Sehenswürdigkeit · Historische Stätten

Die Berliner Mauer

Mühlenstraße 79, 10243 Berlin

Die Berliner Mauer, Berlin (Historische Stätten)
Fig. 01Die Berliner Mauer© Edward Valachovic · CC BY-SA 2.0
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Über Die Berliner Mauer

Die Berliner Mauer war während der Teilung Deutschlands ein massives Grenzbefestigungssystem der Deutschen Demokratischen Republik, das von 1961 bis 1989 existierte. Sie diente dazu, West-Berlin hermetisch vom Gebiet der DDR abzuriegeln und trennte nicht nur den Ost- vom Westteil der Stadt, sondern umschloss die drei Westsektoren vollständig. Damit wurden auch die Verbindungen zum Umland im DDR-Bezirk Potsdam unterbrochen. Das Bauwerk verlief meist einige Meter hinter der eigentlichen Grenze und ist von der innerdeutschen Grenze zwischen Westdeutschland und der DDR zu unterscheiden. Als letztes Großprojekt der Teilung Berlins wurde sie zum markanten Symbol des Kalten Krieges zwischen den westlichen Mächten unter Führung der USA und dem Ostblock unter Führung der Sowjetunion.

Der Bau der Mauer war die Konsequenz aus einem Beschluss der sowjetischen politischen Führung im August 1961 und einer darauffolgenden Weisung der DDR-Regierung. Sie ergänzte die bereits seit über neun Jahren befestigte innerdeutsche Grenze, die errichtet worden war, um den massiven Flüchtlingsstrom zu stoppen. Seit 1960 galt für die Grenztruppen der DDR in Fällen des ungesetzlichen Grenzübertritts der Schießbefehl, der erst 1982 formell in ein Gesetz gefasst wurde. Bei den Versuchen, die schwer bewachten Grenzanlagen zu überwinden, wurden nach heutigem Forschungsstand zwischen 136 und 245 Menschen getötet. Die genaue Zahl der Todesopfer bleibt bis heute unklar.

Die Vorgeschichte reicht bis in die Nachkriegszeit zurück, als Deutschland und Berlin in vier Besatzungszonen aufgeteilt wurden. Berlin wurde zur Viersektorenstadt, die von den Alliierten gemeinsam verwaltet wurde, gehörte aber nicht zur Sowjetischen Besatzungszone. Mit Beginn des Kalten Krieges verschärfte sich die Lage, was zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Mai 1949 und der DDR im Oktober desselben Jahres führte. Formal blieb Berlin entmilitarisiert und unabhängig von beiden Staaten, doch in der Praxis näherte sich West-Berlin einem Bundesland an, während Ost-Berlin faktisch zur Hauptstadt der DDR wurde.

Ab 1952 begann die DDR, die innerdeutsche Grenze mit Zäunen, Bewachung und einer fünf Kilometer breiten Sperrzone zu sichern. Gleichzeitig gab es Überlegungen, auch die Grenze zu den Westsektoren abzuriegeln. Dies scheiterte zunächst an der fehlenden Zustimmung der Sowjetunion und verkehrstechnischen Hürden, da die Deutsche Reichsbahn auf Fahrten durch die Westsektoren angewiesen war. Erst mit der Fertigstellung des Berliner Außenringes 1961 war eine unabhängige Umfahrung möglich. Trotz intensiver Personenkontrollen durch die Volkspolizei blieben die Sektorengrenzen ein Schlupfloch.

Zwischen 1945 und dem Mauerbau flohen etwa 3,5 Millionen Menschen aus der sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Viele davon waren gut ausgebildete junge Fachkräfte, deren Abwanderung die Wirtschaftskraft der DDR und letztlich den Bestand des Staates bedrohte. Die Fluchtwelle erreichte 1961 Höchstwerte, als allein im Juli 30.000 Menschen flüchteten. Am 12. August 1961 verließen an einem einzigen Tag 3.190 Personen das Land. Dieser personelle und intellektuelle Aderlass machte eine sofortige Reaktion der DDR-Führung notwendig.

Die Entscheidung zur Schließung der Sektorengrenze fiel am 3. August 1961 bei einer Besprechung zwischen Chruschtschow und Ulbricht in Moskau. Der Plan war ein strenges Staatsgeheimnis, das erst kurz vor der Umsetzung an die Öffentlichkeit drang. Am 12. August lud Ulbricht führende Funktionäre zu einem Treffen ein, bei dem er die Grenzschließung für die Nacht ankündigte. In der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 begannen Soldaten der Nationalen Volksarmee, Angehörige der Grenzpolizei und Kampfgruppen damit, Straßen und Schienenwege nach West-Berlin abzuriegeln. Alle bestehenden Verkehrsverbindungen, darunter U-Bahn und S-Bahn, wurden unterbrochen.

Anfangs bestand die Barriere aus Zäunen, Stacheldraht und Mauern an bestimmten Stellen. In Gebieten, wo der Bürgersteig zu West-Berlin gehörte, während die Gebäude auf Ost-Berliner Gebiet standen, wurden Hauseingänge zugemauert, sodass Bewohner nur noch über Hinterhöfe zu ihren Wohnungen gelangten. Die Abriegelung führte zu skurrilen Situationen, wie dem Aussparen des Lenné-Dreiecks am Potsdamer Platz, das zeitweise zu einem rechtsfreien Raum wurde. In den folgenden Tagen kam es zu zahlreichen Fluchtversuchen, die durch das Zumauern von Fenstern und den Ausbau der Grenzsicherungsanlagen erschwert wurden.

Die Reaktionen in der DDR waren gemischt. Zwar war der Bevölkerung bewusst, dass die Schließung der Fluchtbewegung galt, doch es kam nur zu vereinzelten Protesten. Am 13. August versammelten sich Menschen an Grenzübergängen, wurden aber von Grenzpolizisten zurückgedrängt. Massenproteste blieben aus, was auf die Angst vor Repressionen nach dem Volksaufstand von 1953 und die Überrumpelung durch die Führung zurückgeführt wird. Andere Bürger reagierten mit Gleichgültigkeit oder begrüßten die Maßnahme, da sie hofften, die sozialistische Idee lasse sich nun ungestört realisieren. Die Jugend opponierte am stärksten, da sie sich von der westlichen Freizeitkultur abgeschnitten sah.

In West-Berlin und der Bundesrepublik Deutschland stieß der Mauerbau auf scharfe Kritik. Bundeskanzler Adenauer rief zunächst zur Ruhe auf, besuchte die Stadt aber erst neun Tage später. Regierender Bürgermeister Willy Brandt protestierte energisch, doch er war politisch machtlos. Am 16. August demonstrierten 300.000 West-Berliner vor dem Rathaus Schöneberg. Die Mauer wurde im offiziellen Sprachgebrauch bald als Schandmauer bezeichnet. Adenauer erklärte später, die Sowjetzone sei in ein Konzentrationslager umgewandelt worden. Die westdeutschen Bundesländer gründeten eine Stelle, um Menschenrechtsverletzungen in der DDR zu dokumentieren.

Die Reaktionen der westlichen Alliierten waren zögerlich. Erst nach 20 Stunden erschienen Militärstreifen an der Grenze, und diplomatische Proteste gingen erst nach 72 Stunden in Moskau ein. US-Präsident Kennedy reagierte zurückhaltend, stand aber zur freien Stadt Berlin. Er schickte General Lucius D. Clay und Vizepräsident Lyndon B. Johnson nach West-Berlin, um die Solidarität zu demonstrieren. Amerikanische Kampftruppen wurden in die Stadt verlegt und von der Bevölkerung mit großem Jubel begrüßt. Zu einer direkten Konfrontation kam es am 27. Oktober 1961 am Checkpoint Charlie, als sich amerikanische und sowjetische Panzer gegenüberstanden. Beide Seiten zogen ihre Truppen jedoch zurück, um eine Eskalation zum Atomkrieg zu vermeiden.

Die DDR-Propaganda bezeichnete die Mauer als antifaschistischen Schutzwall, der vor Abwanderung, Spionage und Aggression aus dem Westen schützen sollte. Diese Bezeichnung wurde in Schulbüchern und der öffentlichen Sprache verankert, während andere Begriffe aus der öffentlichen Sprache verschwanden. Die Propaganda legte fest, dass Bilder der Grenzanlagen nur im Zusammenhang mit dem Brandenburger Tor gezeigt werden durften. In der westlichen Öffentlichkeit hingegen wurden Vergleiche mit Konzentrationslagern gezogen, was zu Ausdrücken wie rotes KZ führte. Diese Nazi-Vergleiche verfielen in den 1960er Jahren zunehmend, auch durch die beginnende Aufarbeitung der NS-Diktatur.

Am Abend des 9. November 1989 wurde die Berliner Mauer im Zuge der politischen Wende geöffnet. Dies geschah unter dem wachsenden Druck der DDR-Bevölkerung, die mehr Freiheit forderte. Der Mauerfall ebnete den Weg für den Zusammenbruch der SED-Diktatur, die Auflösung der DDR und die deutsche Wiedervereinigung. Gleichzeitig markierte er das Ende des Ostblocks und beendete die Teilung Deutschlands, die seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges bestanden hatte. Die Mauer bleibt ein zentrales Symbol der Geschichte des 20. Jahrhunderts und der Überwindung der Teilung.

Nach dem Artikel „Berliner Mauer" aus der deutschen Wikipedia, von einem Sprachmodell zusammengefasst und umformuliertLizenz CC BY-SA 4.0
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10243 Berlin, Deutschland
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Häufige Fragen zu Die Berliner Mauer

kurz beantwortet

Was ist die Berliner Mauer?

Die Berliner Mauer in Berlin war ein massives Grenzbefestigungssystem der DDR, das von 1961 bis 1989 bestand. Sie riegelte West-Berlin vom Gebiet der DDR ab, trennte also nicht nur Ost- und West-Berlin, sondern umschloss die drei Westsektoren vollständig. Damit waren auch die Verbindungen zum Umland im DDR-Bezirk Potsdam unterbrochen. Die Berliner Mauer gilt als markantes Symbol des Kalten Krieges zwischen den westlichen Mächten unter Führung der USA und dem Ostblock unter Führung der Sowjetunion.

Wo kann man die Berliner Mauer in Berlin besichtigen?

travelguide195 führt die Berliner Mauer unter der Adresse Mühlenstraße 79 im Berliner Ortsteil Friedrichshain. Nur rund 145 Meter entfernt liegt die East Side Gallery, ebenfalls eine historische Stätte. Die Berliner Mauer ist außerdem Teil der Tour „Berlin an einem Tag: Von der East Side Gallery zum Reichstag“.

Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?

Die Berliner Mauer wurde gebaut, um die massive Abwanderung aus der DDR über die Berliner Sektorengrenzen zu stoppen. Zwischen 1945 und dem Mauerbau flohen etwa 3,5 Millionen Menschen aus der sowjetischen Besatzungszone und der DDR, darunter viele gut ausgebildete junge Fachkräfte. Der Bau folgte auf einen Beschluss der sowjetischen Führung im August 1961 und eine anschließende Weisung der DDR-Regierung. Möglich wurde die Abriegelung auch erst durch die Fertigstellung des Berliner Außenrings 1961, über den die Deutsche Reichsbahn die Westsektoren umfahren konnte.

Wie viele Menschen starben an der Berliner Mauer?

Nach heutigem Forschungsstand wurden bei Fluchtversuchen an der Berliner Mauer zwischen 136 und 245 Menschen getötet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist bis heute unklar. Für die Grenztruppen der DDR galt seit 1960 in Fällen des ungesetzlichen Grenzübertritts der Schießbefehl, der erst 1982 formell in ein Gesetz gefasst wurde.

Was kann man rund um die Berliner Mauer in Berlin-Friedrichshain besichtigen?

In der direkten Umgebung der Berliner Mauer an der Mühlenstraße 79 in Berlin liegen weitere Orte zur Geschichte der Teilung. travelguide195 listet die East Side Gallery in rund 145 Metern Entfernung und das Geschichtsmuseum The Wall Museum in rund 214 Metern Entfernung. Im Umkreis von 500 Metern verzeichnet travelguide195 außerdem rund 120 Restaurants.

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