Stadt · Ebene 3

Lecce

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Region
Apulien, Italien
Einwohner
94.783
Zentrum
40.3570° N · 18.1718° E
Stadtteile
–
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Karte von Lecce

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§ 3

Lecce entdecken: Barock aus goldenem Stein

Reiseführer · redaktionell

Der weiche, honigfarbene Kalkstein der Region ließ sich so fein bearbeiten, dass die Baumeister des 17. Jahrhunderts ganze Fassaden mit Ranken, Putten und Fabelwesen überzogen. Lecce gilt deshalb als „Florenz des Südens“, und eine Reise nach Lecce ist der perfekte Auftakt für einen Urlaub im Salento, zwischen Adria und Ionischem Meer.

Römer und Barock

Schon die Messapier siedelten hier, die Römer nannten die Stadt Lupiae. Mitten im Zentrum liegt halb ausgegraben ein römisches Amphitheater, auf dem einst Tausende Zuschauer Platz fanden; ein kleines römisches Theater befindet sich nur wenige Gassen entfernt. Ihre große Blüte erlebte die Stadt unter spanischer Herrschaft im 16. und 17. Jahrhundert, als Orden, Adel und Kirche um die prächtigsten Bauten wetteiferten. Daraus entstand der eigenständige Stil des Barocco leccese.

Sehenswürdigkeiten in Lecce

Die Basilika Santa Croce ist das Paradebeispiel: An ihrer Fassade tummeln sich Drachen, Greife, Pelikane und gefangene Türken, darüber eine große Fensterrose. Die Piazza del Duomo ist ein fast geschlossener Hof mit Kathedrale, hohem Glockenturm, Bischofspalast und Priesterseminar, besonders stimmungsvoll bei abendlicher Beleuchtung. Zentraler Treffpunkt ist die Piazza Sant'Oronzo mit dem Amphitheater und der Säule des Stadtpatrons. Durch die Porta Napoli, die Porta Rudiae und die Porta San Biagio betritt man die Altstadt. Das Museo Faggiano zeigt in einem Privathaus Schichten aus Messapiern, Römern, Templern und Mittelalter, die bei der Reparatur eines Abwasserrohrs entdeckt wurden.

Handwerk, Essen und Ausgehen

Lecce ist berühmt für die Cartapesta, Pappmaché-Figuren, die einst für Kirchen und Krippen entstanden; in Werkstätten der Altstadt kann man den Handwerkern zusehen. Kulinarisch ist der Pasticciotto, ein mit Vanillecreme gefülltes Mürbeteigtörtchen, der Klassiker zum Frühstück. Dazu trinkt man einen Caffè leccese, Espresso mit Eis und Mandelmilch. Rustico leccese, gefüllter Blätterteig, Ciceri e tria, Nudeln mit Kichererbsen, und Gemüse mit Olivenöl aus den Hainen des Salento prägen die Restaurants in Lecce. Abends füllen sich die Gassen rund um die Piazza Sant'Oronzo und die Via Paladini mit Weinbars, in denen Primitivo und Negroamaro ausgeschenkt werden.

Unterwegs und Ausflüge

Der nächste Flughafen ist Brindisi, rund 40 Kilometer nördlich, mit Busverbindungen nach Lecce. Lecce ist Endpunkt der Adriabahn, Schnellzüge verbinden die Stadt mit Bari, Bologna und Rom. Die Altstadt ist kompakt und am besten zu Fuß zu erkunden. In einer halben Stunde erreicht man die Strände an der Adria bei San Foca und Torre dell'Orso oder Gallipoli und Porto Cesareo am Ionischen Meer. Otranto mit seinem Bodenmosaik in der Kathedrale und das Kap Santa Maria di Leuca, wo sich die beiden Meere treffen, sind beliebte Tagesziele.

Beste Reisezeit

Ideal sind Mai, Juni, September und Oktober. Im August ist der Salento voll, die Temperaturen sind hoch, und überall finden Feste mit der Volksmusik Pizzica statt, darunter die „Notte della Taranta“ in Melpignano. Im Winter ist es ruhig und mild, dann gehört die Altstadt den Einheimischen.

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