London entdecken: Museen, Märkte und Themse-Ufer
Reiseführer · redaktionellUm kurz nach neun Uhr morgens fährt ein roter Doppeldecker über die Waterloo Bridge, links glänzt die Kuppel von St Paul’s, rechts ragt der Elizabeth Tower mit Big Ben auf. London lässt sich nie ganz erfassen, und genau das macht jede Städtereise nach London aus: Weltberühmte Museen ohne Eintritt, Märkte mit Küchen aus aller Welt und Viertel, die sich wie eigene Städte anfühlen.
Zweitausend Jahre an der Themse
Die Römer gründeten um das Jahr 50 an einer Furt der Themse die Siedlung Londinium; Reste ihrer Stadtmauer stehen noch am Tower Hill. Wilhelm der Eroberer ließ nach 1066 den White Tower errichten, Keimzelle des Tower of London, in dem bis heute die Kronjuwelen aufbewahrt werden. Der Große Brand von 1666 zerstörte große Teile der mittelalterlichen Stadt, Christopher Wren baute danach Dutzende Kirchen und die St Paul’s Cathedral neu. Im 19. Jahrhundert wurde London zur Hauptstadt eines Weltreichs und zur größten Stadt der Erde, im Zweiten Weltkrieg überstand es den Blitz. Heute ist die Metropole mit Menschen aus nahezu allen Ländern eine der vielfältigsten Städte Europas, und in vielen Straßen hört man mehr Sprachen als Englisch.
Sehenswürdigkeiten in London
In der City of Westminster liegen die großen Symbole des Landes dicht beieinander: der Palace of Westminster mit dem Parlament, die gotische Westminster Abbey, in der seit 1066 fast alle Monarchen gekrönt wurden, und am Ende der Prachtstraße The Mall der Buckingham Palace, vor dem regelmäßig die Wachablösung stattfindet. Am Trafalgar Square blickt Admiral Nelson von seiner Säule. Weiter östlich überspannt die Tower Bridge mit ihren neugotischen Türmen den Fluss, der gläserne Gehweg in luftiger Höhe erlaubt den Blick auf den Verkehr darunter. Vom London Eye am Südufer oder von der Aussichtsplattform des Shard überblickt man die ganze Stadt. Mit der Fähre gelangt man nach Greenwich, wo der Nullmeridian durch das Royal Observatory verläuft und der Teeklipper Cutty Sark im Trockendock liegt.
Museen und Kultur
Die großen staatlichen Museen sind kostenlos. Das British Museum in Bloomsbury bewahrt den Stein von Rosette, die Parthenon-Skulpturen und ägyptische Mumien, die National Gallery am Trafalgar Square Gemälde von van Eyck bis van Gogh. In South Kensington, im Royal Borough of Kensington and Chelsea, liegen das Natural History Museum mit seinem Walskelett in der Eingangshalle, das Science Museum und das Victoria and Albert Museum mit Design und Mode aus fünf Jahrtausenden. Die Tate Modern in einem ehemaligen Kraftwerk in Southwark zeigt Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Abends locken die Theater im West End mit Musicals und Klassikern, und Shakespeares Globe am Südufer spielt in einem Nachbau des elisabethanischen Theaters unter freiem Himmel.
Viertel zwischen Camden und Southwark
London ist eine Stadt der Stadtteile. Camden im Norden ist mit seinem Markt an den Schleusen des Regent’s Canal ein Treffpunkt für alternative Mode und Streetfood. Islington bietet georgianische Plätze und eine lebhafte Restaurantszene an der Upper Street. Im Osten haben sich Hackney und Shoreditch von Arbeiterquartieren zu kreativen Vierteln mit Galerien, Brauereien und Street Art gewandelt, in Tower Hamlets prägt die Brick Lane mit ihren bengalischen Currylokalen und Vintage-Läden das Bild. Südlich der Themse verbindet die Uferpromenade South Bank Kulturzentren, Buchstände unter der Waterloo Bridge und Pubs, und in Lambeth liegt Brixton mit seinem karibisch geprägten Markt. Notting Hill im Westen ist für bunte Häuser und den Antikmarkt in der Portobello Road bekannt.
Essen in London
Die Zeiten, in denen Londons Küche einen schlechten Ruf hatte, sind lange vorbei. Der Borough Market in Southwark, einer der ältesten Lebensmittelmärkte der Stadt, lockt mit Ständen für Käse, Austern, Brot und Streetfood. Zu den Klassikern gehören Fish and Chips, ein Sunday Roast mit Yorkshire Pudding im Pub und ein Afternoon Tea mit Scones, Clotted Cream und Gurkensandwiches. Indische Küche hat in London Tradition, ebenso chinesische in Chinatown nahe dem Leicester Square und libanesische an der Edgware Road. In den letzten Jahren sind Food Halls wie in Spitalfields oder Seven Dials hinzugekommen, und viele Spitzenköche betreiben Restaurants in Mayfair und Soho.
Ausgehen und Grünes London
Soho ist das klassische Ausgehviertel mit Bars, Jazzclubs und Theatern, Shoreditch und Dalston haben eine junge Clubszene. Ein Pint im Pub gehört dazu, viele Häuser stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Zum Durchatmen gibt es die königlichen Parks: Hyde Park mit dem See Serpentine, der Regent’s Park mit seinem Rosengarten und der Hügel Primrose Hill, der Greenwich Park und die Hampstead Heath, wo man im Teich schwimmen kann. Die Kew Gardens im Westen gehören zum UNESCO-Welterbe.
Unterwegs in London und beste Reisezeit
Die Flughäfen Heathrow, Gatwick, Stansted, Luton und London City verbinden mit der ganzen Welt; Heathrow ist mit der Elizabeth Line und dem Heathrow Express schnell erreichbar, Eurostar-Züge fahren von St Pancras in gut zwei Stunden nach Paris. In der Stadt sind die Underground, die Busse und die Elizabeth Line die besten Verkehrsmittel, bezahlt wird kontaktlos mit Karte, ein Tagesdeckel begrenzt die Kosten. Die beste Reisezeit ist das späte Frühjahr und der frühe Herbst, wenn es mild ist und die Parks grünen; im Dezember schmücken Lichter die Einkaufsstraßen.














