Bulgarien: Schwarzmeerküste, Klöster und Rosental
Reiseführer · redaktionellBulgarien hat rund 380 Kilometer Schwarzmeerküste, drei Hochgebirge und eine Geschichte, die von thrakischen Gräbern bis zu orthodoxen Klöstern reicht. Seit 2025 ist das Land voll im Schengen-Raum, seit Anfang 2026 zahlt man mit dem Euro, und ein Urlaub in Bulgarien ist damit so unkompliziert wie nie.
Die Schwarzmeerküste von Warna bis Sosopol
Warna ist die Sommerhauptstadt des Landes, mit dem großen Meeresgarten, einem Park direkt über dem Strand, römischen Thermen mitten in der Innenstadt und einem Archäologiemuseum, das den ältesten bearbeiteten Goldschatz der Welt zeigt, rund 6.000 Jahre alt. Nördlich liegen Goldstrand und das ruhigere Kap Kaliakra mit roten Steilklippen. Burgas im Süden ist Hafen- und Universitätsstadt, umgeben von Seen, an denen Pelikane und Flamingos rasten. Auf einer Halbinsel nördlich davon steht Nessebar, eine Altstadt voller mittelalterlicher Kirchen aus Ziegel und Naturstein, heute UNESCO-Welterbe und im Sommer gut besucht. Nebenan erstreckt sich der Sonnenstrand mit großen Hotelanlagen. Sosopol hat mit seinen Holzhäusern aus dem 19. Jahrhundert und den Fischerbooten im Hafen viel mehr Dorfcharakter, Primorsko und die Strände rund um den Fluss Ropotamo sind beliebt bei bulgarischen Familien.
Sofia und Plowdiw
Sofia liegt auf 550 Metern am Fuß des Witoscha-Gebirges, zu dem man in einer halben Stunde mit dem Bus fährt. Das Stadtbild prägen die goldene Kuppel der Alexander-Newski-Kathedrale, die Rotunde des heiligen Georg aus dem 4. Jahrhundert im Innenhof eines Regierungsgebäudes und Reste des antiken Serdica, die beim Bau der Metro freigelegt wurden. Moschee, Synagoge, katholische und orthodoxe Kirche stehen nur wenige Hundert Meter voneinander entfernt. In der kleinen Kirche von Bojana am Stadtrand sind Fresken aus dem 13. Jahrhundert erhalten, die als Vorläufer der Renaissance-Malerei gelten. Plowdiw, älter als Rom und Athen, gehört zu den ältesten durchgehend bewohnten Städten Europas. Ein römisches Theater wird im Sommer für Opern genutzt, das Kapana-Viertel ist voller Galerien und Craft-Bier-Bars, und die Altstadt auf drei Hügeln zeigt bunt bemalte Bürgerhäuser aus der Zeit der nationalen Wiedergeburt.
Sehenswürdigkeiten in Bulgarien: Klöster und alte Hauptstädte
Das Rila-Kloster im gleichnamigen Gebirge ist das spirituelle Zentrum des Landes, mit gestreiften Arkaden und einer Kirche, deren Vorhalle mit Höllen- und Paradiesszenen ausgemalt ist. Wer dort übernachtet, hört frühmorgens den Klang der Holzklapper, mit der die Mönche zum Gebet rufen. Weliko Tarnowo, die Hauptstadt des Zweiten Bulgarischen Reiches, klebt in Terrassen an den Hängen über dem Fluss Jantra. Auf dem Hügel Zarewez steht die Festung, in der an manchen Abenden eine Licht- und Tonshow stattfindet. Ganz in der Nähe liegt das Museumsdorf Arbanassi. Im Rosental zwischen Kasanlak und Karlowo wird im Mai und Juni Rosenöl destilliert, das in der Parfümindustrie weltweit begehrt ist. Bei Kasanlak liegen auch thrakische Grabmäler mit erhaltener Wandmalerei. Russe an der Donau, mit Jugendstilfassaden und einer Brücke nach Rumänien, wird oft als kleines Wien bezeichnet.
Gebirge und Wintersport
Drei große Gebirge prägen den Südwesten: Rila mit dem Mussala, mit 2.925 Metern dem höchsten Gipfel des Balkans, und den Sieben Rila-Seen, die man im Sommer auf einer Tageswanderung umrundet; das Pirin mit Marmorgipfeln und Gletscherseen; und die Rhodopen weiter östlich, ein waldreiches Mittelgebirge mit Schluchten, Höhlen und Dörfern wie Schiroka Laka. Bansko am Fuß des Pirin ist das bekannteste Skigebiet des Landes, mit Steinhäusern, alten Mehanas und Pisten bis über 2.500 Meter. Borowez im Rila-Gebirge war schon im 19. Jahrhundert Jagdresidenz der Zaren. Im Sommer werden diese Orte zu Ausgangspunkten für Wanderungen und Mountainbiketouren.
Essen und Trinken
Die bulgarische Küche ist ehrlich und gemüsereich. Schopska-Salat aus Tomaten, Gurken, Paprika und geriebenem Sirene, dem weißen Schafskäse, steht auf jedem Tisch, dazu ein Glas Rakija. Im Sommer gibt es Tarator, eine kalte Suppe aus Joghurt, Gurke, Knoblauch und Walnüssen. Banitsa, ein Blätterteig mit Käse, wird zum Frühstück gegessen, oft mit Ayran oder Boza, einem leicht vergorenen Getreidegetränk. Kavarma, Fleisch mit Gemüse im Tontopf, und gegrillte Kebapcheta sind Klassiker in den Mehanas. Der bulgarische Joghurt hat einen eigenen Ruf, die Bakterienart Lactobacillus bulgaricus trägt den Namen des Landes. Rotweine aus der Rebsorte Mavrud aus der Gegend um Plowdiw oder Melnik aus dem Strumatal sind kräftig und preiswert.
Unterwegs und beste Reisezeit für Bulgarien
Ein Hinweis für Gespräche: In Bulgarien bedeutet Kopfnicken oft Nein und Kopfschütteln Ja. Fernbusse verbinden die großen Städte schneller als die meist langsame Eisenbahn, für Klöster und Bergdörfer ist ein Mietwagen praktisch. Die Autobahnen sind vignettenpflichtig, die elektronische Vignette lässt sich online kaufen. Zu den beliebtesten Bulgarien Reisezielen gelangt man im Sommer per Direktflug nach Warna oder Burgas. Die beste Reisezeit für Bulgarien zum Baden ist Juni bis September, das Meer erreicht im August rund 25 Grad, die Luft 28 bis 30 Grad. Für Städtereisen und Wanderungen eignen sich Mai, Juni und September besonders gut. Die Skisaison in Bansko und Borowez reicht etwa von Mitte Dezember bis Ende März, in Sofia kann es dann deutlich unter null Grad kalt werden.















