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Deutschland

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Urlaub in Deutschland: Städte, Küsten und Alpen

Reiseführer · redaktionell

Wer an Urlaub in Deutschland denkt, hat oft nur Schloss Neuschwanstein und das Brandenburger Tor vor Augen. Dabei reicht das Land von den Wattflächen der Nordsee bis zu den Kalkwänden der Zugspitze, und dazwischen liegen Weinberge, Mittelgebirge, Seenplatten und Städte, die sich so unterschiedlich anfühlen, als lägen Ländergrenzen zwischen ihnen.

Landschaften zwischen Wattenmeer und Zugspitze

Im Norden bestimmen Ebbe und Flut den Tag. Auf Sylt, Amrum oder Norderney zieht sich das Meer zweimal täglich zurück und gibt das Wattenmeer frei, das als UNESCO-Welterbe geschützt ist. An der Ostsee sieht es ganz anders aus: Auf Rügen leuchten die Kreidefelsen der Stubbenkammer über dem Wasser, auf dem Darß wachsen Kiefernwälder bis an den Strand. Südlich davon reihen sich in der Mecklenburgischen Seenplatte mehr als tausend Seen aneinander, ideal für Kanutouren von Steg zu Steg.

Die Mitte des Landes gehört den Mittelgebirgen. Im Harz führt die Brockenbahn mit Dampf auf den sagenumwobenen Gipfel, im Elbsandsteingebirge ragen Felstürme wie die Bastei über die Elbe, und der Schwarzwald lockt mit dunklen Tannen, Wasserfällen und Höfen mit tief gezogenen Walmdächern. Ganz im Süden beginnen die Alpen: Garmisch-Partenkirchen, der Königssee bei Berchtesgaden und das Allgäu sind die klassischen Ziele für Wanderer und Skifahrer. Dazu kommen die Flusstäler von Rhein und Mosel, wo Burgruinen über steilen Rieslinghängen thronen.

Städte und Sehenswürdigkeiten in Deutschland

Berlin ist das erste Ziel vieler Reisender, und das zu Recht. Die Hauptstadt erzählt ihre Geschichte offen: an der East Side Gallery, am Checkpoint Charlie, in der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße. Gleichzeitig gibt es hier mit der Museumsinsel eine der bedeutendsten Museumslandschaften Europas und eine Club- und Barszene, die bis in den Morgen geht. München gibt sich gemütlicher, mit Biergärten unter Kastanien, dem Englischen Garten, in dem Surfer auf der Eisbachwelle reiten, und dem Oktoberfest, das Ende September Millionen Besucher auf die Theresienwiese zieht.

Hamburg lebt vom Hafen. Die Elbphilharmonie sitzt wie eine gläserne Welle auf einem alten Kaispeicher, die Speicherstadt spiegelt sich in den Fleeten, und sonntags früh beginnt der Tag auf dem Fischmarkt in Altona. In Köln dominiert der Dom die Silhouette, und im Februar verwandelt der Karneval die ganze Stadt in eine Bühne. Frankfurt am Main überrascht neben der Skyline mit dem Museumsufer und den Apfelweinkneipen in Sachsenhausen, Düsseldorf mit der Altstadt, die man die längste Theke der Welt nennt.

Weitere Reiseziele in Deutschland lohnen jeden Umweg: Nürnberg mit Kaiserburg und Christkindlesmarkt, Stuttgart mit den Museen von Mercedes-Benz und Porsche, Hannover mit den Herrenhäuser Gärten, Bremen mit Rathaus, Roland und dem Schnoorviertel. Dresden hat seine barocke Pracht mit der wiederaufgebauten Frauenkirche zurückgewonnen, Leipzig gilt als Stadt der Musik und der friedlichen Revolution von 1989. Kleinere Orte wie Rothenburg ob der Tauber, Bamberg oder Quedlinburg zeigen, wie Fachwerkstädte über Jahrhunderte fast unverändert bleiben konnten.

Kultur und Geschichte

Deutschland war lange ein Flickenteppich aus Fürstentümern, und das sieht man bis heute. Fast jede Region hat ihr eigenes Residenzschloss, ihr eigenes Theater, ihren eigenen Dialekt. Auf der Wartburg bei Eisenach übersetzte Martin Luther das Neue Testament, in Weimar lebten Goethe und Schiller, in Dessau entstand das Bauhaus. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts ist allgegenwärtig, von den Gedenkstätten der NS-Zeit bis zu den Spuren der Teilung entlang des ehemaligen Grenzstreifens, der heute als Grünes Band ein Naturschutzgebiet ist.

Das Jahr folgt vielen Bräuchen. Im Rheinland und in Schwaben wird Fastnacht gefeiert, im Frühjahr stehen Maibäume auf den Dorfplätzen, im Herbst laden Winzer zu Weinfesten. Ab Ende November öffnen die Weihnachtsmärkte, vom Dresdner Striezelmarkt bis zum Aachener Markt rund um den Dom, mit Glühwein, gebrannten Mandeln und Holzspielzeug aus dem Erzgebirge.

Essen und Trinken

Die deutsche Küche ist regionaler, als ihr Ruf vermuten lässt. In Bayern kommen Weißwürste mit süßem Senf und Brezen auf den Tisch, am besten vor zwölf Uhr, in Schwaben Maultaschen und Käsespätzle, in Berlin die Currywurst und die Bulette. Im Norden isst man Labskaus, Matjesbrötchen und Krabben, in Thüringen die gegrillte Rostbratwurst, in Frankfurt Grüne Soße mit sieben Kräutern. Zum Kaffee gibt es je nach Region Schwarzwälder Kirschtorte, Bienenstich oder Dresdner Eierschecke.

Bier wird in rund 1.500 Brauereien gebraut, vom Kölsch in schmalen Stangen über das Düsseldorfer Alt bis zum Rauchbier aus Bamberg. Wer lieber Wein trinkt, findet an Mosel, Rheingau, Pfalz und Franken hervorragende Rieslinge und Silvaner, oft direkt beim Winzer in einer Straußwirtschaft.

Unterwegs in Deutschland

Die wichtigsten internationalen Flughäfen sind Frankfurt (FRA) und München (MUC), dazu kommen Berlin Brandenburg (BER), Düsseldorf (DUS) und Hamburg (HAM). Das Bahnnetz ist dicht: ICE-Züge verbinden die großen Städte, Berlin und München etwa in rund vier Stunden. Pünktlichkeit ist allerdings nicht die Stärke der Bahn, ein Puffer bei Anschlüssen schadet nicht. Für den Nahverkehr gibt es das Deutschlandticket, mit dem man bundesweit Busse, Straßenbahnen und Regionalzüge nutzen kann. Auf vielen Autobahnabschnitten gilt kein generelles Tempolimit, eine Maut für Pkw wird nicht erhoben. In zahlreichen Innenstädten sind allerdings Umweltzonen ausgewiesen, für die eine grüne Plakette nötig ist.

Beste Reisezeit für Deutschland

Die beste Reisezeit für Deutschland liegt zwischen Mai und September. Im Hochsommer klettern die Temperaturen meist auf 22 bis 28 Grad, an heißen Tagen auch deutlich darüber, während Nord- und Ostsee mit 17 bis 20 Grad Wassertemperatur eher erfrischend bleiben. Frühling und Frühherbst sind ideal für Städtereisen und Wanderungen, im Oktober färben sich die Weinberge und Wälder. Der Dezember hat mit den Weihnachtsmärkten seinen eigenen Reiz, auch wenn es dann oft grau und um die null Grad kalt ist. Wintersportler zieht es von Januar bis März in die Alpen, den Harz und den Schwarzwald.