Region · Ebene 2

Cluj

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Land
Rumänien
Städte
4
Zuordnung
über Koordinaten
§ 3

Klausenburg: Universitätsstadt im Herzen Siebenbürgens

Reiseführer · redaktionell

Klausenburg gilt vielen Rumänen als die lebenswerteste Stadt des Landes, und der gleichnamige Kreis bietet mehr als nur sie. Wer eine Reise nach Klausenburg plant, entdeckt neben Studentenkneipen und Festivals auch Schluchten, ein spektakuläres Salzbergwerk und Dörfer, in denen Rumänisch und Ungarisch gleichermaßen zu hören sind.

Eine Stadt mit drei Namen

Rumänisch heißt sie Cluj-Napoca, ungarisch Kolozsvár, deutsch Klausenburg – die Namen spiegeln Jahrhunderte gemeinsamer Geschichte. Im Zentrum ragt die gotische Michaelskirche über den Unirii-Platz, davor reitet König Matthias Corvinus in Bronze; sein Geburtshaus steht nur wenige Gassen entfernt. Die Babeș-Bolyai-Universität ist eine der größten des Landes, und mit Tausenden Studierenden und einer starken IT-Branche wirkt die Stadt jung und weltoffen. Der Botanische Garten mit japanischem Teil und Gewächshäusern lohnt einen halben Tag, und vom Cetățuia-Hügel überblickt man die Dächer der Altstadt.

Festivals und Kulturleben

Jedes Jahr im August verwandelt das Untold-Festival die Stadt in eine riesige Tanzfläche mit Zehntausenden Besuchern. Im Frühsommer zeigt das Transilvania International Film Festival Kinoproduktionen aus aller Welt, oft auch unter freiem Himmel. Electric Castle wiederum findet im Park des Bánffy-Schlosses in Bongard (Bonțida) statt, rund 30 Kilometer nördlich, und hat die einst verfallene Barockanlage wieder bekannt gemacht. Außerhalb der Festivalwochen ist die Stadt ruhiger, aber mit Theater, Oper und einem ungarischen Nationaltheater kulturell gut bestückt.

Sehenswürdigkeiten in Klausenburg und Umgebung

Die meisten Ausflügler zieht es nach Thorenburg (Turda). Das dortige Salzbergwerk Salina Turda ist zu einem unterirdischen Freizeitpark umgebaut: In gewaltigen Kammern dreht sich ein Riesenrad, Boote gleiten über einen Salzsee. Nicht weit entfernt schneidet die Turda-Klamm tief in den Kalkstein, ein beliebtes Ziel für Wanderer und Kletterer. Deesch (Dej) im Norden ist eine alte Salzstadt mit reformierter Kirche. Westlich steigen die Apuseni-Berge an, mit Karstplateaus, Höhlen und Bauernhöfen, in denen noch Heu von Hand gewendet wird. Sächsisch Fenesch (Florești) hat sich dagegen zu einem schnell gewachsenen Vorort entwickelt, in dem viele Pendler wohnen.

Klausenburg Reiseziele für Naturfreunde

Wer mehr Zeit mitbringt, fährt in den Westen des Kreises Richtung Apuseni. Bei Mărișel stehen verstreute Bauernhöfe auf Bergwiesen, im Sommer duftet es nach frischem Heu. Die Stauseen am Someșul Cald ziehen Kanufahrer und Angler an, und am Stausee Beliș-Fântânele ragt bei Niedrigwasser die Kirche eines überfluteten Dorfes aus dem Wasser. Ein Abstecher in die Gegend um Huedin führt zu Dörfern, deren ungarische Bewohner ihre reformierten Kirchen mit bemalten Kassettendecken pflegen. Zurück in der Stadt laden Gartenkneipen und Weinbars rund um die Altstadt zu langen Sommerabenden ein.

Küche, Anreise und beste Reisezeit

Die regionale Spezialität ist Varză à la Cluj, ein Auflauf aus Sauerkraut, Hackfleisch und saurer Sahne. Ungarische Einflüsse zeigen sich in Gulasch, Lángos und Baumstriezel, dazu trinkt man Pálinka oder Weine aus dem Siebenbürgischen Hochland. Der Flughafen Cluj ist einer der verkehrsreichsten Rumäniens und wird aus vielen deutschen Städten direkt angeflogen. Mit dem Zug gelangt man nach Kronstadt, Oradea oder Bukarest. Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und September; wer Ruhe sucht, meidet die Untold-Woche, in der Hotels schnell ausgebucht und teuer sind.