Plowdiw entdecken: Römisches Theater und Kapana
Reiseführer · redaktionellPlowdiw gilt als eine der ältesten dauerhaft bewohnten Städte Europas, und das spürt man auf Schritt und Tritt: Ein römisches Stadion liegt unter der Fußgängerzone, ein antikes Theater wird noch heute bespielt, und die Altstadt mit bunten Kaufmannshäusern thront auf drei Hügeln. 2019 war Plowdiw Kulturhauptstadt Europas. Eine Reise nach Plowdiw ist eine Entdeckung für alle, die Geschichte und ein entspanntes Lebensgefühl schätzen.
Von Philippopolis zur Kulturhauptstadt
Thraker siedelten hier schon vor Jahrtausenden auf den Hügeln über der Mariza. Philipp II. von Makedonien eroberte die Stadt im 4. Jahrhundert v. Chr. und gab ihr den Namen Philippopolis. Unter den Römern wurde sie zu einer der wichtigsten Städte der Provinz Thrakien. In osmanischer Zeit hieß sie Filibe, und im 19. Jahrhundert ließen sich wohlhabende Kaufleute in der Altstadt prächtige Häuser bauen, die als Höhepunkt der bulgarischen Wiedergeburtsarchitektur gelten.
Sehenswürdigkeiten in Plowdiw
Das Antike Theater aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. wurde erst in den 1970er-Jahren durch einen Erdrutsch wiederentdeckt und ist heute Bühne für Opern und Konzerte im Sommer. Unter dem Platz Dzhumaya liegen die Reste des römischen Stadions, das einst rund 30.000 Zuschauer fasste; ein Teil ist zugänglich. Daneben steht die Dzhumaya-Moschee aus dem 15. Jahrhundert. Die Altstadt mit ihren Kopfsteinpflastergassen und den farbenfrohen Häusern, etwa dem Haus Balabanow und dem Ethnographischen Museum im Haus Kujumdschiew, ist ein Freilichtmuseum. Vom Hügel Nebet Tepe blickt man über die Stadt. Die Fußgängerzone im Zentrum ist eine der längsten Europas.
Kapana und Ausgehen
Das Viertel Kapana, die „Falle“, war früher ein Handwerkerviertel mit engen Gassen. Heute ist es das kreative Herz der Stadt, mit Street Art, Galerien, Craft-Bier-Bars und Cafés. Abends sitzt man hier im Freien, und im Sommer finden Festivals statt. Auch rund um das Stadtzentrum, im Tsentralen-Bezirk, reihen sich Bars und Restaurants aneinander.
Essen in Plowdiw
Die Region um Plowdiw ist landwirtschaftlich geprägt, und die Märkte sind voller Gemüse und Obst. In den Restaurants gibt es Schopska-Salat, gefüllte Paprika, Kavarma und Kebapcheta. Die Weinregion Thrakien rund um Plowdiw ist für Mavrud und Rubin bekannt. Zum Frühstück isst man Banitsa, am Nachmittag Kaffee in einem der vielen Cafés.
Unterwegs und beste Reisezeit
Der kleine Flughafen wird nur von wenigen Linien angeflogen, die meisten Reisenden kommen über Sofia, von dort fahren Busse und Züge in rund zwei Stunden. Die Innenstadt ist kompakt und zu Fuß gut zu erkunden. Die beste Reisezeit ist das Frühjahr und der Herbst; der Sommer ist heiß. Ausflüge führen zum Kloster Batschkowo, dem zweitgrößten Kloster Bulgariens, zur Festung von Assenowgrad und in die Rhodopen, ein Waldgebirge mit Schluchten, Höhlen und Bergdörfern wie Schiroka Laka. Auch die Rosenfelder im Tal bei Kasanlak, wo im Mai und Juni die Ölrose für die Parfümindustrie geerntet wird, und die thrakischen Grabmäler der Region lassen sich an einem Tag besuchen. Wer im Sommer kommt, erlebt im Antiken Theater Opernaufführungen unter freiem Himmel, ein unvergesslicher Rahmen für einen Plowdiw-Urlaub.









