Sathmar: Grenzland zwischen Someș und Oaș
Reiseführer · redaktionellEine Reise nach Sathmar führt in den äußersten Nordwesten Rumäniens, wo Rumänen, Ungarn und die Nachfahren der Sathmarer Schwaben seit Jahrhunderten zusammenleben. Der Kreis Satu Mare verbindet eine elegante Jugendstilstadt am Someș mit dem urtümlichen Bergland Țara Oașului.
Lage und Landschaft
Der Kreis grenzt im Westen an Ungarn und im Norden an die Ukraine. Sein größter Teil ist flache, fruchtbare Ebene, durchzogen vom Someș, der hier träge Richtung Theiß fließt. Erst im Nordosten heben sich die Vulkanhügel des Oaș-Landes und die Ausläufer der Gutâi-Berge. Dort liegt Negrești-Oaș, Zentrum einer Gegend, die für ihre lebhaften Volkstrachten, laute Hochzeiten und hochprozentige Horincă bekannt ist. Im Süden sind die Thermalbäder von Tășnad ein beliebtes Ziel der Einheimischen, die dort im warmen, salzhaltigen Wasser baden.
Sathmar und Großkarol
Die Kreisstadt Sathmar, rumänisch Satu Mare, zeigt ihre schönste Seite rund um den Freiheitsplatz. Das Hotel Dacia, ein farbenfroher Secessionsbau mit Majolika-Ornamenten, beherbergt heute Teile des Kreismuseums; daneben stehen die klassizistische römisch-katholische Kathedrale und der Feuerwehrturm, von dem man über die Dächer blickt. Rund 35 Kilometer südwestlich liegt Großkarol (Carei) mit dem Schloss der Grafen Károlyi, einem neogotisch umgebauten Bau mit Park und Wassergraben. Die Grafenfamilie holte im 18. Jahrhundert schwäbische Siedler ins Land, deren Dörfer wie Petrifeld (Petrești) bis heute deutsche Spuren tragen; ein kleines Museum dort erinnert an die Sathmarer Schwaben.
Küche, Anreise und beste Reisezeit
Am Tisch mischen sich die Einflüsse: ungarisches Gulasch und Paprikasch, rumänische Sarmale, schwäbische Mehlspeisen und dazu Pflaumenschnaps aus dem Oaș. Die beste Reisezeit ist der späte Frühling und der Frühherbst; im Winter lohnen sich die Bräuche um Weihnachten in den Dörfern. Satu Mare hat einen kleinen Flughafen mit Inlandsverbindungen nach Bukarest, wichtiger ist die Nähe zur ungarischen Grenze: Über den Übergang Petea erreicht man Debrecen in rund anderthalb Stunden. Zur Maramureș mit den Holzkirchen und dem Fröhlichen Friedhof von Săpânța ist es ebenfalls nicht weit.

