Caraș-Severin: Herkulesbad und Banater Bergland
Reiseführer · redaktionellCaraș-Severin im Südwesten Rumäniens ist ein grünes Bergland zwischen Banat und Donau, dünn besiedelt und reich an Schluchten, Wasserfällen und Industriegeschichte. Eine Reise nach Caraș-Severin führt in den kaiserlichen Kurort Herkulesbad, zu türkisblauen Karstquellen und an die Donau beim Eisernen Tor.
Herkulesbad und das Cerna-Tal
Băile Herculane, deutsch Herkulesbad, nutzten schon die Römer; im 19. Jahrhundert ließen die Habsburger prachtvolle Kurhäuser, Bäder und eine Herkulesstatue errichten, und Kaiserin Elisabeth war zu Gast. Viele der historischen Bauten verfallen inzwischen, was dem Ort eine melancholische Atmosphäre verleiht, doch Thermalquellen und neue Hotels ziehen weiterhin Gäste an. Das Cerna-Tal darüber gehört zu einem Nationalpark mit Kalkwänden und Buchenurwäldern. Wanderwege führen zu Höhlen wie der Räuberhöhle, in der Spuren steinzeitlicher Bewohner gefunden wurden, und zu Aussichtspunkten über dem Tal. Wer im Freien baden möchte, findet entlang der Cerna kleine Becken mit warmem Quellwasser.
Sehenswürdigkeiten in Caraș-Severin
Im Nationalpark Cheile Nerei-Beușnița liegt das Ochiul Bei, ein kleiner See von leuchtendem Türkis, und der Wasserfall Beușnița. Nicht weit entfernt fließt beim Bigăr-Wasserfall eine Quelle über einen moosbewachsenen Felsen. Reschitza (Reșița), der Kreissitz, wurde 1771 als Eisenhüttenstadt gegründet; ein Freilichtmuseum zeigt Dampflokomotiven aus der Region. In Oravița steht eines der ältesten Theater Südosteuropas, und die Bergbahn Oravița–Anina gilt als älteste Gebirgsbahn des Landes. Am Südrand bildet die Donau den Durchbruch des Eisernen Tors. Caransebeș ist ein guter Ausgangspunkt für das Semenic-Gebirge und das Dorf Gărâna, das jedes Jahr ein Jazzfestival unter freiem Himmel ausrichtet.
Kultur, Küche und Anreise
Banater Berglanddeutsche, Tschechen, Kroaten und Rumänen haben die Region geprägt, was sich in Dorfbildern und Speisen spiegelt: Gulasch, Schnitzel, Strudel und Pflaumenknödel. Die nächste große Stadt mit Flughafen ist Temeswar, Herkulesbad liegt an der Bahnstrecke Temeswar–Krajowa. Mai bis Oktober ist die beste Reisezeit, die Schluchten sind im Frühsommer besonders wasserreich. Für die Nationalparks empfiehlt sich ein eigenes Auto, da Busse in die Bergdörfer nur selten fahren.


