Konstanza: Rumäniens Schwarzmeerküste und antikes Tomis
Reiseführer · redaktionellEin Urlaub in Konstanza bedeutet für die meisten Rumänen vor allem eines: Sommer am Schwarzen Meer. Der Kreis Constanța umfasst fast die gesamte rumänische Küste südlich des Donaudeltas, dazu die steppenartige Dobrudscha mit Weinbergen, Tatarendörfern und Ruinen aus griechischer und römischer Zeit.
Die Stadt Konstanza: Ovid, Moschee und Jugendstil-Kasino
Die Hafenstadt ist eine der ältesten Siedlungen des Landes. Griechische Kolonisten gründeten hier Tomis, und der römische Dichter Ovid verbrachte an diesem Ort seine letzten Jahre im Exil – seine Statue steht auf dem gleichnamigen Platz in der Altstadt. Gleich daneben schützt ein Bau die Reste eines großen römischen Bodenmosaiks. Das Jugendstil-Kasino auf der Klippe über dem Meer ist das Wahrzeichen der Stadt, und das Minarett der Carol-I.-Moschee bietet einen weiten Blick über Dächer und Hafen. Dieser ist der größte am Schwarzen Meer und prägt bis heute Wirtschaft und Alltag der Stadt.
Badeorte von Mamaia bis Vama Veche
Nördlich der Stadt zieht sich Mamaia als schmaler Landstreifen zwischen Siutghiol-See und Meer entlang: Hotels, Beachclubs und eine Seilbahn über die Promenade, im Juli und August laut und voll. Am Nordende schließen Mamaia-Sat und Năvodari mit ruhigeren Pensionen an. Im Süden folgen Eforie Nord und Eforie Sud, bekannt für den Techirghiol-See, dessen schwarzer Heilschlamm seit über hundert Jahren Kurgäste anzieht. Costinești ist der traditionelle Badeort der Studenten, mit dem rostenden Wrack der Evangelia vor dem Strand. Ganz im Süden, kurz vor der bulgarischen Grenze, haben sich 2 Mai und Vama Veche einen Ruf als alternative Küstenorte bewahrt, mit Zelten am Strand, Livemusik und Sonnenaufgängen nach durchfeierten Nächten.
Sehenswürdigkeiten in Konstanza abseits des Strandes
Wer die Liegen verlässt, findet in der Dobrudscha bemerkenswerte Spuren der Geschichte. Histria, die älteste griechische Stadt auf rumänischem Boden, liegt an einer Lagune am Rand des Donaudeltas; zwischen den Grundmauern brüten Wasservögel. Bei Adamclisi erinnert das rekonstruierte Siegesmonument Tropaeum Traiani an Kaiser Trajans Feldzüge gegen die Daker. Rund um Murfatlar wachsen auf kalkigen Hügeln Weine, die zu den bekanntesten des Landes gehören, und in Dörfern wie Cobadin oder Medgidia prägen tatarische und türkische Gemeinden mit Moscheen das Bild.
Unterwegs entlang der Küste
Zwischen den Badeorten verkehren Busse und Sammeltaxis, in der Saison fahren auch Züge von Konstanza bis Mangalia. Mangalia selbst, das antike Callatis, besitzt eine kleine Moschee aus dem 16. Jahrhundert und einen Jachthafen. Die Ferienorte Neptun, Jupiter, Venus und Saturn entstanden in den 1960er- und 1970er-Jahren als sozialistische Hotelstädte und werden nach und nach modernisiert. Wer Natur sucht, fährt an den Nordrand des Kreises zu den Lagunen bei Corbu, wo sich wilde Strände und die Vogelwelt des Donaudeltas ankündigen.
Küche, Anreise und beste Reisezeit
Am Meer isst man Fisch: gegrillte Makrelen, frittierte Sprotten und Miesmuscheln mit Knoblauchsauce, dazu die Plăcintă dobrogeană, einen mit Käse gefüllten Blätterteig. Tatarische Küche bringt Teigtaschen wie Suberek auf den Tisch. Von Bukarest führt die Autobahn A2 in gut zwei Stunden an die Küste, Züge brauchen etwa zweieinhalb Stunden. Der Flughafen Mihail Kogălniceanu wird vor allem im Sommer angeflogen. Die beste Reisezeit liegt zwischen Juni und September; der Juni und die erste Septemberhälfte sind ruhiger und günstiger als die Hochsaison, wenn halb Bukarest an die Küste zieht. Außerhalb der Saison schließen viele Hotels, die Stadt Konstanza bleibt aber auch im Winter einen Besuch wert.








