Maramureș: Holzkirchen, Dampfzug und Fröhlicher Friedhof
Reiseführer · redaktionellGanz im Norden Rumäniens, an der Grenze zur Ukraine, hat sich in der Maramureș eine bäuerliche Kultur gehalten, die anderswo längst verschwunden ist. Wer einen Urlaub in der Maramureș verbringt, sieht Pferdewagen auf Dorfstraßen, geschnitzte Hoftore und Kirchen, deren schlanke Holztürme in den Himmel stechen.
Holzkirchen und geschnitzte Tore
Acht Holzkirchen der Region stehen auf der UNESCO-Welterbeliste, darunter die Kirchen von Ieud, Bârsana, Budești, Desești, Poienile Izei und Surdești. Sie wurden meist im 17. und 18. Jahrhundert aus Eichenholz gebaut, ihre Innenräume sind mit naiv-farbigen Wandmalereien bedeckt. Das Kloster Bârsana, eine neuere Anlage im traditionellen Stil, zeigt, wie lebendig das Zimmermannshandwerk geblieben ist. Fast jedes Gehöft besitzt ein mächtiges, mit Seilmotiven und Sonnensymbolen verziertes Holztor – ein Statussymbol, an dem Familien über Generationen festhalten.
Sehenswürdigkeiten in der Maramureș
In Săpânța nahe der Grenze liegt der Fröhliche Friedhof: Bunt bemalte Holzkreuze erzählen in Bildern und gereimten Versen, oft mit Humor, vom Leben und Sterben der Verstorbenen. Begründet hat die Tradition der Schnitzer Stan Ioan Pătraș. In Sighetu Marmației (Marmaroschsiget) erinnert die Gedenkstätte im ehemaligen politischen Gefängnis an die Opfer des Kommunismus; die Stadt ist zudem Geburtsort des Friedensnobelpreisträgers Elie Wiesel. Von Vișeu de Sus aus dampft die Wassertalbahn, eine Schmalspur-Waldbahn, die einst von Zipser Deutschen betrieben wurde, durch ein enges Tal in die Wälder. Baia Mare selbst war jahrhundertelang eine Bergbaustadt für Gold und Silber; der mittelalterliche Stephansturm und das Mineralienmuseum zeugen davon.
Berge um Borșa
Im Osten des Kreises erheben sich das Rodna-Gebirge mit dem Pietrosul Rodnei und die Maramureș-Berge. Borșa und der Ortsteil Băile Borșa sind Ausgangspunkte für Wanderungen und im Winter für Skifahrer; über den Prislop-Pass gelangt man in die Bukowina. In Moisei erinnert ein Denkmal an die Opfer eines Massakers im Jahr 1944. Hirten treiben im Sommer Schafe und Rinder auf die Hochweiden, und an Feiertagen tragen viele Dorfbewohner noch ihre Trachten zum Gottesdienst.
Leben in den Dörfern
Die Täler von Iza, Mara und Cosău gelten als Herz der Maramureș. Hier arbeiten noch Schmiede, Weber und Holzschnitzer, und an Bachläufen drehen sich hölzerne Walkmühlen, in denen Wolldecken verfilzt werden. In Ieud oder Botiza bieten Familien Zimmer an und laden ihre Gäste ein, beim Heuen zuzusehen oder Brot im Holzofen zu backen. Sonntags gehen viele Dorfbewohner in Tracht zur Kirche, die Männer oft mit kleinen Strohhüten. Wer offen unterwegs ist, erlebt eine Gastfreundschaft, die schnell in eine Einladung zu Schnaps und Speck mündet.
Küche, Anreise und beste Reisezeit
Zur Begrüßung wird häufig Horincă gereicht, ein doppelt gebrannter Pflaumenschnaps. Dazu gibt es Balmoș, Polenta mit Schafskäse und Butter, sowie Eintöpfe mit Pilzen und Kraut. Der kleine Flughafen Baia Mare hat nur wenige Verbindungen, häufiger reist man über Klausenburg oder Satu Mare an. Ein Mietwagen ist für die Dörfer fast unverzichtbar. Die beste Reisezeit ist Mai bis Oktober; zu Ostern, Mariä Himmelfahrt am 15. August und an Weihnachten zeigt sich das Brauchtum am stärksten.






