Stadt · Ebene 3

Triest · Trieste

1.238 Orte in Triest – von Wahrzeichen bis zur Cocktailbar. Wähle eine Kategorie, einen Stadtteil oder stöbere auf der Karte.Eigene Tour planen2 fertige Touren

Region
Friaul-Julisch Venetien, Italien
Einwohner
198.417
Zentrum
45.6496° N · 13.7773° E
Stadtteile
6
Triest – Stadtansicht
Triest · © Nick Savchenko from Kiev, Ukraine · CC BY-SA 2.0
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Karte von Triest

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Triest entdecken: Kaffeehäuser, Bora und Adria

Reiseführer · redaktionell

Die größte Piazza Italiens, die sich direkt zum Meer öffnet, Kaffeehäuser wie in Wien und ein Wind, der so heftig weht, dass an manchen Straßen Haltetaue gespannt sind: Triest ist anders als der Rest Italiens. Eine Reise nach Triest führt an eine Grenze zwischen lateinischer, slawischer und deutschsprachiger Welt – literarisch, melancholisch und am Wasser gelegen.

Habsburgs Hafen am Meer

Über 500 Jahre gehörte Triest zu Österreich, und als Kaiser Karl VI. 1719 den Freihafen ausrief, wurde die kleine Stadt zum wichtigsten Seehafen der Habsburgermonarchie. Kaufleute aus Griechenland, Serbien, Armenien und dem jüdischen Mitteleuropa ließen sich nieder; Kirchen verschiedener Konfessionen stehen bis heute nebeneinander. Erst nach dem Ersten Weltkrieg kam Triest zu Italien, nach dem Zweiten Weltkrieg war es kurzzeitig Freistaat unter alliierter Verwaltung, bevor es 1954 endgültig italienisch wurde. Schriftsteller wie James Joyce, Italo Svevo und Umberto Saba prägten das literarische Bild der Stadt.

Sehenswürdigkeiten in Triest

Die Piazza Unità d'Italia mit ihren Palästen aus der Habsburgerzeit öffnet sich zum Golf; am Abend spiegeln sich die Lichter im Wasser. Daneben ragt die Mole Audace ins Meer, ein beliebter Ort für Spaziergänge. Im Viertel Borgo Teresiano, einer planmäßig angelegten Stadterweiterung des 18. Jahrhunderts am Canal Grande, liegt die serbisch-orthodoxe Kirche San Spiridione. Auf dem Hügel San Giusto erheben sich Kathedrale und Kastell, unten in der Città Vecchia das römische Theater. Einige Kilometer nördlich am Meer leuchtet das weiße Schloss Miramare, gebaut für Erzherzog Maximilian, den späteren Kaiser von Mexiko.

Kaffeehäuser und Kultur

Triest ist eine Hauptstadt des Kaffees: Durch den Hafen gehen große Mengen Rohkaffee, und eine bekannte Kaffeerösterei hat hier ihren Sitz. In historischen Cafés wie dem Caffè San Marco oder dem Caffè degli Specchi wird Zeitung gelesen und diskutiert. Wer bestellt, muss die eigene Sprache lernen: Ein „Nero“ ist ein Espresso, ein „Capo“ ein Macchiato, oft im Glas serviert. Das Museo Revoltella zeigt Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, die Risiera di San Sabba ist eine Gedenkstätte für das einzige NS-Lager mit Krematorium auf italienischem Boden.

Essen und Ausgehen

In den Buffets, einfachen Gaststätten, gibt es gekochtes Schweinefleisch mit Senf und Kren, Sauerkraut und Jota, einen Eintopf aus Bohnen und Kraut – Spuren der habsburgischen Vergangenheit. Aus dem Golf kommen Sardoni, kleine Sardellen, und Muscheln. Auf dem Karst laden im Frühjahr die Osmize ein, Bauernschenken, die zeitweise eigenen Wein, Schinken und Käse anbieten. Abends trifft man sich zum Aperitivo in der Città Nuova und am Canal Grande.

Unterwegs und beste Reisezeit

Der Flughafen liegt bei Ronchi dei Legionari, rund 35 Kilometer nordwestlich, mit Zug- und Busanbindung. Busse erschließen die Stadt, im Sommer fahren Boote nach Muggia und entlang der Küste. Die beste Reisezeit sind Mai, Juni, September und Oktober; im Winter bläst die Bora mit Böen über 100 km/h. Im Oktober findet die Barcolana statt, eine der größten Segelregatten der Welt mit tausenden Booten.