Region · Ebene 2

Oblast Sofia

1.107 Orte in Oblast Sofia, verteilt auf 2 Städte mit eigener Seite.

Land
Bulgarien
Städte
2
Zuordnung
über Koordinaten
§ 3

Oblast Sofia: Borowez, Rila und Kopriwschtiza

Reiseführer · redaktionell

Wie ein breiter Ring legt sich die Oblast Sofia um die Hauptstadt, ohne sie einzuschließen – ihr Verwaltungssitz liegt in Sofia selbst. Eine Reise nach Sofia-Land führt auf den Musala, den höchsten Gipfel der Balkanhalbinsel, in das Skigebiet Borowez und in Kopriwschtiza, eines der schönsten Museumsdörfer Bulgariens.

Berge rund um die Hauptstadt

Kaum eine bulgarische Oblast ist so gebirgig. Im Süden erhebt sich das Rila-Gebirge mit dem 2.925 Meter hohen Musala, im Norden der Westbalkan mit Pässen wie dem Witinja und dem Arabakonak, dazwischen die sanften Höhen der Sredna Gora. Die Iskar entspringt im Rila, durchfließt den Stausee Iskar, den größten des Landes, und bricht dann in einer tiefen Schlucht durch den Balkan nach Norden. Ein Großteil der Fläche ist bewaldet, in den Becken von Samokow, Ichtiman und Botewgrad wird Landwirtschaft betrieben.

Samokow und Borowez

Samokow war im 19. Jahrhundert ein Zentrum der Ikonenmalerei; die Samokower Schule um Sachari Sograf schmückte Klöster im ganzen Land. In der Stadt sind die Bairakli-Moschee mit ihren Wandmalereien, das Nonnenkloster Pokrow und ein Historisches Museum zu sehen. Zehn Kilometer höher liegt Borowez, das älteste Skigebiet Bulgariens, 1896 als Jagdsitz der Zaren gegründet. Im Winter ziehen Pisten auf rund 2.500 Meter hinauf, im Sommer führt eine Gondelbahn nach Jastrebez, von wo man in einigen Stunden zur Hütte Musala und auf den Gipfel wandert.

Sehenswürdigkeiten in der Oblast Sofia

Kopriwschtiza in der Sredna Gora ist ein Ort, an dem die Zeit stehen geblieben scheint: farbige Kaufmannshäuser mit Holzerkern, Steinbrücken über den Bach Topolniza und Museen in den Geburtshäusern von Revolutionären und Dichtern wie Ljuben Karawelow und Dimtscho Debeljanow. Hier begann 1876 der Aprilaufstand gegen die osmanische Herrschaft. Alle fünf Jahre findet auf der Wiese Woiwodenez das Nationale Folklorefestival statt, das größte Treffen traditioneller Musik in Bulgarien. Weitere Ausflugsziele sind die Iskar-Schlucht mit ihren steilen Kalkfelsen, das Kloster Etropole im Balkan und der Ferienort Prawez mit Golfplatz.

Essen und Alltag

Die Küche der Bergregionen ist deftig: Kartoffelgerichte, Bohnensuppe, Kebaptscheta und Lamm vom Spieß. Rund um Samokow werden Kartoffeln angebaut, die im ganzen Land einen guten Ruf haben. In Kopriwschtiza gibt es in den Mehanas Kapama und Banitsa, dazu Rakija und Kräutertee aus der Sredna Gora. Viele Menschen pendeln nach Sofia, Industrie gibt es etwa in Botewgrad und um den Kupferabbau bei Tschelopetsch und Pirdop. Im Norden der Oblast lohnen Etropole mit seinem Uhrturm und einem Wasserfall am Stadtrand sowie Botewgrad, dessen Uhrturm von 1866 als Wahrzeichen gilt. Am Witinja-Pass beginnen Wanderwege auf den Balkankamm. Und in Elin Pelin und Gorna Malina, nur eine halbe Stunde von der Hauptstadt, findet man noch ländliche Dörfer mit Kirchen aus dem 19. Jahrhundert, Gästehäusern und hausgemachtem Joghurt.

Anreise und beste Reisezeit

Borowez liegt nur etwa 70 Kilometer vom Flughafen Sofia entfernt, Transferbusse fahren in der Skisaison regelmäßig. Kopriwschtiza erreicht man per Zug auf der Strecke Sofia–Burgas, der Bahnhof liegt allerdings einige Kilometer außerhalb, ein Anschlussbus fährt in den Ort. Beste Reisezeit für Skifahrer ist Dezember bis März, für Wanderungen im Rila Juli bis September. Kopriwschtiza ist im späten Frühling und Frühherbst am stimmungsvollsten.