Stadt · Ebene 3

Nürnberg

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Region
Bayern, Deutschland
Einwohner
531.159
Zentrum
49.4539° N · 11.0773° E
Stadtteile
17
Nürnberg – Stadtansicht
Nürnberg · © YuTrofimov · CC BY 3.0
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Karte von Nürnberg

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§ 4

Nürnberg entdecken: Kaiserburg, Dürer und Lebkuchen

Reiseführer · redaktionell

Über der Altstadt thront die Kaiserburg auf einem Sandsteinfelsen, und in den Gassen darunter duftet es nach Rostbratwürsten und Lebkuchen. Nürnberg war eine der wichtigsten Städte des Heiligen Römischen Reiches und ist heute die größte Stadt Frankens. Eine Städtereise nach Nürnberg verbindet mittelalterliche Pracht, Dürers Erbe und eine bewegende Auseinandersetzung mit dem 20. Jahrhundert.

Des Reiches Schatzkästlein

Im Mittelalter war Nürnberg eine Freie Reichsstadt, in der die Kaiser residierten und die Reichskleinodien verwahrt wurden. Handwerker und Kaufleute machten sie zu einem Zentrum von Kunst, Wissenschaft und Handel; Albrecht Dürer, Veit Stoß und Martin Behaim, der den ältesten erhaltenen Globus schuf, lebten hier. In der NS-Zeit wurde Nürnberg zur „Stadt der Reichsparteitage“ und gab den Rassengesetzen von 1935 den Namen. Nach dem Krieg tagten hier die Nürnberger Prozesse gegen die Hauptkriegsverbrecher. Die im Krieg schwer zerstörte Altstadt wurde weitgehend nach historischem Vorbild aufgebaut.

Sehenswürdigkeiten in Nürnberg

Die Kaiserburg mit dem Sinwellturm und dem tiefen Brunnen bietet einen Blick über die Dächer der Altstadt. Unterhalb liegt das Albrecht-Dürer-Haus, in dem der Maler fast zwei Jahrzehnte lebte. Die Altstadt ist durch die Pegnitz geteilt: Im Norden liegt St. Sebald, im Süden St. Lorenz, jeweils mit gotischen Hallenkirchen. Der Hauptmarkt mit dem Schönen Brunnen und der Frauenkirche, an deren Fassade mittags das „Männleinlaufen“ beginnt, ist das Herz der Stadt. Die rund fünf Kilometer lange Stadtmauer mit Türmen und Toren ist fast vollständig erhalten. An der Pegnitz liegen das Heilig-Geist-Spital und der Henkersteg.

Museen und Erinnerung

Das Germanische Nationalmuseum ist das größte kulturhistorische Museum im deutschen Sprachraum, mit Dürers Gemälden und Behaims Globus. Im Spielzeugmuseum zeigt sich die Tradition der Spielwarenstadt, die jedes Jahr die weltgrößte Spielwarenmesse ausrichtet. Auf dem Reichsparteitagsgelände im Südosten informiert ein Dokumentationszentrum in der unvollendeten Kongresshalle über die Propaganda der Nazis, im Memorium Nürnberger Prozesse ist der Saal 600 zu sehen, in dem verhandelt wurde.

Essen in Nürnberg

Nürnberger Rostbratwürste sind klein, fingerdick und werden zu „Drei im Weggla“ im Brötchen oder zu sechst mit Sauerkraut und Kartoffelsalat serviert. Die „Saure Zipfel“ werden in Essigsud gegart. Nürnberger Lebkuchen sind weltbekannt, am feinsten sind die Elisenlebkuchen mit hohem Nuss- und Mandelanteil. Fränkisches Bier aus kleinen Brauereien und Weine aus Franken passen dazu. Die Felsenkeller unter der Burg, in denen früher Bier gelagert wurde, kann man auf Führungen besichtigen.

Christkindlesmarkt und Reisezeit

Im Advent wird der Hauptmarkt zum berühmten Christkindlesmarkt, der vom Christkind auf der Frauenkirche eröffnet wird. Ansonsten ist die beste Reisezeit von Mai bis September, wenn man an der Pegnitz sitzen kann. Der Flughafen liegt nur wenige Kilometer nördlich und ist per U-Bahn in rund zwölf Minuten mit dem Hauptbahnhof verbunden. Ausflüge führen nach Bamberg mit seiner UNESCO-geschützten Altstadt und dem Rauchbier, nach Fürth, Erlangen und in die Fränkische Schweiz mit Burgen, Felsen und der höchsten Brauereidichte der Welt. Im Sommer locken das Bardentreffen, ein großes Straßenmusikfestival, und Klassik Open Air im Luitpoldhain.