Region · Ebene 2

Mureș

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Land
Rumänien
Städte
4
Zuordnung
über Koordinaten
§ 3

Mieresch: Schäßburg, Salzseen und Szeklerland

Reiseführer · redaktionell

Der Kreis Mieresch (rumänisch Mureș) liegt im Herzen Siebenbürgens, dort, wo sächsische Burgstädte, ungarische Szeklerdörfer und rumänische Hirtentraditionen dicht nebeneinander liegen. Wer einen Urlaub in Mieresch plant, findet eine der schönsten mittelalterlichen Altstädte Europas, Salzseen zum Baden und eine Hauptstadt mit Jugendstil-Prunk.

Zwischen Mieresch-Tal und Görgény-Bergen

Der Fluss Mieresch durchzieht den Kreis von Nordosten nach Südwesten und hat ein breites, fruchtbares Tal geformt. Im Norden und Osten steigen die vulkanischen Görgény- und Călimani-Berge auf, mit dichten Buchen- und Fichtenwäldern, in denen noch Bären leben. Der Süden gehört zum Hügelland der Großen Kokel, einer Landschaft aus Weinbergen, Obstgärten und Heuwiesen, durch die sich Dörfer mit Kirchenburgen ziehen. Rund ein Drittel der Bevölkerung spricht Ungarisch, und viele Orte tragen zwei oder drei Namen.

Neumarkt am Mieresch: Kulturpalast und Teleki-Bibliothek

Die Kreishauptstadt Târgu Mureș, auf Deutsch Neumarkt am Mieresch, ist eine lebhafte Universitätsstadt mit bekannter Medizinfakultät. Ihr Wahrzeichen ist der Kulturpalast von 1913, ein Jugendstilbau mit farbig glasiertem Dach, dessen Spiegelsaal mit Glasfenstern zu ungarischen Volkssagen geschmückt ist. Gleich daneben steht das ebenso bunte Präfekturgebäude. Die Teleki-Bibliothek, Ende des 18. Jahrhunderts von Graf Sámuel Teleki gegründet, bewahrt Zehntausende alter Bände, darunter Inkunabeln. Am Rosenplatz reihen sich Cafés, und die Festung mit ihren Basteien lädt zum Spaziergang ein.

Sehenswürdigkeiten in Mieresch: Schäßburg und die Kirchenburgen

Die bekannteste Station ist Schäßburg (Sighișoara), seit 1999 UNESCO-Welterbe. Die bewohnte Burg auf dem Hügel mit dem 64 Meter hohen Stundturm, der überdachten Schülertreppe und der Bergkirche gehört zu den am besten erhaltenen Stadtburgen Europas. Im Haus mit dem Hirschgeweih und im angeblichen Geburtshaus von Vlad Dracul wird die Legende um Dracula gepflegt; jeden Sommer belebt ein Mittelalterfestival die Gassen. Wer früh am Morgen kommt, hat die Kopfsteinpflastergassen der Oberstadt fast für sich allein, und vom Friedhof neben der Bergkirche blickt man über die Dächer der Unterstadt bis in das Tal der Großen Kokel. Nur wenige Kilometer entfernt steht in Keisd (Saschiz) eine Kirchenburg, die ebenfalls zum Welterbe zählt. Sächsisch-Regen (Reghin) ist für seinen Geigenbau bekannt: Werkstätten fertigen dort Instrumente aus dem Klangholz der Görgény-Wälder.

Baden im Bärensee von Sovata

Der Kurort Sovata im Osten liegt in einem Talkessel mit mehreren Salzseen. Der berühmteste ist der Bärensee (Lacul Ursu), ein seltener heliothermer See: Unter einer Süßwasserschicht speichert das salzhaltige Wasser die Sonnenwärme, sodass es in einigen Metern Tiefe im Sommer deutlich über 30 Grad warm wird. Rund um den See stehen Holzvillen im Szeklerstil und Kurhotels. Gebadet wird in abgegrenzten Bereichen, da das Ökosystem empfindlich ist, und Wanderwege führen durch Buchenwälder zu kleineren Salzseen und Salzfelsen. Im Hochsommer ist der Andrang groß, im Juni und September geht es ruhiger zu.

Essen, Anreise und beste Reisezeit

Auf den Tisch kommen Gulasch und Paprikasch aus der ungarischen Küche ebenso wie Sarmale und Polenta mit Schafskäse. Auf Märkten wird Baumstriezel (kürtőskalács) über Holzkohle gebacken, an der Kokel reifen frische Weißweine. Der Flughafen Târgu Mureș hat Verbindungen nach Deutschland, außerdem verläuft die Bahnstrecke Kronstadt–Klausenburg über Schäßburg. Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und Oktober; im Juli ist Schäßburg voller Festivalbesucher, im September färben sich die Wälder der Görgény-Berge.