Aachen entdecken: Kaiserdom, Thermen und Printen
Reiseführer · redaktionellAuf einem schlichten Marmorthron im Aachener Dom wurden über 600 Jahre lang deutsche Könige gekrönt, und unter der Altstadt sprudeln die heißesten Quellen Mitteleuropas. Aachen, die westlichste Großstadt Deutschlands im Dreiländereck mit Belgien und den Niederlanden, ist geschichtsträchtig, studentisch und genussfreudig. Eine Städtereise nach Aachen verbindet karolingisches Erbe mit Bädern, Printen und Ausflügen über die Grenze.
Die Stadt Karls des Großen
Schon die Römer nutzten die warmen Quellen für Thermen. Karl der Große machte Aachen um 800 zu seiner bevorzugten Pfalz und ließ eine prachtvolle Pfalzkapelle errichten, in der er 814 beigesetzt wurde. Von 936 bis 1531 wurden hier rund 30 deutsche Könige gekrönt. Im 18. und 19. Jahrhundert war Aachen ein mondäner Kurort für Adel und Bürgertum. Heute prägt die Technische Hochschule RWTH, eine der größten Universitäten für Technik in Europa, das Stadtbild, und Aachen vergibt jedes Jahr den Karlspreis an Persönlichkeiten, die sich um die europäische Einigung verdient gemacht haben.
Sehenswürdigkeiten in Aachen
Der Aachener Dom war 1978 eines der ersten Bauwerke, die in Deutschland UNESCO-Welterbe wurden. Das karolingische Oktogon mit seinen Mosaiken und Säulen, die Karl aus Italien heranschaffen ließ, und die gotische Chorhalle mit ihren hohen Glasfenstern beeindrucken. Hier stehen der Karlsschrein und der Thron Karls. Die Domschatzkammer bewahrt das Lotharkreuz und die Karlsbüste, eine der bedeutendsten Kirchenschatzsammlungen nördlich der Alpen. Das gotische Rathaus wurde auf den Fundamenten der Königshalle der Pfalz erbaut, im Krönungssaal sind Nachbildungen der Reichskleinodien zu sehen. Dazwischen liegen der Katschhof, der Markt mit dem Karlsbrunnen und die Gassen der Altstadt mit Brunnen wie dem Puppenbrunnen.
Thermen und Museen
Die Carolus Thermen im Stadtgarten bieten Thermalwasser in großen Becken und Saunalandschaften. In der Altstadt erinnert der Elisenbrunnen, ein klassizistischer Pavillon, an die Kurzeit; das Wasser, das aus den Brunnen läuft, riecht nach Schwefel. Das Centre Charlemagne erzählt die Stadtgeschichte, das Ludwig Forum zeigt Gegenwartskunst und das Suermondt-Ludwig-Museum alte Meister. Das Couven-Museum gibt Einblick in bürgerliche Wohnkultur des 18. und 19. Jahrhunderts.
Essen und Ausgehen
Die Aachener Printen sind ein hartes, würziges Lebkuchengebäck mit geschützter Herkunftsbezeichnung, das man in traditionellen Bäckereien rund um Dom und Markt kauft. Dazu gibt es Reisfladen, einen Kuchen mit Milchreis, und herzhafte rheinische Küche. Das Pontviertel rund um die Pontstraße ist dank der Studenten das Ausgehviertel der Stadt mit Kneipen, Bars und günstigen Lokalen. Im Juli findet der CHIO statt, das bedeutendste Reitturnier der Welt.
Unterwegs und beste Reisezeit
Die nächsten Flughäfen sind Köln/Bonn und Düsseldorf, beide in rund einer Stunde erreichbar, sowie Maastricht. Aachen ist ICE- und Thalys-Halt auf der Strecke Köln–Brüssel. In der Stadt fahren Busse. Die beste Reisezeit ist von Mai bis September, im Advent zieht der Weihnachtsmarkt rund um Dom und Rathaus Besucher aus den Nachbarländern an. Ausflüge führen ins niederländische Maastricht, ins belgische Lüttich, zum Dreiländerpunkt am Vaalserberg und in die Eifel mit dem Nationalpark und der Abtei Monschau.












