Hermannstadt: Sächsische Städte und Fogarascher Gipfel
Reiseführer · redaktionellHermannstadt war 2007 Europäische Kulturhauptstadt, und seitdem gilt die Gegend als eines der bekanntesten Reiseziele Rumäniens. Ein Urlaub in Hermannstadt verbindet eine fein restaurierte Altstadt mit Kirchenburgen, Hirtendörfern und einer der spektakulärsten Bergstraßen Europas.
Die Altstadt von Hermannstadt
Siebenbürger Sachsen gründeten die Stadt im 12. Jahrhundert, und noch heute prägen Ober- und Unterstadt das Bild. Am Großen Ring zeigt das Brukenthal-Museum im Palais des einstigen habsburgischen Gouverneurs eine der ältesten Kunstsammlungen Südosteuropas. Der Kleine Ring ist mit der Lügenbrücke verbunden, der ersten gusseisernen Brücke Rumäniens, um die sich mehrere Legenden ranken. Typisch sind die Dachgauben, die wie halb geschlossene Augen auf die Gassen blicken. Die evangelische Stadtpfarrkirche mit ihrem hohen Turm erinnert an die protestantische Tradition, und im Juni füllt das Internationale Theaterfestival Plätze und Säle mit Aufführungen.
Sehenswürdigkeiten in Hermannstadt und Umgebung
Am Stadtrand liegt im Dumbrava-Wald das ASTRA-Freilichtmuseum mit Hunderten Bauernhäusern, Mühlen und Werkstätten aus ganz Rumänien. Westlich der Stadt erstreckt sich die Mărginimea Sibiului, eine Kette von Hirtendörfern wie Sibiel, wo ein Museum Hinterglasikonen zeigt, und Rășinari mit seinen Schafskäseproduzenten. Im Norden liegt das sanfte Weinland um Mediasch: Die Margarethenkirche mit ihrem leicht geneigten Trompeterturm steht inmitten einer Kirchenburg, und unweit davon ist Birthälm (Biertan) mit seiner mächtigen Wehrkirche als UNESCO-Welterbe geschützt. In Heltau (Cisnădie) und Michelsberg gibt es weitere Kirchenburgen, letztere auf einem Hügel über dem Ort.
Transfogarascher und Gebirge
Die Transfăgărășan-Hochstraße windet sich von Norden in unzähligen Kehren bis zum Bâlea-See auf rund 2.000 Metern Höhe. Meist ist sie nur von Anfang Juli bis in den Oktober durchgehend befahrbar, das genaue Datum hängt vom Schnee ab. Am Bâlea-See beginnen Wanderungen in das Fogarascher Gebirge mit dem Moldoveanu, dem höchsten Gipfel Rumäniens. Näher an der Stadt bietet der Höhenort Păltiniș Skifahren im Winter und Waldspaziergänge im Sommer.
Hermannstadt Reiseziele im Altland
Im Osten des Kreises folgt das Altland dem Fluss Olt, mit sächsischen Dörfern und Kirchenburgen, die weit weniger besucht sind als Birthälm. Das Kloster Kerz (Cârța), die Ruine einer Zisterzienserabtei aus dem 13. Jahrhundert, liegt nahe der Abzweigung zum Transfogarascher. Nach Süden schneidet der Olt den Rotenturmpass durch die Karpaten, eine alte Handelsroute in die Walachei. Viele Kirchenburgen werden von kleinen Gemeinden und Vereinen betreut, den Schlüssel holt man oft beim Nachbarn – eine Begegnung, die zum Reiz dieser Gegend gehört.
Essen, Anreise und beste Reisezeit
Die Salam de Sibiu, eine luftgetrocknete Edelsalami, ist landesweit bekannt. In den Hirtendörfern kommen Schafskäse, Polenta und Lammgerichte auf den Tisch, in der Stadt sächsischer Hanklich und Baumstriezel. Hermannstadt besitzt einen Flughafen mit Direktverbindungen nach Deutschland und Österreich, die Autobahn A1 führt Richtung Westen. Die beste Reisezeit für Altstadt und Kirchenburgen liegt zwischen Mai und Oktober, für die Hochstraße zwischen Juli und September. Der Weihnachtsmarkt auf dem Großen Ring gehört zu den schönsten im Land.

