Blackpool entdecken: Tower, Piers und Illuminations
Reiseführer · redaktionellAls die Arbeiter der Baumwollspinnereien im 19. Jahrhundert ihre ersten freien Tage bekamen, fuhren sie mit dem Zug nach Blackpool – und machten das Städtchen an der Irischen See zum bekanntesten Seebad Englands. Ein Urlaub in Blackpool ist bis heute ein Stück britischer Popkultur: mit Eisenturm, Ballsaal, drei Piers, Achterbahnen und einem kilometerlangen Lichterfest.
Geschichte eines Seebads
Mit der Eisenbahn kamen ab 1846 Zehntausende Arbeiterfamilien aus den Industriestädten von Lancashire und Yorkshire an die Küste. In den Wakes Weeks, wenn ganze Fabriken gleichzeitig schlossen, war die Stadt voller Besucher, und Hunderte kleine Pensionen entstanden. Blackpool hatte eine der ersten elektrischen Straßenbahnen der Welt, eröffnet 1885, und 1894 den Blackpool Tower, inspiriert vom Eiffelturm. Im 20. Jahrhundert wurde die Stadt zum Inbegriff des britischen Badeurlaubs. Billigflüge nach Spanien ließen den Glanz verblassen, doch mit neuen Attraktionen und restaurierten Bauten erlebt Blackpool eine Wiederbelebung, und das Museum Showtown erzählt seit 2024 die Geschichte der Unterhaltung in der Stadt.
Sehenswürdigkeiten in Blackpool
Der Blackpool Tower ist 158 Meter hoch; mit dem Aufzug gelangt man zur Aussichtsplattform mit gläsernem Boden. Unten im Turmgebäude liegt der Tower Ballroom, ein prunkvoller Ballsaal mit vergoldeten Logen und einer Wurlitzer-Orgel, in dem Paare seit über hundert Jahren tanzen und den Fernsehfans aus der Tanzshow „Strictly Come Dancing“ kennen. Am Südende der Golden Mile, der Strandpromenade, liegt der Pleasure Beach, ein traditionsreicher Vergnügungspark mit Holzachterbahnen und der „Big One“, die bei ihrer Eröffnung 1994 die höchste Achterbahn der Welt war. Drei viktorianische Piers ragen ins Meer, der North Pier ist der älteste. Die Winter Gardens, ein Komplex aus Theatern und Ballsälen, beherbergten Parteitage und Konzerte der Beatles.
Die Illuminations
Von Anfang September bis Anfang Januar erstrahlt die Promenade im Licht der Illuminations: Auf rund zehn Kilometern hängen Lichterketten, beleuchtete Figuren und Lichtinstallationen, und Straßenbahnen fahren als leuchtende Schiffe oder Züge. Das Fest gibt es seit 1879, und das Einschalten im September ist ein großes Ereignis mit Konzert.
Essen, Ausgehen und Unterkünfte
Zu Blackpool gehören Fish and Chips am Meer, Zuckerwatte und Blackpool Rock, harte Zuckerstangen, durch die der Name der Stadt in Buchstaben läuft. Abends sind die Bars und Shows entlang der Promenade und im Zentrum gut besucht, vor allem an Wochenenden, wenn auch Junggesellenabschiede in die Stadt kommen. Die Auswahl an Unterkünften ist groß, von klassischen Bed and Breakfasts bis zu großen Hotels an der Küste. In den Seitenstraßen werden viele Pensionen seit Generationen von Familien geführt.
Anreise und beste Reisezeit
Mit dem Zug ist man von Manchester in gut einer Stunde in Blackpool North, der Flughafen Manchester ist der nächste internationale. Die Straßenbahn fährt die Promenade entlang bis nach Fleetwood. Die beste Reisezeit ist der Sommer für Strandtage, für die Lichter der Herbst. Wer es ruhiger mag, spaziert im Stanley Park mit seinem Bootsteich und dem Art-déco-Café oder fährt mit der Tram nach Norden zu den stillen Stränden von Cleveleys und Fleetwood, wo Fischerboote im Hafen liegen.




