das Sellamassiv, und im Sommer für Touren in den Naturpark Puez-Geisler. Weitere Ikonen sind der Rosengarten, der bei Sonnenuntergang rot glüht, der Pragser Wildsee, die Drei Zinnen und die Marmolata an der Grenze zu Venetien. Im Trentino ragt die Brentagruppe auf; Pinzolo im Val Rendena und das benachbarte Madonna di Campiglio sind dort Zentren für Wandern und Skifahren. Im Gadertal liegt mit Corvara ein weiterer Knotenpunkt der ladinischen Täler.

Seen, Weinberge und Burgen

Am Nordufer des Gardasees liegt Riva del Garda, wo konstante Winde Surfer und Segler anziehen und steile Wände Kletterer nach Arco locken. Der Kalterer See südlich von Bozen ist einer der wärmsten Badeseen der Alpen. Die Südtiroler Weinstraße führt durch Eppan, Kaltern und Tramin, Namensgeber des Gewürztraminers. Burgen gibt es zu Hunderten, etwa Schloss Tirol über Meran, das der Region ihren Namen gab, oder Runkelstein bei Bozen mit weltlichen Fresken. Im Fassatal auf Trentiner Seite liegt Canazei, deutsch Kanzenei, ein ladinischer Ort zu Füßen von Sella und Marmolata, der im Winter an die Sellaronda angebunden ist und im Sommer über das Pordoijoch Wanderer zum Aussichtspunkt Sass Pordoi bringt.

Essen und Trinken

Auf den Tisch kommen Speckknödel, Schlutzkrapfen mit Spinatfüllung, Kaiserschmarrn und Apfelstrudel, aber auch Pasta und Polenta; die Küche mischt alpine und italienische Elemente. Südtiroler Speck ist ein geschütztes Produkt, ebenso Äpfel aus dem Vinschgau. Im Herbst ist Törggelen Tradition: Bauern servieren in ihren Stuben jungen Wein, Kastanien und Hausmannskost. Im Trentino isst man Canederli, Strangolapreti und Käse wie Puzzone di Moena, dazu den Schaumwein Trentodoc. Südtiroler Weine wie Lagrein, Vernatsch und Weißburgunder zählen zu den besten Italiens.

Anreise und beste Reisezeit

Die meisten reisen über die Brennerautobahn oder mit dem Zug aus München und Innsbruck an, der Bozen und Trient direkt erreicht. Der kleine Flughafen Bozen hat nur wenige Verbindungen, Verona und Innsbruck liegen nahe. Viele Unterkünfte bieten Gästekarten für Bus und Bahn. Die beste Reisezeit zum Wandern ist von Mitte Juni bis Mitte Oktober, wenn die Hütten geöffnet sind; im Herbst leuchten die Lärchen. Skisaison ist von Dezember bis Ende März. Im Frühling blühen die Obstwiesen im Etschtal, während in den Höhen noch Schnee liegt.