Großbritannien entdecken: England, Schottland, Wales
Reiseführer · redaktionellEin Urlaub in Großbritannien kann bedeuten, in London von Museum zu Museum zu ziehen, in den schottischen Highlands einen ganzen Tag niemandem zu begegnen oder in einem Pub in Cornwall bei Regen ein Pint zu trinken. Das Vereinigte Königreich besteht aus England, Schottland, Wales und Nordirland, und jeder dieser Landesteile hat eigene Traditionen, Dialekte und Landschaften. Gemeinsam ist ihnen ein Sinn für Humor, Höflichkeit in der Warteschlange und Wetter, über das man immer reden kann.
Landschaften von Cornwall bis zu den Highlands
Im Südwesten Englands reichen die Halbinseln Cornwall und Devon weit in den Atlantik, mit Fischerdörfern wie St Ives, Surfstränden und dem Hochmoor Dartmoor. Die Jurassic Coast in Dorset zeigt auf 150 Kilometern Felsbögen wie Durdle Door und Fossilien aus 185 Millionen Jahren. Weiter nördlich liegen die honigfarbenen Steindörfer der Cotswolds, die Hügel des Peak District und der Lake District, dessen Seen und Fells schon die Romantiker inspirierten.
Wales ist bergig und grün, der Nationalpark Eryri, auf Englisch Snowdonia, hat mit dem Yr Wyddfa den höchsten Berg des Landesteils, die Küste von Pembrokeshire gehört zu den schönsten Wanderwegen Großbritanniens. Schottland beginnt sanft in den Borders und wird nach Norden immer wilder. In den Highlands liegen Glen Coe, Loch Ness und der Cairngorms-Nationalpark, vor der Westküste die Inseln der Hebriden mit Skye und ihren spitzen Cuillin-Bergen. In Nordirland bilden die sechseckigen Basaltsäulen des Giant's Causeway an der Küste von Antrim eines der bekanntesten Naturmonumente.
London, Edinburgh und die großen Städte
London ist eine der größten Städte Europas und versammelt viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Großbritannien: den Tower, Westminster Abbey, den Buckingham Palace und den Elizabeth Tower mit Big Ben. Das British Museum, die National Gallery und die Tate Modern sind kostenlos. Ebenso lohnend sind die Märkte in Borough und Camden, die Parks und die Pubs entlang der Themse. Edinburgh, die schottische Hauptstadt, liegt zwischen Burgfelsen und Arthur's Seat, die Royal Mile verbindet das Schloss mit dem Holyrood Palace. Im August verwandelt das Fringe Festival die ganze Stadt in eine Bühne.
Manchester und Liverpool stehen für Industriegeschichte, Fußball und Musik, in Liverpool erinnern die Docks und der Cavern Club an die Beatles. Birmingham hat mehr Kanäle als Venedig und gilt als Heimat des Balti-Currys. Glasgow, Schottlands größte Stadt, besitzt viktorianische Architektur, die Bauten von Charles Rennie Mackintosh und eine lebendige Musikszene. Leeds und Sheffield in Yorkshire haben sich nach dem Ende von Textil und Stahl neu erfunden, Bristol zeigt Street Art und Hafenkultur, Blackpool klassisches Seebad-Vergnügen mit Tower und Pier. Zu den Großbritannien-Reisezielen gehören außerdem York mit seinem Münster, die Universitätsstädte Oxford und Cambridge, das georgianische Bath sowie Cardiff und Belfast.
Kultur und Geschichte
Stonehenge und Avebury erzählen von der Jungsteinzeit, der Hadrianswall von den Römern, Burgen in Wales von der Eroberung durch englische Könige. Aus der Insel wurde später ein Weltreich, die Industrielle Revolution nahm hier ihren Anfang, und die parlamentarische Demokratie in Westminster diente vielen Ländern als Vorbild. Seit 2020 ist das Land nicht mehr Mitglied der Europäischen Union. Heute ist das Königreich vielfältig, besonders in den Städten, wo Einflüsse aus Südasien, der Karibik und Afrika den Alltag prägen.
Kultur heißt hier Theater im Londoner West End und in Stratford-upon-Avon, der Heimat Shakespeares, aber auch Highland Games mit Baumstammwerfen, walisische Chöre und das Eisteddfod, ein Fest walisischer Dichtung und Musik. Fußball wurde in England in seiner modernen Form erfunden, Rugby und Cricket sind ebenso Leidenschaft.
Essen und Trinken
Das Klischee vom schlechten britischen Essen ist längst überholt. Fish and Chips am Meer, ein Sunday Roast mit Yorkshire Pudding im Pub und ein Afternoon Tea mit Scones, Clotted Cream und Marmelade gehören zu jedem Besuch. In Cornwall isst man Pasties, in Schottland Haggis mit Neeps and Tatties, in Wales Welsh Rarebit und in Nordirland das Ulster Fry zum Frühstück. Indische und pakistanische Küche ist fest verankert, Chicken Tikka Masala gilt manchen als inoffizielles Nationalgericht. Getrunken werden Ale und Bitter vom Fass, in Schottland Whisky aus Regionen wie Speyside und Islay, dazu Gin aus zahlreichen kleinen Brennereien.
Anreise und Unterwegs
Für die Einreise brauchen Deutsche einen Reisepass sowie eine elektronische Reisegenehmigung, die ETA, die vorab online oder per App beantragt wird. Aus Deutschland gibt es Direktflüge nach London-Heathrow, Gatwick, Stansted, Manchester, Edinburgh und weiteren Städten. Mit dem Eurostar fährt man von Paris oder Brüssel in rund zwei bis zweieinhalb Stunden durch den Kanaltunnel nach London, Autofahrer nehmen den Shuttle durch den Tunnel oder eine Fähre über den Ärmelkanal. Im Land ist die Bahn dicht, aber teuer, wer früh bucht, spart deutlich. Fernbusse sind günstiger, für die Highlands, Wales und Cornwall empfiehlt sich ein Mietwagen. Gefahren wird links.
Beste Reisezeit für Großbritannien
Die beste Reisezeit für Großbritannien sind die Monate Mai bis September. Im Süden Englands liegen die Tagestemperaturen dann meist zwischen 18 und 24 Grad, in Schottland einige Grad darunter. Im Juni bleibt es in Edinburgh bis nach 22 Uhr hell. Mai und Juni sind oft trockener als der Hochsommer, und in den Highlands gibt es vor den Mücken des Juli weniger Plagegeister. Der September bringt mildes Licht und leerere Wanderwege. London ist das ganze Jahr über eine Reise wert, im Dezember locken Weihnachtsmärkte und festlich geschmückte Straßen.

















