Stadt · Ebene 3

Bremen

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Region
Deutschland
Einwohner
588.413
Zentrum
53.0758° N · 8.8072° E
Stadtteile
16
Bremen – Stadtansicht
Bremen · © Klaus Grünberg · CC BY-SA 3.0
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Karte von Bremen

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Bremen entdecken: Roland, Schnoor und Weser

Reiseführer · redaktionell

Esel, Hund, Katze und Hahn, übereinander gestapelt in Bronze neben dem Rathaus: Wer die Vorderbeine des Esels umfasst, dem sollen Wünsche in Erfüllung gehen. Bremen, die alte Hansestadt an der Weser, hat sich ihren Charme bewahrt, mit einem prachtvollen Marktplatz, dem verwinkelten Schnoorviertel und einer lebendigen Uferpromenade. Eine Städtereise nach Bremen ist entspannt, überschaubar und überraschend vielseitig.

Hanse und Stadtstaat

Bremen wurde 787 Bischofssitz, wurde Mitglied der Hanse und ist bis heute ein selbstständiges Bundesland – das kleinste Deutschlands, zusammen mit Bremerhaven an der Wesermündung. Der Handel mit Kaffee, Tabak und Baumwolle machte die Kaufleute reich. Der Roland, eine über fünf Meter hohe Steinfigur auf dem Marktplatz, steht seit 1404 als Symbol für die Freiheit und die Marktrechte der Stadt. Zusammen mit dem Rathaus gehört er zum UNESCO-Welterbe.

Sehenswürdigkeiten in Bremen

Der Marktplatz ist einer der schönsten Deutschlands. Das Rathaus besitzt eine prachtvolle Weserrenaissance-Fassade, im Ratskeller lagern Weine seit Jahrhunderten. Der St.-Petri-Dom mit seinem Bleikeller, in dem mumifizierte Leichen zu sehen sind, steht daneben. Die Böttcherstraße, in den 1920er-Jahren von Kaffeehändler Ludwig Roselius als expressionistisches Gesamtkunstwerk gestaltet, birgt ein Glockenspiel aus Meißner Porzellan und das Paula Modersohn-Becker Museum. Im Schnoor, dem ältesten Viertel in Mitte, ducken sich kleine Häuser aus dem 15. bis 18. Jahrhundert in engen Gassen. An der Weser entlang führt die Schlachte, eine Uferpromenade mit Biergärten und Schiffen.

Museen und Viertel

Die Kunsthalle Bremen zeigt Werke von Dürer bis zur Gegenwart, das Übersee-Museum Kulturen aus aller Welt. Das Universum Bremen ist ein interaktives Wissenschaftsmuseum. Im „Viertel“, dem Ostertor und Steintor in der Östlichen Vorstadt, liegen Kneipen, Cafés und kleine Läden, in der Neustadt am linken Weserufer studentisches Leben. Schwachhausen mit Bremer Häusern aus der Gründerzeit ist ein bürgerliches Wohnviertel. In Walle und Gröpelingen zeugen alte Hafenanlagen von der Industriegeschichte.

Essen in Bremen

Bremer Küche ist deftig: Im Winter gibt es Grünkohl mit Pinkel, einer geräucherten Grützwurst; die Kohlfahrten, Wanderungen mit Bollerwagen und Schnaps, enden in einem Gasthof. Knipp, eine Grützwurst, Labskaus und Fisch stehen ebenfalls auf den Speisekarten. Bremen ist zudem Kaffeestadt, und die Brauerei Beck's sitzt am Weserufer.

Unterwegs und beste Reisezeit

Der Flughafen liegt nur wenige Kilometer südlich, die Straßenbahn fährt in rund elf Minuten ins Zentrum. Straßenbahnen und Busse erschließen die Stadt, S-Bahnen das Umland. Die beste Reisezeit ist von Mai bis September; im Oktober findet der Freimarkt statt, eines der ältesten Volksfeste Deutschlands, im Advent der Weihnachtsmarkt und der Schlachte-Zauber. Ausflüge führen nach Bremerhaven mit dem Auswandererhaus und dem Klimahaus, in die Künstlerkolonie Worpswede, wo um 1900 Paula Modersohn-Becker und Heinrich Vogeler malten, und ins Blockland, eine flache Wiesenlandschaft am Stadtrand, die man am besten mit dem Fahrrad erkundet. Bremen gilt ohnehin als eine der fahrradfreundlichsten Großstädte Deutschlands. Wer Natur in der Stadt sucht, findet sie im Bürgerpark, einem großen Landschaftspark nahe dem Hauptbahnhof, und in den Wallanlagen mit der Mühle am Wall, die den alten Stadtgraben säumen.