Australien: Outback, Riffe und Küstenstädte
Reiseführer · redaktionellEin Urlaub in Australien ist eine Reise ans andere Ende der Welt, und das spürt man schon an der Flugzeit von fast einem Tag. Dafür wartet ein Kontinent mit roten Felsen im Outback, tropischen Riffen, Weinregionen und Küstenstädten, in denen der Tag morgens mit einem Bad im Meerwasserpool beginnt. Wer eine Australien Reise plant, sollte mindestens drei Wochen einrechnen.
Ein Kontinent mit vielen Klimazonen
Australien ist gut zwanzigmal so groß wie Deutschland, hat aber nur rund 27 Millionen Einwohner, die meisten davon an der Ost- und Südostküste. Das Landesinnere, das Outback, ist trocken und weit: rote Erde, Spinifexgras, Termitenhügel und Straßen, auf denen stundenlang kein Auto entgegenkommt. Im tropischen Norden, im Top End um Darwin und im Kimberley, gibt es Regenwälder, Wasserfälle und Flüsse mit Salzwasserkrokodilen. Entlang der Ostküste ziehen sich die Great Dividing Range und ein schier endloser Saum aus Stränden. Der Südwesten um Perth hat ein mediterranes Klima mit Wildblumen im Frühling und Weingütern in Margaret River, und die Insel Tasmanien im Süden erinnert mit Bergen, Seen und Eukalyptuswäldern eher an Schottland oder Neuseeland. Die Tierwelt ist einzigartig: Kängurus und Wallabys, Koalas in den Eukalyptusbäumen, Wombats, Schnabeltiere und eine Vogelwelt, die morgens lauter ist als jeder Wecker.
Sydney, Melbourne und die großen Städte
Sydney ist für die meisten der erste Halt. Das Opernhaus und die Harbour Bridge sind die bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Australien, am schönsten erlebt man sie von der Fähre nach Manly aus. Der Küstenweg von Bondi nach Coogee führt an Klippen, kleinen Buchten und Ozeanpools vorbei, und in den Blue Mountains, gut eineinhalb Stunden westlich, liegen Schluchten und Aussichtspunkte über Eukalyptuswäldern. Melbourne ist die Stadt der Laneways, schmaler Gassen voller Graffiti, Kaffeebars und Restaurants, der Museen und des Sports: Im Januar finden die Australian Open statt, im Melbourne Cricket Ground passen rund 100.000 Zuschauer. Brisbane hat ein subtropisches, entspanntes Lebensgefühl mit einer künstlichen Lagune am South Bank, die Gold Coast südlich davon steht für Surfstrände und Hochhäuser direkt am Sand. Newcastle, nördlich von Sydney, ist das Tor zum Weinbaugebiet Hunter Valley. Canberra wurde als Hauptstadt am Reißbrett geplant und beherbergt die Nationalgalerie, das Parlament und das Australian War Memorial. Adelaide ist kleiner und ruhiger, aber kulinarisch stark, umgeben von Weinregionen wie dem Barossa Valley, das deutsche Einwanderer im 19. Jahrhundert prägten, und dem McLaren Vale. Von hier ist es nicht weit nach Kangaroo Island, wo Seelöwen am Strand liegen. Perth gilt als eine der abgelegensten Großstädte der Welt, mit Stränden wie Cottesloe, dem Kings Park über dem Swan River und der Insel Rottnest, auf der die Quokkas leben, kleine Beuteltiere, die vor allem für Selfies berühmt sind. Hobart auf Tasmanien hat einen alten Hafen mit Sandsteinlagern und das Museum MONA, das mit provokanter Kunst Besucher aus aller Welt anzieht. Ein Tagesausflug führt zur Halbinsel Freycinet mit der Wineglass Bay.
Great Barrier Reef, Uluru und die Nationalparks
Das Great Barrier Reef erstreckt sich über 2.300 Kilometer entlang der Küste von Queensland. Cairns und Port Douglas sind die wichtigsten Ausgangspunkte für Schnorchel- und Tauchausflüge zu den äußeren Riffen, von Airlie Beach aus segelt man zu den Whitsunday Islands mit dem weißen Quarzsand von Whitehaven Beach. Nördlich von Cairns reicht der Daintree-Regenwald bis an die Küste, einer der ältesten Regenwälder der Erde. Im Zentrum des Kontinents erhebt sich der Uluru, der heilige Berg der Anangu, der nicht mehr bestiegen werden darf, aber auf einem rund zehn Kilometer langen Weg umrundet werden kann; ganz in der Nähe liegen die Felskuppeln der Kata Tjuta. Im Northern Territory bietet der Kakadu-Nationalpark Felsmalereien und Feuchtgebiete, und an der Great Ocean Road westlich von Melbourne stehen die Kalksteinsäulen der Zwölf Apostel in der Brandung.
Kultur, Geschichte und Lebensart
Die Aborigines und Torres-Strait-Insulaner leben seit mindestens 50.000 bis 65.000 Jahren auf dem Kontinent und gelten als älteste durchgehende Kultur der Welt. Bei geführten Touren, etwa im Kakadu-Nationalpark oder am Uluru, erfährt man von Traumzeitgeschichten, Buschnahrung und der Verbindung zum Land. Die britische Besiedlung begann 1788 mit einer Sträflingsflotte in Sydney, und Orte wie Port Arthur auf Tasmanien erinnern an diese Zeit. Heute ist Australien eine Einwanderungsgesellschaft, fast ein Drittel der Bevölkerung ist im Ausland geboren. Der Alltag spielt sich draußen ab: Grillen im Park an öffentlichen Gasgrills, Cricket am Strand, Surfen vor der Arbeit. Wer an australischen Stränden schwimmt, sollte zwischen den rot-gelben Flaggen der Rettungsschwimmer bleiben, denn Strömungen sind tückisch.
Essen und Trinken in Australien
Die australische Küche ist weniger traditionell als offen. Starke asiatische Einflüsse zeigen sich in vietnamesischen Bánh-mì-Läden in Sydney, malaysischen Garküchen in Melbourne oder thailändischen Restaurants in jeder Kleinstadt. Meeresfrüchte sind hervorragend, von Barramundi und Moreton Bay Bugs bis zu Austern aus Tasmanien. Klassiker sind der Meat Pie, das Frühstück mit Avocado-Toast, Lamingtons mit Kokos und die Pavlova, deren Herkunft Australier und Neuseeländer gleichermaßen beanspruchen. Die Kaffeekultur gilt als eine der besten der Welt, der Flat White ist hier zu Hause. Australischer Wein kommt aus dem Barossa Valley, dem Hunter Valley, Margaret River und dem Yarra Valley, und Craft-Brauereien gibt es in jeder Stadt. Alkohol wird außerhalb von Restaurants nur in speziellen Läden, den Bottle Shops, verkauft.
Anreise und Unterwegs in Australien
Direktflüge von Deutschland nach Australien gibt es nicht, der schnellste Weg führt mit einem Umstieg in Singapur, Dubai, Doha oder einer anderen asiatischen Drehscheibe in etwa 21 bis 24 Stunden nach Sydney, Melbourne, Brisbane oder Perth. Deutsche Staatsbürger benötigen für touristische Aufenthalte bis zu drei Monaten einen eVisitor, der kostenlos online beantragt wird; die aktuellen Einreisebestimmungen sollten vor der Reise geprüft werden, zudem gelten strenge Regeln für die Einfuhr von Lebensmitteln. Wegen der enormen Entfernungen sind Inlandsflüge mit Qantas, Virgin Australia oder Jetstar die Regel, von Sydney nach Perth fliegt man über vier Stunden. Die Fernzüge wie der Indian Pacific oder The Ghan durch das Outback sind ein Erlebnis, aber teuer. Sehr beliebt ist die Rundreise mit Mietwagen oder Campervan, insbesondere entlang der Ostküste; es herrscht Linksverkehr, und im Outback sollte man wegen Kängurus nicht in der Dämmerung fahren.
Beste Reisezeit für Australien
Die beste Reisezeit für Australien hängt stark von der Region ab, da die Jahreszeiten umgekehrt sind. Im Süden, also in Sydney, Melbourne, Adelaide und auf Tasmanien, sind Oktober bis April die angenehmsten Monate mit Temperaturen zwischen 22 und 30 Grad; der Hochsommer im Januar kann an manchen Tagen über 40 Grad bringen, und Buschfeuer sind möglich. Im tropischen Norden um Darwin und Cairns ist die Trockenzeit von Mai bis Oktober ideal, mit sonnigen 25 bis 30 Grad, während von November bis April Regenzeit herrscht und an der Küste giftige Quallen auftreten. Das Outback um den Uluru lässt sich am besten zwischen April und September besuchen, wenn es tagsüber warm und nachts kühl ist. Perth und der Südwesten sind im Frühling von September bis November mit der Wildblumenblüte besonders reizvoll.
Australien Reiseziele für die Routenplanung
Für eine erste Reise bietet sich die Kombination aus Sydney, einem Flug zum Uluru, dem Great Barrier Reef bei Cairns und Melbourne mit der Great Ocean Road an. Wer zurückkommt, findet weitere Australien Reiseziele, die noch weniger erschlossen sind: die Kimberley-Region mit der Gibb River Road, das Ningaloo Reef an der Westküste, wo man zwischen März und Juli mit Walhaien schwimmen kann, die Inselwelt rund um Fraser Island, die heute K'gari heißt, oder die Wanderwege durch die Cradle Mountains auf Tasmanien.
















