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Rumänien

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Rumänien: Karpaten, Siebenbürgen und Donaudelta

Reiseführer · redaktionell

Rumänien ist das größte Land Südosteuropas, und es überrascht vor allem mit dem, was zwischen den Städten liegt: Karpatenwälder mit Bären und Wölfen, Kirchenburgen in sächsischen Dörfern und das Donaudelta mit seinen Pelikankolonien. Ein Urlaub in Rumänien ist eine Reise, die man langsam angehen sollte.

Siebenbürgen: Kronstadt, Hermannstadt und Schäßburg

Siebenbürgen, im Bogen der Karpaten gelegen, wurde über Jahrhunderte von Rumänen, Ungarn und Siebenbürger Sachsen geprägt, deren deutsche Ortsnamen bis heute gebräuchlich sind. Hermannstadt, rumänisch Sibiu, hat mit dem Großen und Kleinen Ring zwei weite Plätze, auf deren Dächern Gauben wie halb geschlossene Augen auf die Gassen blicken, die Einheimischen nennen sie die Augen der Stadt. Kronstadt, rumänisch Brașov, liegt am Fuß der Zinne, die Schwarze Kirche ist das größte gotische Gotteshaus im Südosten Europas. Nicht weit entfernt thront Schloss Bran auf einem Felsen, vermarktet als Draculaschloss, obwohl der historische Vlad III. dort wohl kaum je wohnte. Schäßburg, Sighișoara, ist eine der wenigen noch bewohnten mittelalterlichen Burgstädte Europas, mit Stundturm, überdachter Schülertreppe und bunten Bürgerhäusern. In den Dörfern dazwischen, etwa Birthälm oder Deutsch-Weißkirch, stehen befestigte Kirchen, die gemeinsam zum UNESCO-Welterbe gehören.

Bukarest und die großen Städte

Bukarest wirkt beim ersten Eindruck rau, belohnt aber den, der sich Zeit nimmt. Der Parlamentspalast aus der Ceaușescu-Zeit gehört zu den größten Verwaltungsgebäuden der Welt, nur wenige Kilometer entfernt finden sich Jugendstilvillen, die Belle-Époque-Fassaden der Calea Victoriei und die Altstadt Lipscani mit Kneipen in alten Handelshöfen wie dem Hanul lui Manuc. Das Dorfmuseum im Herăstrău-Park zeigt Bauernhäuser aus allen Regionen. Klausenburg, Cluj-Napoca, ist eine junge Universitätsstadt mit Technologieszene und dem Musikfestival Untold im Sommer. Temeswar, Timișoara, war 1989 Ausgangspunkt der Revolution, ihre Plätze sind von barocken und sezessionistischen Häusern umrahmt. Oradea an der ungarischen Grenze ist für ihre Jugendstil-Architektur bekannt, Iași im Nordosten für Klöster, Universitäten und den Kulturpalast. In Krajowa, Craiova, im Süden lohnt der große Nicolae-Romanescu-Park.

Sehenswürdigkeiten in Rumänien: Bukowina und Maramureș

Im Nordosten liegen die Moldauklöster der Bukowina, deren Außenwände im 15. und 16. Jahrhundert vollständig mit Fresken bemalt wurden. Das Kloster Voroneț ist für ein besonderes Blau berühmt, Sucevița für eine Himmelsleiter mit Engeln und Dämonen. Weiter westlich, in der Maramureș, stehen Holzkirchen mit nadelspitzen Türmen und geschnitzte Holztore vor den Höfen. Auf dem Fröhlichen Friedhof von Săpânța erzählen bunt bemalte Holzkreuze mit gereimten Versen vom Leben der Verstorbenen, oft mit Humor. Im Dorf Breb und in den Tälern von Iza und Mara übernachtet man bei Bauernfamilien, die morgens Milch, Schafskäse und Speck auf den Tisch stellen. Hier sieht man noch Pferdefuhrwerke, Heuschober und Frauen in Tracht auf dem Weg zum Sonntagsgottesdienst.

Karpaten, Donaudelta und Schwarzes Meer

Die Karpaten bedecken rund ein Drittel des Landes. Die Transfogarascher Hochstraße überquert das Fogarasch-Gebirge auf über 2.000 Metern und ist meist nur von Juli bis Oktober geöffnet, die Transalpina erreicht sogar noch etwas mehr Höhe. In den Wäldern leben die meisten Braunbären Europas außerhalb Russlands, geführte Beobachtungstouren werden angeboten; wer allein wandert, sollte keine Essensreste liegen lassen und sich über das richtige Verhalten informieren. Das Donaudelta, wo die Donau sich in drei Arme teilt, ist eines der größten Feuchtgebiete Europas. Ausgangspunkt ist Tulcea, von dort fahren Boote in die Kanäle zu Seerosenfeldern, Fischerdörfern und Kormorankolonien. An der Küste liegen Konstanza, Constanța, mit antiken Mosaiken und dem Jugendstil-Kasino am Meer, sowie Badeorte wie Mamaia und Costinești, wo im Sommer vor allem junge Rumänen feiern.

Essen und Trinken

Die rumänische Küche ist deftig und vom Bauernhof geprägt. Sarmale, Kohlrouladen mit Hackfleisch und Reis, werden mit Mămăligă, festem Maisbrei, Sauerrahm und manchmal einer scharfen Paprikaschote serviert. Ciorbă, säuerliche Suppen mit Kleie-Sud oder Zitrone, gibt es in vielen Varianten, die Kuttelsuppe Ciorbă de burtă ist ein Klassiker. Mici, kleine gegrillte Hackfleischröllchen mit Senf, gehören zu jedem Fest. Zum Nachtisch locken Papanași, Quarkkrapfen mit Schmand und Konfitüre. Țuică und Pălincă, Pflaumen- und Obstbrände, werden zur Begrüßung gereicht, Weinregionen wie Dealu Mare, Cotnari und Recaș liefern gute Weißweine wie Fetească Albă und Rotweine wie Fetească Neagră.

Unterwegs und beste Reisezeit für Rumänien

Seit Anfang 2025 ist Rumänien voll im Schengen-Raum, die Grenzkontrollen zu Ungarn und Bulgarien sind entfallen. Das Bahnnetz ist dicht, aber langsam, dafür landschaftlich reizvoll; Fernbusse und Mietwagen sind oft schneller. Viele Rumänien Reiseziele in Siebenbürgen lassen sich gut in einer Rundreise über Hermannstadt, Schäßburg und Kronstadt verbinden. Die beste Reisezeit für Rumänien sind Mai und Juni sowie September und Oktober, mit 18 bis 26 Grad und grünen oder herbstlich gefärbten Wäldern. Im Juli und August kann es in Bukarest über 35 Grad heiß werden, dann sind die Berge und die Küste angenehmer. Die Winter sind kalt und schneereich, in Poiana Brașov und Sinaia wird von Dezember bis März Ski gefahren.